Archiv für August, 2006

COMTESSE DES GRAUENS (1970)

Comtesse des Grauens
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Inhalt:
Die alte und unbarmherzige Gräfin Elisabeth Bathory (Ingrid Pitt) macht aus einem Zufall heraus die Entdeckung, dass das Blut junger Mädchen ihre Haut jünger werden lässt. Sie bringt ihre Dienerin um und erscheint kurze Zeit darauf als junge und erotische Frau auf der Bildfläche – sie gibt sich als ihre eigene Tochter Ilona aus.
Doch die Schönheit ist nicht von Dauer und sehr bald braucht die Gräfin neues Blut, welches ihr ihr Liebhaber, Captain Dobi (Nigel Green), besorgen soll. Dieser ist zwar nicht angetan von der verhängnisvollen Jugend seiner Geliebten (schließlich werden da auch junge Männer darauf aufmerksam), entspricht aus Liebe aber trotzdem ihrem Wunsch. Die Gräfin selbst scheint dies auch aus Liebe zu Dobi zu machen, kann aber den Versuchungen junger Männer keinesfalls widerstehen.
Ein weiterer Versuch mit dem Blutbad scheitert aber. Irgendetwas muss das Blut der Hure von dem Blut ihrer jungfräulichen Dienerin unterscheiden. Tja, was wohl?

Kritik:
Reale Massenmörder waren schon oft Ideengeber für Filme – so ist es auch hier. Die Blutgräfin Bathory gab es 1560 in Ungarn wirklich, sie ist verantwortlich für den Tod von insgesamt 650 Menschen, die sie aus purer Lust am Sadismus auf bestialischste Weisen umgebracht hat: sie malträtierte ihre Opfer mit glühenden Eisen oder warf sie in den Schnee, um sie dann mit kaltem Wasser zu übergießen, sie biss ihnen Fleischstücke aus den Körpern… wer mehr dazu wissen will, dem empfehle ich das abermals geniale Booklet von Uwe Somerlad, welches der DVD beiliegt, und in dem auch zur Produktionsgeschichte einiges steht. In Kurzform: die ungarischen Produzenten, die Hammer den Stoff angetragen hatten, wollten eigentlich ein historisches Drama verfilmen. Als von Hammer dann zu hören war, dass dies eigentlich ein Horrorfilm werden sollte, war es eigentlich schon zu spät – in der Not machte man sogar noch einen weiteren Fehler und synchronisierte Ingrid Pitt nach. Was das bringen sollte, wird wohl immer ein Geheimnis des Regisseurs Was Sasdy bleiben.
Der geneigte Leser wird es ahnen: wer aufgrund der blutigen Vorlage einen blutigen Hammer-Film erwartet, der wird enttäuscht. Der Film ist spannend, keine Frage, und Ingrid Pitt ist selten so erotisch gewesen, wie in diesem Film – nicht mal als Carmilla Karnstein. Das Design von „Countess Dracula“, wie der Film im Original heißt, ist hammer-typisch genial, der Aufbau der Geschichte gut und spannend… aber es fehlt an Blut, wie schon Ingrid Pitt einmal in einem Interview sagte. So wurde aus dem blutigstem Thema, das Hammer zur Verfügung stand, blutiger als Dracula und Frankenstein zusammen, ein nettes Filmchen mit einer wunderschönen Ingrid Pitt – aber halt nicht mehr.
Erwähnenswert ist aber unbedingt die Maske. Man mag teilweise gar nicht glauben, dass die alte Gräfin ebenfalls von Ingrid Pitt gespielt wurde, so gut ist das Make-Up geraten. Die Schauspieler füllen allesamt ihre Rollen aus und Nigel Green gibt einen wunderbaren alten und eifersüchtigen Liebhaber hab, der nicht anders kann, als „seine“ Gräfin bei jeder noch so furchtbaren Schandtat zu unterstützen.

Ach ja… ein paar Flaschen Kunstblut mehr, und es hätte der legendärste Hammer-Film überhaupt entstehen können.

