Archiv für Januar, 2006

THE FOG (2005)

The Fog - Nebel des Grauens (Special Edition, 2 DVDs)
Original-
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Inhaltsangabe? Braucht es das wirklich? Wenn es euch so wie mir geht, dann ist das Original einer der ersten Horrorfilme, die man als Teenager (oder sogar noch davor) gesehen hat. Und obwohl das Original durchaus auch seine Längen hatte, er faszinierte ohne Gleichen. Da tat sich Horror breit, wenn der unaufhaltsame Nebel durch die Ritzen kroch und man einer Gefahr ausgesatzt wurde, die im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu greifen gewesen ist…

Naja… das war 1980, wir haben 2006, es ist die Zeit der Remakes, speziell der Horror-Remakes. Und nachdem einige davon gar nicht mal schlecht geworden sind (z.B. Texas Chainsaw Massacre) hat man sich schon irgendwie auf den neuen “The Fog” gefreut. Schade, dass der Name Carpenter aber keine Garantie mehr ist. Vorweg, für diejenigen, die nur mal schnell reinlesen wollen: der Film ist eine haarsträubende Katastrophe.

Reicht es denn nicht, einen absoluten Klassiker als Vorlage zu haben? Also dieser Produktion anscheinend nicht. Da wird aus anderen Werken gnadenlos geklaut (GEKLAUT, es wird NICHT zitiert!): eine Hauptdarstellerin hat Alpträume und hat nach dem Sex mit einem Freund das unwillkürliche Bedürfniss, ihr krankes Unterbewusstsein aufzuzeichnen. Wenn ich nun noch verrate, dass diese Szenen mit Musik unterlegt ist, die hauptsächlich auf Glocken basiert, kann man sicher leicht erraten, dass hier jemand gerne “Nightmare on Elm Street” gecovert hätte (Freddie bewahre uns davor).
In einer Szene werden Leichen gezeigt, deren Münder und Augen zugenäht sind: absolut unsinnig, das hat soviel mit “The Fog” zu tun, wie ich mit der Frauenbewegung: GAR NICHTS. Es stammt aus Strangeland, und der Film war ja schon ein geklautes lautloses blöcken der Schafe, meine Güte.
Wenn dann noch eine Leiche aufsteht, zu einer Protagonistin hingeht, ihr irgendeinen Schwachsinn sagt und wieder zusammenbricht, dann denkt man unwillkürlich, dass Romero in diesem Moment verraten wurde.

Dieser Film strotzt nur so von Allgemeinplätzen der Horror-Film-Geschichte, und um den Avantgarde-Horror-Filmen gerecht zu werden, hat man sich natürlich junge Schauspieler rausgesucht, die einem irgendwie bekannt vorkommen, aber man will sich einfach nicht erinnern, woher. Einzig bei Tom Welling erinnert man sich an die tolle Serie “Smallville”, wo er den jungen Superman gibt. Für “The Fog” hat er sich einen 3-Tage-Bart gezüchtet und spielt nicht gerade überzeugend einen Skipper - toll. Da gibt einem eine absolut unsinnige Dusch-Sex-Szene den Rest. Er (und die Schauspielerinnen in dem Film) geben ja sicherlich eine Hochglanzfigur ab, aber was hat das bitte hier zu suchen. Wer mich kennt, weiss, dass ich kein Kostverächter bin und auch gerne solche Szenen sehe, aber hier hat es mich tatsächlich mal genervt.

Zumindest ist die Musik gut, die aus dem Leuchtturm-Sender gesendet wird, das heitert auf und lenkt ein wenig von den wirklich dümmlichen Dialogen ab (warum muss es immer einen Schwarzen geben, der Sätze ablässt wie: “Ausziehen ist doof…”). Schauderhaft, ich führe das jetzt mal nicht auf das deutsche Synchron zurück, solange ich nicht das englische Original gehört habe.

