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BLACULA

blacula1BLACULA stammt aus dem Jahr 1972 und zog ein (angeblich schwaches) Sequel 1973 nach sich: “Der Schrei des Todes” (Originaltitel: “SCREAM, BLACULA, SCREAM!”). Mittlerweile gibt es von beiden Filmen US-DVDs. BLACULA wurde jeweils 2003, 2004 und 2005 im deutschen Fernsehen ausgestrahlt, “Der Schrei des Todes” wurde bisher nur einmal 2003 im Pay-TV ausgestrahlt. Immer uncut.

Ich habe von BLACULA schon vor längerer Zeit gelesen, im Buch “Die Dracula-Filme” von Karsten Prüßmann.
Der afrikanische Prinz Mamuwalde bittet 1790 Graf Dracula in Transsylvanien um Hilfe gegen den expandierenden Sklavenhandel in die USA. Graf Dracula hat aber anderes mit ihm im Sinn, macht ihn zu einem Vampir, gibt ihm den Namen Blakula und verflucht ihn Ewigkeiten im Sarg dahinzudämmern, während seine ungebissene Frau Luva daneben sitzen und verrotten muss.

Als rund 150 Jahre später, in den wilden 70ern, zwei geschäftstüchtige Tunten das Schloss Dracula aufkaufen und den aufgefundenen Sarg von Blacula nach New York verschiffen nimmt das Unheil seinen Lauf.

Ich habe den Film aufgenommen, weil ich Vampirfilme aller Art sammle. Viel erwartet habe ich mir aber nicht von ihm. Um es vorweg zu nehmen: das war ein grosser Fehler. Dieser Film ist keine Komödie, was ich nach dem wirklich starken Anfang schon fast befürchtete, als die zwei tuntigen Geschäftsmänner als komische Figuren eingeführt werden - ein Schwarzer und ein Weisser übrigens (hier findet man durchaus Sozialkritik).
Der Film hat drei oder vier komische Figuren, über die man echt lachen kann, aber er gleitet niemals ins Lächerliche oder auch nur Übertriebene ab.

blacula2 Vielmehr haben wir es hier mit einem waschechten Vampirfilm zu tun, der sich an Bram Stokers Geschichte anlehnt, z.B. die Schiffsahrt und einige andere Zitate, die nicht aufgesetzt sondern gut platziert sind, bis hin zu dem, was mir schon im amerikanischen TV-”Dracula” mit Jack Palance aufgefallen ist: die Konzentration auf die Liebesgeschichte. Auch Blacula (der sich im Film hauptsächlich aber weiterhin Mamuwalde nennt, was die Ernsthaftigkeit des Filmes unterstreicht) findet in der Neuzeit die Reinkarnation seiner Frau wieder. Das alles spannend inszeniert. Der Entstehungszeit entsprechend findet man sich in einer Mischung aus klassischen “Dracula”-Filmen und den “Strassen von San Franzisco” wieder, blacula4 das Rätsel um die Morde und die Jagd auf Blacula ist spannend und krimigerecht inszeniert, das drumherum ist 70er, mit allem Guten daran, bis hin zur Musik.

Hervorzuheben ist auch, und das ist ein besonderes Zeichen von klassischen Vampir-Filmen, dass hier keine Spielchen mit dem Mythos passieren: Vampire können nicht im Sonnenlicht stehen, sie können nicht fotografiert werden, sie haben kein Spiegelbild, sie können mit Kreuzen vernichtet werden… alles brav übernommen, ich hab keinen Fehler entdecken können. Vampire in Blacula werden noch etwas stärker auf ihr tierisches Ego getrimmt, als in anderen Filmen, was sich in Raubtierähnlichen Lauten bei Biss-Attacken widerspiegelt (auch bei Graf Dracula himself, das ist also keine rassistische Anspielung auf die Herkunft der Schwarzen).

Rassismus? Ist das ein Thema in diesem Film? Ja und nein. Seltsam mutet ein rassistischer Graf Dracula schon an - das fällt sofort auf. Dann ein interrassistisches, homosexuelles Pärchen, das die Geschichte in Gang bringt. Und danach nur noch einmal eine Bemerkung eines schwarzen Gerichtsmediziners einem weissen Kollegen gegenüber, wieso ein weisses Opfer genauer untersucht wird, als ein schwarzes: “Kommen sie mir jetzt bloss nicht mit diesem Rassismusscheiss…” ist die Antwort darauf, die lächelnd quittiert wird. Das hat man sich wohl auch beim Schreiben des Drehbuches gedacht.
Rassismus wird also angesprochen, es wird auf ihn hingewiesen, der Film wird aber nicht als Propaganda-Instrument hergenommen. Anregungen zum Nachdenken kommen vor, wenn man sie finden will, Anschuldigungen jeglicher Art konnte ich jedoch nicht entdecken. Sehr angenehm inszeniert.

blacula5 Die Maske ist bei den Hauptfiguren sehr gut ausgefallen (auch wenn Blacula manchmal Werwolf-ähnlichen Bartwuchs hat), aber leider sehen die weiblichen Vampire auf Schloss Dracula und die am Ende des Films in New York gebissenen Statisten-Vampire eher aus wie Zombies, was der Idee des Filmes entgegen kommt, dass man eine Vampir-Epidemie vereiteln muss… aber das hätte es wirklich nicht gebraucht, ein bischen mehr hätte man sich bei den Statisten schon auch um die Maske bemühen dürfen.

——————-ACHTUNG SPOILER———————–

blacula6
Die Konzentration auf die Liebesgeschichte findet am Ende ihren Höhepunkt, wenn Blacula seine geliebte Frau ein zweites Mal verliert und den Freitod in der Sonne wählt (der zwar vom Effekt her gut gemacht ist, aber leider etwas hastig wirkt, vielleicht liegt das aber auch daran, dass der Sender so schnell abgebrochen hat).

——————SPOILER ENDE——————————

Der Film ist mit Enthusiasmus geschrieben und inszeniert, das merkt man - es sollte was Besonderes werden… und das ist auch gelungen. Nicht zuletzt wegen den guten Schauspielern, Blacula wird von William Marshall, einem Shakespeare-Darsteller, gespielt.

Am Ende des Filmes hatte ich mir eine Fortsetzung gewünscht, ich wusste noch nicht, dass es eine solche tatsächlich gibt. Mal sehen, ob die wirklich so lahm ist, wie Prüßmann es in seinem Buch andeutet. Ich kann es mir kaum vorstellen, wird der weibliche Gegenpart dann doch schliesslich von der grandiosen PAM GRIER gespielt.

Zum Glück fand der Film eine gute Synchronproduktion im Deutschen, die an den richtigen Stellen komisch und an den anderen ernsthaft geblieben ist. Qualitätsarbeit mit richtig guten Stimmen.

FAZIT: für Vampirfans ein absolutes Muss, aber auch für alle anderen sehr sehenswert. DVDBooty.com schreibt dazu: “In addition to the 1973 sequel, “Scream, Blacula, Scream,” other Blaxploitation horror films that followed this one included “Blackenstein,” “Dr. Black and Mr. Hyde,” and “The House on Skull Mountain.” However, none of them would enjoy the reputation of “Blacula,” which remains the defining film of this particular genre.”



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