Trotzdem: 8 von 10 Punkten, und kein Punkt weniger – das muss einem die wundervolle Ingrid Pitt schon wert sein. ;-)

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Der Hexentöter von Blackmoor (1969)

Inhalt:
1685 in England: Durch grausame Folterungen und Hexenverbrennungen will der Lordrichter Jeffreys (Christopher Lee) die Herrschaft von König James II. festigen. Auch die hübsche Mary Grey (Maria Rohm), Braut des Grafen von Wessex, soll als Hexe verbrannt werden…

Kritik:
Eine deutsch, italienisch, spanisch, englische Co-Produktion unter der Regie von Jesus Franko. Ich habe der Laufzeit nach offensichtlich die um 6 Minuten gekürzte Fassung gesehen. Aber WAS das gekürzt worden sein soll weiss ich wirklich nicht. Der Film stammt aus dem Jahre 1969 und ist dafür zum einen äusserst freizügig (blanke Brüste und ordentliche Schambehaarung hat man gern gezeigt in diesem Film), zum anderen sehr blutrünstig. Die Hexenfoltern werden sehr bltuig und freizügig dargestellt, auch in der cut-Fassung. Trotzdem werde ich mir wohl irgendwann mal die österreichische DVD von diesem Film zulegen, denn anscheinend wird der Film auch im Pay-TV nicht mehr ungeschnitten gezeigt.

Chris Lee gibt einen sehr bösartigen Richter ab, aber dennoch nicht sadistisch, es gehört zum Charakter, dass der Richter weder den Foltern noch den Hinrichtungen beiwohnt. Erwähnenswert ist noch der Gastauftritt von Maria Schell, die eine blinde Seherin gibt. Leider war es wirklich nur ein Gastauftritt, mehr al einen Drehtag dürfte sie nicht gehabt haben. Sehr schade, denn die junge Maria Schell war schon richtig gut und intensiv.

Der Film an sich ist sehr spannend gehalten und könnte durchaus mit englischen Horror-Produktionen aus selbiger Zeit Schritt halten… wären da nicht die 20 Minuten in der Mitte, die plötzlich Schlachten in geschichtlichem Epos zeigen, die mit der Geschichte zwar was zu tun haben, aber im Grunde nur den Film strecken sollten, der von der Story wohl nicht mehr her gab (er hätte durchaus mehr hergegeben, aber naja…).

Es ist wohl ein waschechter Franko-Film, sehr blutig, sehr intensiv, die Nachwirkung hält sich aber in Genzen. Wer, wie ich, gerne Christopher Lee sieht, für den ist der Film ein Muss, klar. Die Folterszenen spalten meine Meinung: sind sie so gut, wei sie gut inszeniert sind, oder ist das so eine Art “Schaulustiger”-Effekt dabei, wenn einem Szenen gefallen, in denen blutüberströhmte, halbnackte Frauenkörper mit glühenden Eisen gequält werden? Ich weiss es nicht, in jedem Fall haben vor allem diese Szenen Wirkung auf mich als Zuschauer hinterlassen. Da wundert es fast, dass eine erzwungene Liebesnacht so glimpflich n Szene gesetzt wird. Mehr als die spinnenartigen Hände von Christopher Lee und das verzweifelte Gesicht des Opfers ist eigentlich nicht zu sehen. Dass die Szene so viel intensiver rüberkommt ist klar… ob allerdings da nicht der Gentleman Christopher Lee sagte, dass er soweit geht und nicht weiter, da wär ich mir nicht so sicher.

7 von 10 Punkten, ein solider, im Grunde eindrucksvoller Film, der seltsamerweise keinen Nachall bei mir hinterlässt.

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FANATIC - Das düstere Haus (1964)

Das düstere Haus
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Inhalt:
Die junge Pat Carroll (Stefanie Powers) ist zwar schon neu verliebt, kommt aber noch nicht so ganz über den Tod ihres Verlobten Steven hinweg. Hierzu möchte sie dessen Mutter besuchen. Zu spät bemerkt sie, dass die alte Mrs. Trefoile (Tallulah Bankhead) religiösem Fanatismus verfallen ist: sie will Pat und Steven im Jenseits miteinander vereinen, wofür sie auch nicht davor zurück schreckt, Pat einzusperren und zu ihrer „Pflicht“ zu zwingen.

