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HARRY POTTER UND DER FEUERKELCH

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Der vierte Teil im Kino, und das nur ein paar Monate, nachdem der sechste Teil als Buch rausgekommen ist. Es ist das erste Mal, dass Buch und Film im selben Jahr erscheinen, was auf eine schnellere Produktion beim Film hinweist. Und so was tut der Qualität ja bekanntlich nicht gut.
Um es vorweg zu nehmen: der Film ist SCHLECHT! Und das sagt ein Potter-Fan, sowohl von den Büchern, als auch von den bisherigen Filmen. Aber bei dem vierten Potter-Film wurde ein großer Fehler gemacht: Mike Newell.

War der Regisseur bei „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ dem Stoff gewachsen, hat er bei Potter IV absolut versagt.
Dem Drehbuchautor kann man hier keinen Vorwurf machen, der hat schon in den ersten drei Teilen bewiesen, dass er es kann. Newell war es, der die Idee des Studios, den Film in zwei Teilen zu drehen, abgewürgt hat und meinte, er könne die Geschichte straffen.

STRAFFEN!!! Was rausgekommen ist, sieht aus, wie ein zusammengewürfelter Teaser zum Buch. Wichtige, absolut notwendige Bestandteile sind weggelassen worden. Die gesamte, für alle Bücher zum Standard gewordene, erste Szene bei den Dursleys ist absolut gestrichen. Das Highlight für alle Quidditch-Fans, die Weltmeisterschaft – gestrichen. Die Weiterführung des Plots um die Hauselfen, die ganze Geschichte um Winky, die sich in Dobby verliebt – gestrichen.
Stattdessen wird nach dem Tournier nicht Winky, die mit Potters Zauberstab in der Hand erwischt wird, verdächtigt, nein, Potter und seine Freunde werden vom Ministerium bedroht.

Und so geht es weiter mit der Subplot-Vernichtung, um den Film auf knappe 2:30 zu bringen.

Da passieren dann solche Schnitzer wie eine doppelte Szene beim Weihnachtsball, bei der mehr als offensichtlich eine Szene klein geschnitten wurde.

Dunkler und düsterer wurde der Film? NATÜRLICH wurde er dunkler und düsterer, Newell konnte ja zum Glück kein vollkommen neues Buch schreiben, nur weil man ihm gestattet hat, Rowlings Werk zu verstümmeln.
Dass er die gesamte Gegend um Hogwarts herum verändert, und zwar im Vergleich zu den letzten FILMEN verändert, ist schier Stumpfsinn… da hat irgendjemand „Herr der Ringe“ nachmachen wollen, oder für Narnya, oder wie das heißt, geprobt.

Die drei Aufgaben des Trimagischen Turniers werden aneinandergereiht, dramaturgisch so gefühlvoll, wie die einzelnen Geschichten in einer billigen Porno-Produktion. Da kann einen das fantastische Duell mit dem Drachen nur wenig trösten. Die Unterwasserszene, zugegebenermaßen tatsächlich mal so gruselig umgesetzt, wie es das Buch vorgibt, ist auch ein Highlight. Effektmässig gibt es eh nichts zu meckern in dem Film, da sieht man nichts Neues, aber das muss ja auch nicht sein, die Effekte passen zur Geschichte und wurden hervorragend umgesetzt (im Gegensatz zum Drehbuch und zur Regie).

Das Finale: die Wiederauferstehung Voldemorts. DER HÖHEPUNKT DES FILMES! Zugegebenermaßen wurde der Film in den letzten 20 Minuten doch ein wenig spannender. Allerdings konnte er auch kaum noch mehr abflachen. Sicher nicht kindgerecht war die Szene, sie war düster, dunkel, gefährlich, gruselig, sogar ein wenig splatterig – und dennoch enttäuschend irgendwie, weil ausgerechnet da die Schnitte langsamer wurden, um ein paar billige Blitzeffekte länger aufleuchten lassen zu können. So viel Unfähigkeit bei einem Regisseur hab ich noch nicht erlebt. Voldemort wurde von Ralph Fiennes faszinierend böse gespielt. Irgendwie war man an dieser Stelle des Films – vor allem als Leser des Buches – schon so tief in der Depression, dass man Fiennes und die Szene kaum genießen konnte.
Die bekannten Nebenrollen wie Hagrid, Malfoy, Snape… dass man sie überhaupt zu Gesicht bekam ist ein kleines Wunder. Wurmschwanz hatte eine größere Rolle, als alle drei zusammen!

Die Kostüme!!!! Meine Güte, die Kostüme!!!!!! Bei der Weihnachtsparty stehen da Mädchen im Cocktailkleidchen, bei der Weltmeisterschaft und beim Trimagischen Turnier sind die Zuschauer in Goretex gekleidet… um Hogwarts Willen, welches Arschloch ist dafür verantwortlich???

Frau Rowling täte gut daran, ab und an mal wieder die Feder weg zu legen und an das Set zu fahren, um nach dem Rechten zu sehen, sonst kann ich prophezeien, dass die nächsten Teile so ein Fiasko werden, dass die Realisierung des letzten Teiles fragwürdig erscheint.

Zum Guten in dem Film: die drei Hauptdarsteller, auch wenn ihre Rollen auseinandergerissen wurden, sind ausnahmslos hervorragend und spielen von Film zu Film besser. DIE Figuren, die ausführlich gezeigt wurden, sind allesamt gut besetzt um umgesetzt, ich denke da an Mad Eye Moody, Longbottom, Fleur und an einige andere…

Wie andere Rezensenten den Humor in Newells Film loben können, wie sie loben können, dass das Bonbon-hafte der ersten Teile weg ist… ich versteh es nicht. Die Bücher sind darauf ausgelegt, von mal zu mal aus der heilen Bonbon-Welt eine düstere Endzeit-Vision zu machen, und Newell hat in diesem Teil mehr, als es in dem Buch schon der Fall gewesen ist, auf das Ende gezeigt. Und das ist eben der Fehler gewesen. Was im Buch angedeutet wird, aber bei weitem noch nicht gezeigt wurde, hat in der Filmumsetzung nichts zu suchen, auch wenn man es aus dem neuen Roman schon kennt. DAS umzusetzen ist die Aufgabe der Regisseure der nächsten Teile… und da die Produktion noch einen Schimmer Hirn hat, heißt der Regisseur sicher nicht mehr Newell, der nur genommen wurde, weil Cuaron noch mit dem letzten Teil von Potter beschäftigt war. In der Preproduction des nächsten Teils führt zumindest Davis Yates Regie, mal sehen, was da raus kommt. Ich befürchte aber, dass man an die Romanumsetzung vom ersten Teil nie wieder ran kommen wird. Schade drum.

Effekte: 7 von 10 – nichts aussergewöhnliches, aber auch nichts schlechtes.
Schauspieler: 9 von 10 – jeder wird seiner Rolle mehr als gerecht, hervorragend.
Regie: 1 von 10 – immerhin war er am Set, also kann man dem keine Null geben.

Film insgesamt: 3 von 10. Absolut enttäuschend, vor allem für Leser der Romane. Für die anderen, die die Bücher nicht kennen, ist der Film gerade noch erträglich durch das relativ starke Ende.



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