Die Bildgestaltung ist ähnlich wie beim Original, was wohl auf Carpenter zurückzuführen ist. Die Ansätze bleiben aber leider stecken, werden weder ausgeführt noch in die moderne Horror-Zeit übersetzt. Was damals beim Original noch Atmosphäre ausgemacht hat und vom Hocker reissen konnte, hat in einem modernen Horror-Film einfach nichts zu suchen.

Dabei sind gerade die Nebel-Effekte aus dem Computer tatsächlich gut geraten und zeigen doch mal, warum ein Remake wirklich was hätte werden können. Die Effekte an sich wirken allesamt hervorragend und nicht überladen, da erschrickt man fast bei einer Szene mit schwebenden und schneidenden Glassplittern. Ein wirkliches Highlight in dem Film, auch wenn es wieder mal nicht zum Thema passt.

Alles in allem ist der Film kein Genuss: ständig wird man daran erinnert, dass man in einem Remake sitzt, bei dem der Regisseur einfach keine Linie gefunden hat. Da werden bisher gewinnbringende Elemente einfach zusammengeschustert, ohne dass auf den Zusammenhang geachtet wird. Klar: man wird unterhalten, aber das Original darf man dabei nicht im Kopf haben. Und wer es einmal gesehen hat, der hat es nicht vergessen, dazu war es zu eindrucksvoll.

4 von 10 Punkten: keine vergeudete Zeit, aber ein Genuss sieht ganz anders aus.

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Blog-UPDATE und neue Adresse

Es ist vollbracht. :-) Ich habe heute mein Wordpress-Blog (also dieses hier) auf die neue Version 2.0 upgedated. Davon sieht man als User erstmal nicht viel, im Hintergrund sind aber einige Bugs verschwunden. Ausserdem funktionieren jetzt auch die RSS-Streams, wer sie denn benutzen will. :-)

Und noch etwas dürfte euch auffallen. “Sinarius’ Movie Blog” hat eine neue Adresse und befindet sich auf dem Webspace von www.sinarius.de. Die alten Links, die auch in der OFDB eingetragen sind, funktionieren aber ohne Einschränkung weiter, sie werden verlustfrei auf diese Seite weitergeleitet (JA, auch die Direktlinks zu den einzelnen Artikeln, ich bin ja schliesslich fleissig). :-)

Viel Spaß weiterhin mit meinem Movie-Blog. Ihr könnt übrigens ruhig mal mehr Kommentare schreiben. Der erste Kommentar muss von mir freigeschaltet werden, bevor er zu sehen ist, danach sind eure Kommentare sofort online.

Liebe Grüsse, lasst es euch gut gehen,
Euer
Sinarius :-)

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DAWN OF THE DEAD (2005) - Directors Cut

Dawn of the Dead - Director\'s Cut (FSK 18)
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Die Welt wird von einer Seuche heimgesucht, die kürzlich Verstorbene wieder zum Leben erweckt und zu Menschenfleisch-suchenden Zombies macht.
Ein Gruppe von Menschen versucht sich in ein Kaufhaus zu retten. Dort finden die unter Menschen üblichen Rivalitätsspielchen statt und man schmiedet einen Plan, wie man den Zombies, die sich vor dem Einkaufszentrum zusammenrotten, entkommen könnte.”Zombies im Kaufhaus” - in den 80ern war man froh, wenn man von Romeros zweitem Teil seiner Zombie-Reihe eine schlechte VHS-Kopie hatte. Viele sind heute noch froh, der Film ist ungeschnitten immer noch beschlagnahmt in Deutschland. Von kaum einem Film gibt es mehr Schnittfassungen, als von Dawn. Von Cut-Versionen, die der Altersbeschränkung wegen durchgeführt wurden mal abgesehen, bleiben drei bekannte Cuts übrig: der Romero-Cut, der Argento-Cut, und der unsägliche Krekel-Euro-Cut, in dem alles zu finden ist, was jemals als “Dawn of the Dead” rausgegeben wurde, womit dies die längste und ausführlichste Fassung überhaupt ist - aber halt auch die zäheste. Da ich nur diese habe, muss ich gestehen: ich habe den Film noch nie an einem Stück gesehen, weil ich immer dabei eingepennt bin.