Kritik:
Der Film ist auf DVD von SONY erhältlich, wird momentan aber auch immer wieder mal auf Premiere Nostalgie ausgestrahlt.
Es ist ein in der Moderne spielender Film aus der Hammer-Studio-Schmiede, die einzigen Gothic-Elemente finden sich im alten Haus. Es ist auch weniger ein Horror-Film, als vielmehr ein knallharter Psycho-Schocker – kein Wunder, der Drehbuchautor ist kein geringerer als Richard Matheson, der für „The twilight Zone“ geschrieben hat, Bücher von Edgar Allen Poe für Roger Corman in treibende Drehbücher verwandelte, das Drehbuch zu Stephen Spielbergs erstem Film „Duell“ schrieb und unter anderem die Kurzgeschichten „The incredible shrinking Man“ oder „I am a Legend“ schrieb: zweitere wurde zweimal verfilmt unter den Titeln „The Omega-Man“ und „The Last Man on Earth“. Dieser kleine Auszug mag verdeutlichen, was einen bei „Fanatic“ erwartet: Psycho-Grusel pur, der ohne Schockelemente unter die Haut geht.
Unsere Stephanie Power (mittlerweile eher bekannt aus „Hart aber Herzlich“) stellt eine starke Frau dar, die nicht aufgibt und kann sich quasi direkt in die Hirne des Zuschauers spielen. Tallulah Bankhead spielt die religiöse Fanatikerin dermaßen diabolisch, dass man vor dieser Frau einfach nur Angst bekommen kann. Schließlich kann man den noch jungen Donald Sutherland in einer Rolle als geistig behinderten sehen – schon damals musste man geahnt haben, was für ein großartiger junger Schauspieler da bei Hammer seine Karriere beginnt.
Ein perfekter Spannungsbogen verteilt sich über den Film und wird durch die für Hammer übliche gute Ausstattung des Films unterstützt. Kein typischer Hammer-Film, wie man ihn sich vorstellt (mit Hammer-Filmen, die in der Moderne spielen, kann man oftmals so seine Probleme haben), aber sicherlich einer der besten Hammer-Filme überhaupt.
Dass der deutsche Titel „Das düstere Haus“ lautet, mag an einer Komödie von Hammer mit einem ähnlichen Titel liegen, die zwei Jahre vorher erfolgreich lief… na ja, unter der deutschen Namensgebung leiden viele Hammer-Filme, da kann man froh sein, dass in den 70er Jahren aus „Dracula AD 1972“ nicht „Dracula vs. Django“ gemacht wurde. ;-)

Insgesamt ein Film, den niemand verpasst haben sollte, und wieder mal ein Film, der nicht nur von Hammer-Fans geschätzt werden sollte.

9 von 10 Punkten, dafür, dass meine Nerven wieder mal auf eine harte Probe gestellt wurden.

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Hammer-Studio-Fansite ist online!

Viele von euch kennen sicherlich das ausführliche Hammer-Special, das sich lange auf dieser Seite befunden hat. Mein Traum war es von Anfang an, aus diesem Special eine Fansite zu machen, die vielleicht irgendwann sogar von den Hammer-Studios persönlich abgezeichnet wird.

An dem zweiten arbeite ich noch, das erste ist seit gestern endlich in Erfüllung gegangen. Auf der neuen Seite findet ihr alle Informationen zu den Filmen aus der Hammer-Schmiede, Listen mit den produzierten Filmen (und welche davon auf DVD erhältlich sind) sowie natürlich ausführliche Reviews zu den einzelnen Filmen. Zudem wird regelmässig darauf hingewiesen, wenn Hammer-Filme im Fernsehen gezeigt werden (Free-TV als auch Pay-TV werden berücksichtigt).

Geplant sind für die Zukunft ein spezialisiertes Hammer-Forum, Biographien zu den Mitwirkenden… da fällt mir noch viel ein.

Das Projekt ist absolut unkommerziell, dementsprechend wird man auf der Hammer-Studio-Fansite auch keine Werbung finden (ausgenommen sind die Amazon-Links bei den Reviews, die in meinen Augen allerdings, wie auf dieser Seite auch, eher einen Mehrwert für den Leser bedeuten, der, um einen interessaten Film zu bestellen, einfach nur draufklicken muss und gleich an der richtigen Stelle ist).
Ich wünsche euch viel Spaß mit der neuen Hammer-Studio-Fansite. :-)

http://www.hammer-studio-fansite.de

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I, Robot

I, Robot (Special Edition, 2 DVDs)
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Inhalt:
Im Jahr 2035 sind Roboter als Diener der Menschen schon Standard. Detective Del Spooner (Will Smith) vom Chicago Police Department traut den Blechbüchsen aber nicht über den Weg. Wohl deswegen wurde er von dem angeblichen Selbstmörder nach dessen Tod durch sein Hologramm gerufen. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es sich weniger um einen Selbstmord handelt, als vielmehr um programmierte Killer-Roboter, die die Menschheit unterjochen wollen.
Kritik:
Das Thema ist nicht neu, klar. Aber die Umsetzung ist wunderschön geraten. Die Effekte sind recht gut umgesetzt, wenn man auch häufig die Computeranimationen zu deutlich erkennt. Aber der Film lebt weder von der Story, noch von den Effekten. Er lebt vielmehr von einem Will Smith in Hochform, der seine Witze wieder mal gekonnt in einer ernst zu nehmenden Handlung unterbringt. Will Smith schafft es halt immer wieder, als Komiker aufzutreten und einem Film trotzdem nicht zu schaden. Insgesamt ein guter Film mit wenig Schwächen, durchaus sehenswert und in jedem Fall amüsant.

Bewertung:
8 von 10 Punkten: Vor allem wegen Will Smith’s unerreichtem Talent, Komik in einem ansonsten eher dem Standard zuzuordnenden Film unterzubringen.

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HELLBOY

Hellboy (Director\'s Cut, 3 DVDs)
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Inhalt:
Dass die Nazis mit schwarzer Magie und Okkultismus versuchten, den zweiten Weltkrieg zu gewinnen, wissen wir ja spätestens seit Indiana Jones (dass da auch ein Funken Wahrheit dahinter steckt, seit Discovery Channel).
Dass ihnen dabei der legendäre Rasputin geholfen hat, ist allerdings neu. Bei einem dieser Experimente werden die bösen Nazis von den guten Amis gestört und es geht was schief. Aus dem gerade zur Hölle geöffneten Tor konnte etwas durchschlüpfen, bevor es wieder geschlossen wurde: HELLBOY. Glücklicherweise wird dieser von einer amerikanischen Geheimorganisation aufgezogen, und Professor „Broom“ Bruttenholm (John Hurt) achtet darauf, dass Hellboy zu den Guten gehört und gegen das Böse kämpft.
Aber der widerauferstandene Rasputin schickt sich an, Hellboy seiner wahren Bestimmung zuzuführen…

Kritik:
Kacke, das ist ja wohl der coolste Superheld, den ich je erlebt habe! ;-)
Ich kenne Hellboy nicht aus den Comics, dementsprechend kann ich nicht beurteilen, ob die Umsetzung gut geraten ist. Aber ich kann sagen, ob mir der Film gefallen hat. Und das hat er wahrlich. Selten kamen einem Comic-Actionhelden die lockeren Sprüche so leicht über die Lippen, da hat auch das deutsche Synchron verdammt gute Arbeit geleistet. Diesen roten Riesen schließt man schnell in sein Herz, gerade auch wegen seiner unerfüllten Liebe und seinem Umgang mit Kindern.
Der Film ist nicht blutig, dabei hätte er es durchaus sein können, aber die Klientel, die der Film anspricht, ist nun mal eindeutig unter 18, und wirklich fehlen tut es nicht.
Amüsantes Popcorn-Kino in seiner reinsten Form, mit hervorragenden Effekten und einem guten Synchron. Da wünscht man sich glatt einen zweiten Teil von.

Bewertung:
9 von 10 Punkten, ich wüsste einfach nicht, wieso ich weniger geben sollte.