Die Welt wird von einer Seuche heimgesucht, die kürzlich Verstorbene wieder zum Leben erweckt und zu Menschenfleisch-suchenden Zombies macht.Ein Gruppe von Menschen versucht sich in ein Kaufhaus zu retten. Dort finden die unter Menschen üblichen Rivalitätsspielchen statt und man schmiedet einen Plan, wie man den Zombies, die sich vor dem Einkaufszentrum zusammenrotten, entkommen könnte.”Zombies im Kaufhaus” - in den 80ern war man froh, wenn man von Romeros zweitem Teil seiner Zombie-Reihe eine schlechte VHS-Kopie hatte. Viele sind heute noch froh, der Film ist ungeschnitten immer noch beschlagnahmt in Deutschland. Von kaum einem Film gibt es mehr Schnittfassungen, als von Dawn. Von Cut-Versionen, die der Altersbeschränkung wegen durchgeführt wurden mal abgesehen, bleiben drei bekannte Cuts übrig: der Romero-Cut, der Argento-Cut, und der unsägliche Krekel-Euro-Cut, in dem alles zu finden ist, was jemals als “Dawn of the Dead” rausgegeben wurde, womit dies die längste und ausführlichste Fassung überhaupt ist - aber halt auch die zäheste. Da ich nur diese habe, muss ich gestehen: ich habe den Film noch nie an einem Stück gesehen, weil ich immer dabei eingepennt bin.Von dem Remake, um das es hier geht, wird immer wieder gesagt, es sei eigentlich nur ein guter Zombie-Film mit einem bekannten Namen, habe aber mit dem Original nicht viel gemeinsam. Ich kann das nicht ganz nachvollziehen, die Handlung vollzieht sich hauptsächlich im Kaufhaus, die Grundstrukturen sind vom Original einwandfrei übernommen. Klar, es sind ganz andere Figuren, aber die Grundstruktur ist da, die einzelnen Charaktere und ihre Geschichten sind sogar psychologisch um einiges besser ausgearbeitet, besonders die Geschichte um das Pärchen, *!!!SPOILER ANFANG!!!*bei dem die Frau schwanger ist, gebissen wird, der Ehemann dies vertuscht, nach der Geburt neben seiner toten Frau mit einem Zombiebaby im Arm da steht, selbst gerichtet wird, und dann die Krankschwester in der Truppe als einzige den Nerv hat, auch das Zombie-Baby zu töten. Ausgerechnet die Frau, die sich dem Leben-retten verpflichtet hat. Einer der stärksten Momente im Film. *!!!SPOILER-ENDE!!!*

Ein weiterer häufiger Kritikpunkt sind die rennenden Zombies. Dies sei ja eigentlich nicht mehr möglich, da die Zombies nichts mehr im Kopf hätten ausser ihren Lebenserhaltungstrieb. Zombie-Philosophie nenne ich sowas immer, ich halte es nämlich für Blödsinn. Rennende Zombies waren schon in “28 Days later” ein Kritikpunkt, weswegen viele Horrorfans diesen Film gar nicht als Zombie-Film durchgehen liessen.

Tatsache ist aber, dass die verdammt schnell gewordenen Zombies viel gefährlicher und furchterregender sind - und das ist mir wichtiger, als die alte Vorstellung von tumben Zombies. Hier möchte man wirklich nicht in der Haut der Akteure stecken. Wenn man es genau bedenkt, hat man das Gefühl, die Zombies verhalten sich wie eine Klapperschlange, die in jeder Sekunde zubeissen kann.