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Jason goes to Hell

Inhalt:
Als gepeinigter Jason-Zuschauer, der von den ersten 5 Teilen masslos enttäuscht ist, freute ich mich über die Anfangssequenz tierisch: Jason wird von einer FBI-Spezialeinheit gestellt und getötet – und zwar auf eine Art und Weise, die die Hoffnung hochschraubt, dass er endgültig die Machete abgegeben hat.
Naja, hab ich mich wohl zu früh gefreut. Seine Überreste werden in ein Leichenschauhaus gebracht, wo sich sein noch lebendes Herz eines neuen Körpers bemächtigt. Die Metzelei geht also weiter und Jason wird im Laufe des Filmes noch einige Körper übernehmen, um seinem Ziel, durch eine Familienangehörige wiedergeboren zu werden, näher zu kommen. Jason macht sich auf den Weg, seine Schwester und seinen Neffen zu finden.

Kritik:
Bisher habe ich mich bei den Jason-Filmen masslos gelangweilt. Sternstunden waren einzig die letzte halbe Stunde des ersten Teils (so eine Art umgedrehter „PSYCHO“) und die letzten 3 Minuten des vierten Teils. Die Teile sechs, sieben und acht hab ich mir verkniffen. Warum ich mir auf einer DVD-Messe trotzdem den neunten Teil gekauft habe, kann man sich vorstellen: er ist bisher sonst nicht in Deutschland zu bekommen.
Naja, nachdem er jetzt ein paar Monate bei mir rumlag, stand das Stimmungsbarometer bei mir und meiner Freundin mal wieder auf Jason. Oder sagen wir besser: das Leidensbarometer ist soweit abgefallen, dass man den Versuch mal wieder wagen wollte.
Als erstes fiel auf, dass die Tötungsszenen in diesem Film diesmal sehr explizit sind. Es handelt sich offenbar tatsächlich um die uncut-Version (ob das auch die unrated-Version ist, wird sich herausstellen, wenn es in ein paar Monaten tatsächlich eine offizielle DVD-Veröffentlichung nach Deutschland schafft, die angeblich unrated sein soll). Zum ersten Mal ist es ohne Einschränkung erfreulich, Jason zuzusehen, vor allem aber auch, weil ich zum ersten Mal ein Motiv bei ihm entdecken kann: Selbsterhaltungstrieb.
Aber die Splatterszenen (und diesmal verdienen sie auch endlich diesen Namen) sind nicht das einzig amüsante an diesem Film. Zwischendurch hat man immer wieder das Gefühl, man bringt Jason und Michael Myers (aus HALLOWEEN) durcheinander. Oder wurde diesmal einfach nur frech geklaut?
Mitnichten, klauen kann man das nicht nennen. Sean S. Cunningham, der für den ersten „Freitag der 13.“-Film zeichnet, hat diesmal die Produzentenrolle übernommen und sich offensichtlich vorgenommen, sich bei einigen anderen Horrorfilmen zu bedanken. Es ist eine wahre Freude, die ganzen Hinweise aus anderen Filmen zu entdecken. Da taucht plötzlich das Buch des Todes aus „Tanz der Teufel“ auf, die Wegbeschreibung führt mitten im Film so ganz nebenbei hinter „das Haus der Myers“, es tauchen Namen auf wie Julia Carpenter, und schließlich wird Jason am Ende von Freddie Kruger an der sofortigen Wiederauferstehung gehindert… es macht Spaß, das alles zu beobachten und die einzelnen Versatzstücke aus anderen Filmen zu finden. Das Ganze eingebettet in einen reinrassigen und wirklich spannenden Horrorfilm, der endlich auch diesen Namen verdient. Die peinlichen Szenen halten sich in Grenzen und Langeweile kommt tatsächlich nicht auf. Da hatte man sich schon darauf eingestellt, wieder den ganzen Film über seine Witzchen zu reissen, wie es sonst bei Jason-Filmen immer der Fall war, aber nach 10 Minuten wird einem der Mund gestopft, weil man merkt, dass es da tatsächlich mal ein ernsthafter und amüsanter Film in das Jason-Universum geschafft hat.

Mist, jetzt muss ich mir die anderen Jason-Teile doch noch antun. ;-)

Sehr schlecht geraten ist leider das deutsche Synchron… Porno-Synchron nennt man sowas, wenn unerfahrene Sprecher die Hauptrollen übernehmen und man über so manch falsche Betonung hinweg hören muss. Wenn dann noch Fehlbesetzungen passieren, wie bei dem schwarzen Kopfgeldjäger mit Fistelstimme, ist das alles andere als komisch.

Wertung:
9 von 10 Punkten: ein Jason-Film MIT Story und dem Quiz-Mehrwert, der gerade Horror-Fans das Herz höher schlagen lässt hat eine so hohe Bewertung in jedem Fall verdient.

PS: Wer die ganzen Filmzitate und Fehler in Jason 9 aufgezählt sehen will, findet sie HIER .

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CONSTANTINE

Constantine (2 DVDs)
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Inhalt:
John Constantine (Keanu Reeves) ist im wahrsten Sinne des Wortes durch die Hölle gegangen. Schon als Kind hatte er die Gabe mitbekommen, Dämonen, die unter den Menschen wandeln, erkennen zu können. Seine Eltern und Ärzte schickten ihn solange durch die Psychiatrien, bis er Selbstmord begehen wollte und für zwei Minuten tot war. Zwei Minuten, die er aufgrund seiner Todsünde in der Hölle verbrachte – zwei Minuten, die solange dauern wie ein normales Leben. Seitdem versucht er sich von seiner Sünde reinzuwaschen, indem er Dämonen jagt und Exorcismen ausführt. Doch die Zeit wird knapp, er ist an Lungenkrebs im Endstadium erkrankt. Für ihn gilt es, endlich zu erkennen, was seine wirkliche Bestimmung ist. Er nimmt seinen letzten Fall an, als ihn eines Tages Angela Dodson (Rachel Weisz) kontaktiert, der er bei der Klärung des Todes ihrer Zwillingsschwester Isabel helfen soll, welche sich vom Dach der Nervenheilanstalt stürzte, in der sie einsaß. Zudem brechen immer mehr Dämonen in die Welt ein, was sie eigentlich nicht dürften. Es wird Zeit, die Regeln, denen die Welt, der Himmel und die Hölle unterliegen, ein klein wenig zu brechen.

Kritik:
Lange habe ich mich von diesem Film ferngehalten. Zu sehr wurde in der Werbung zu diesem Film darauf hingewiesen, dass er von den Matrix-Machern sei. Und nach den letzten beiden Matrix-Teilen hatte ich wahrlich keine Lust mehr auf einen Film mit undurchsichtiger Pseudo-Handlung und überladenen Effekten. Was für ein Fehler.
Natürlich kann man sich auf die Effekte in diesem Film freuen, sie sind aber keineswegs überladen oder deplaziert. Sie passen, von Anfang bis Ende, sie sind in die Story integriert und nicht einfach nur draufgeklatscht worden.
Ja, es gibt eine Story. Und was für eine. Sie ist logisch, passt zur westlichen Mystik und nimmt sich keine Freiheiten, die die Handlung irgendwie hinbiegen sollen. Die Höllenszenen sind genial gemacht und treiben einem teilweise wirklich Angst ein. Keanu Reeves füllt seine Rolle perfekt aus, und es kein wirklicher Grund da, zwischendrin an Neo zu denken.
Der Film passt, von Anfang bis Ende, von der Inszenierung bis zum Schnitt, das hätte ich wirklich nicht erwartet.
Das deutsche Synchron ist gut geraten, die Stimmen sind in Ordnung, da muss man sich auf keine Überraschungen einlassen. Einzig die teilweise undeutliche Aussprache nervt manchmal, da musste wohl schnell gearbeitet werden.

Insgesamt ein absolut sehenswerter Film, spannungsgeladen und ohne Kritik an der Kirche, die in einem Actionfilm einfach nichts zu suchen hätte. Kritik an der christlichen Religion an sich kann man hingegen durchaus entdecken, wenn man sie sucht. Aber reine Actionfans dürfte das nicht störend auffallen, dazu ist der Charakter von Constantine einfach zu gebrochen und vielschichtig. Übrigens: es lohnt sich, den Abspann durchzuhalten, dann wird auch das letzte Geheimnis gelüftet!

Wertung:
8 von 10 Punkten, geniales Popcorn-Kino mit Hirn.

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