Spannend ist der Film von vorne bis hinten, die KJ-Freigabe geht in jedem Fall in Ordnung, der Film ist wirklich blutig und hat ein paar sehr schöne Splattereffekte. Die Stärke bei diesem Film liegt aber eindeutig darin, dass er sich nicht auf diese Effekte verlässt. Auch im Remake wird viel geredet, aber es wirkt nie ermüdend, wie im Original (Krekel-Fassung), es besteht wahrlich keine Gefahr zum einschlafen. ;-)

Ohne Einschränkung empfehlenswert. Nachdem ich die Punkte-Schraube aber mal wieder anziehen muss, um nach oben hin Luft zu haben (es gab zu viele 10er-Bewertungen in letzter Zeit bei mir, das werd ich wohl mal korrigieren), geh ich mal wieder ins alte Raster und gebe dem Film 8 von 10 Punkten.

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AUCH EIN SHERIFF BRAUCHT MAL HILFE

Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe
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Jason McCullough ist unbeirrbar auf dem Weg nach Australien, wo es noch echte Herausforderungen für Pioniere gibt. Er kommt durch das Goldgräberstädtchen Calendar durch, wo man wirkliche Probleme hat. Danby terrorisiert mit seinen Söhnen die Stadt und bescherte den bisherigen Sheriffs nur eine geringe Lebenserwartung. der gewiefte McCollough braucht aber Geld… und der Job des Sheriffs ist gerade mal wieder frei…

Eine klassische Westernkomödie mit James Garner, Harry Morgan, Jack Elam und einigen anderen Stars aus der Szene. Kein Klamauk, aber auch kein lauer Tingeltangel wurde da produziert, als der amerikanische Western eigentlich am Boden lag und vor Sergio Leone krauchte.

Man kann richtig gut lachen und sich auch nach dem 10. Mal ansehen immer wieder aufs Neue köstlich amüsieren. Ein absoluter Evergreen.

10 von 10 Punkten.

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SHAUN OF THE DEAD

Shaun Of The Dead
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Ein genialer Horror-Comedy-Zombie-Streifen.

Die Geschichte ist eigentlich wie immer: die Welt wird von einer Seuche heimgesucht, die kürzlich Verstorbene wieder auferstehen und nach Menschenfleisch lechzen lässt. Da muss man erstmal gaaaanz scharf nachdenken, wie man solche Biester töten kan. Und weil man sich in der Realität befindet, ist das böse Wort mit “Z” natürlich absolut tabu, hört sich einfach zu billig an…
Um sich vor den Massen an Zombies zu schützen, begeben sich Shaun und einige andere an den einzigen sicheren Ort, den sie kennen: ihre Stammkneipe.

Dass sowas tatsächlich mal den Weg in die Kinos geschafft hat, ist faszinierend. Für die FSK16 sind einige anständige Splatter-Szenen drin. Der Film ist dennoch als ernsthafter Zombie-Streifen anzusehen, denn er nimmt nicht das Genre an sich auf die Schippe.
Auch der sozialkritische Aspekt aus den frühen Zombie-Filmen z.B. eines Romeros kommt wieder vor. Diesmal zum Glück nicht wieder so ein Pseudo-Zeugs wie Umwelt, sondern tatsächlich sozialkritisch: die Stadt ist von Zombies schon überrannt, da geht Shaun noch fürs Frühstück einkaufen und bemerkt nichts… und hebt sich auch nicht sonderlich von den Zombies ab… NOCH nicht. ;-)

Eine schöne Mischung aus Horror, Romantik, Comedy… ach ja, was könnte es nicht für herrliche Filme geben, wenn es mehr solche Leute gäbe, wie die Macher dieses Films, die ihre Phantasie frei flottierend spielen lassen. :-)

Die DVD, die es momentan für €7,99 im Penny gibt, ist uncut und hat eine Menge Bonus drauf, der es absolut wert ist begutachtet zu werden. Make-Up-Tests, SFX-Beschreibungen, eine Zeitkapsel der Produzenten… eine wahre Freude. :-)

10 von 10 Punkten. (Und so langsam frag ich mich, ob ich mit der Punktevergabe nicht mal wieder etwas strenger werden muss…) ;-)

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RIDDICK - CHRONIKEN EINES KRIEGERS

Riddick - Chroniken eines Kriegers (Director\'s Cut, 2 DVDs)
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Inhalt:
Auf Riddick ist ein Kopfgeld ausgesetzt. Um dieses los zu werden, sucht er diejenigen, die das Kopfgeld ausgesetzt haben. Diese haben genau darauf spekuliert, Riddick ist nämlich der letzte seiner Art (welcher Art auch immer) und die einzige Hoffnung für mehrere Welten (warum auch immer).

Kritik:
Bezeichnend, dass ich ausgerechnet zu diesem Film eine Inhaltsangabe schreibe, was ich ja sonst nie mache. Vielleicht, weil man den Inhalt tatsächlich in zwei Sätzen niederschreiben kann? Und selbst dann die zwei Sätze noch mehr bringen, als der ganze Film?
In der Tat ist der Inhalt dürftig, wenn nicht gar langweilig. Er ist zusammengeklaut aus einigen SF-Filmen, zusammengeschustert und überhaupt nicht wichtig. Wer sich diesen Film anschaut, dann einzig wegen der wirklich sehenswerten Effekte. Mir persönlich bringen Effekte ohne Sinn aber nichts, deswegen haben mir Matrix 2 und 3 schon nicht besonders gefallen. CGI-Animationsorgien kann ich auch in STAR WARS betrachten, da hab ich allerdings auch Spaß dran, weil das drumherum stimmt. Vor allem mit Hinblick darauf, die wilden Gemetzel in vollkommener Sinnlosigkeit fast 2 Stunden ertragen zu müssen, hab ich den Film nach 38 Minuten abgebrochen. Wiederholungstat fast ausgeschlossen, höchstens, wenn ich mal Video- oder Tonequipment testen will. Aber auch dafür gibt es andere Referenzen.

Warum sich Vin Diesel, der mir sowohl in “Triple-XXX” als auch in “The Fast and the Furious” gefallen hat (und den ich keineswegs als schauspielerisch minderbemittelt einschätze), für so einen Müll hergibt, werde ich nie verstehen. Und dass es von diesem “Film” auch noch eine 14 Minuten längere Spezial-Version gibt, grenzt fast schon an Körperverletzung.

Trotz hervorragender Effekte bekommt dieser Film von mir nur 1 von 10 Punkten. Ist schon Jahre her, dass ICH mich nicht durch einen Film beissen konnte und ihn abgebrochen hab.

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THE SUNSHINE BOYS mit Woody Allen und Peter Falk

The Sunshine Boys
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Ein ehemaliges Komiker-Duo soll nach 8 Jahren Trennung wieder zusammen in einem Film auftreten. So sehr sich ihre Umwelt aber auch bemüht, die beiden streiten sich nach kürzester Zeit wieder, und das obwohl jeder vom anderen insgeheim rein fachlich gesehen nur das Beste hält.

Das Theaterstück “The Sunshine-Boys”, auf deutsch meistens “Sunny Boys”, von Neil Simon wurde ja schon häufiger verfilmt. Zum ersten mal wohl 1975 mit Walther Matthau und George Burns. Neil Simon ist ein Grossmeister der Comedy, es gibt wohl keinen Autor, der sich mit Komik beschäftigt, und nicht zumindest ein Lehrbuch von Neil Simon gelesen hat.

Eine deusche Version gibt es übrigens auch: mit Dieter Hildebrandt und Werner Schneider, eigentlich ein Mitschnitt einer Theateraufführung. Wer diese Version mal im TV entdeckt, dem kann ich nur empfehlen, sich das nicht entgehen zu lassen.

Die Gags in “The Sunshine Boys” sind zeitlos, in dieser Version von 1995 mit Woody Allen und Peter Falk sind sie aber sogar noch ein wenig aufgefrischt worden, was wohl Woody Allen zuzuschreiben ist, der, bevor er berühmt wurde, ja Gagautor für viele Komiker gewesen ist. Woody Allen mal in einem nicht von ihm selbst geschriebenen Stoff als alten vor-senilen Komiker Al Lewis zu erleben und als Gegenpart Peter “Columbo” Falk als hervorragend grantelnden Willy Clark - das ist schon einmalig. Vor allem zeigt es auch, was für gute Schauspieler die beiden wirklich sind, sind sie doch sonst so oft in ihren eigenen Klischees gefangen, zumindest in den Köpfen der Zuschauer. Beide füllen ihre Rollen aus und geben ihnen sogar noch mehr, als im Original vorgesehen ist. Eine Augenweide und ein Angriff auf die Lachmuskeln.

Dass da noch Sarah Jessica Parker (”Sex and the City”) als Willys Nichte mitspielt und Whoopie Goldberg einen wunderbaren Gastauftritt hat, ist das Sahnehäubchen.

10 von 10 Punkten. Sowohl wegen dem zeitlosen Stoff, wegen der hervorragenden Schauspieler, als auch wegen der unauffällig aufgefrischten Dialoge.

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CATWOMAN

Catwoman
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Ich hab ja mal geschworen, für die CATWOMAN-Verfilmung nie auch nur einen Cent auszugeben. Ich fand es unmöglich, dass Catwoman nicht wieder von Michelle Pfeiffer gespielt wurde und stattdessen Halle “Heulsuse” Berry genommen wurde, die, seit sie die erste schwarze Oskarpreisträgerin geworden ist, seltsame Allüren an den Tag legt.

Naja, ich bin mit einer sehr geringen Erwartungshaltung an den Film gegangen. Ich sehe Halle Berry mit langen gelockten Haaren, den hellen Teint vom Regisseur noch mehr überstrahlt; dass eine Schwarze Catwoman spielt, fällt zu Beginn nicht auf, und später interessiert es nicht mehr.
Der Plot wird stringent und sehr pointiert erzählt (fast ein wenig zu schnell zu Beginn), das Filmdesign ist hervorragend, die Effekte sind richtig gut. Das negativste ist die CGI-Katze, die die Katze Midnight in der Wiedererweckungsszene von Catwoman “doubelt”. Anders kann man es nicht ausdrücken. Eine reale Katze für eine Szene mit einer CGI-Katze zu ersetzen ist einfach zu auffällig.

Aber das wars auch schon… an negativem. “So eine Scheiße…” dachte ich mittendrin. “Dieser Film ist richtig geil…”.

Ist er wirklich, Halle Berry spielt Catwoman hervorragend (schade, dass sie mitten im Film ihre Haare kurz schneidet, da verliert sie ein wenig), ihr “Katzengang”, ihre Katzen-Gestik… ja, sie macht das wirklich hervorragend.

Den grössten Unterschied zwischen Pfeiffers Catwoman und Berrys Catwoman sehe ich darin, dass Pfeiffers Catwoman im Batman-Film ein menschlicher Charakter war und BLIEB. Sie hatte nicht plötzlich übermenschliche Superkräfte. Berrys Catwoman hingegen springt in der Gegend herum und krabbelt Wände hoch a la Spiderman. Ob dies den Comics näher kommt, kann ich nicht sagen. Im Film hat es mich “aufhorchen” lassen, weil ich den Vergleich zur Batman-Catwoman gesucht habe, aber gestört hat es mich nicht.
Einen kleinen Seitenhieb gibt es übrigens: “Sie sind nicht die erste, die Midnight mit ihren Kräften ausstattet.” wird da fast beiläufig erwähnt, und man wartet fast darauf, dass mal zufällig ein Bild von Michelle Pfeiffer auf den Boden fällt neben den ganzen anderen Fotos von Katzenfrauen aus den Jahrhunderten.

Specialeffects: hervorragend und unterhaltend.
Filmdesign: genau mein Ding! Der urbane Flair ist wirklich gut gelungen.
Sound: Klasse!

10 von 10 Punkten. Weil ich einfach keinen Grund für einen Punktabzug finde.

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