Archiv für Dezember, 2005

Meine Aisha ist tot

Aisha

Der liebste Hund der Welt, der schönste und gutmütigste, der, der jedem, der ihn kannte, Freude bereitete und von jedem sofort ins Herz geschlossen wurde, ist gestorben.

Meine liebe Aisha, du hinterlässt eine Lücke, die nicht zu schliessen ist, ich hoffe, dass Dein Tod nach erfolgreicher OP einen Sinn hatte, und sei es nur, dass Dir weitere Schmerzen erspart wurden. Ich und Dein Fressherrchen werden Dich nie vergessen. Du wirst immer bei uns sein.

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RAUMPATROUILLE ORION - RÜCKSTURZ INS KINO 2003

Raumpatrouille Orion - Alphabox, Folgen 01-07 + Producer\'s Cut 2003 \
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Der Film ist ein Zusammenschnitt aus verschiedenen Folgen der Serie von 1968. Rausgelassen wurden zum Glück die ganzen elendig langweiligen Politik-Szenen, die jede Folge zu einer langatmigen Schlaftablette gemacht haben. Es wurden etwa vier Folgen zusammengefasst. Die Handlungsstränge, die aus Zeitgründen verkürzt wurden, wurden in nachgedrehten Nachrichtenszenen erzählt. “Alles wird galaktisch gut.”
Naja, man merkt, da wurde eine durchaus ernst gemeinte Serie von sich selbst aufs Korn genommen. Der Zusammenschnitt selbst ist manchmal ein wenig holprig, aber wer sonst, ausser Fans, würde sich das auch im Kino ansehen, und die kommen in jedem Fall mit. Das erste Mal übrigens, dass mir Ben Beckers Stimme tatsächlich gefallen hat, er hat die Einführungssätze gesprochen.

Hervorzuheben ist die geniale Soundabmischung in 5.1. Da wurde ganze Arbeit geleistet, die Explosionen, die Geräusche im Raumschiff… so viel Surround wünscht man sich bei allen Filmen. Satt und knackig mit Subbässen, die jeden Gabba-Fan die Tränen in die Augen treiben. Die Musik selber wurde unaufdringlich aufgepeppt. So unauffällig, dass es kaum auffällt, man aber eben gerade so nicht daran erinnert wird, man es aber auch keinesfalls vergisst, dass die Originalmusik aus den 60ern stammt - was denn, mein letzter Satz soll Blödsinn sein? Dann hört mal rein. ;-)

Der Film ist kurzweilig und die kleinen Nebengags tatsächlich nicht peinlich. Nicht mal, wenn plötzlich in einem intergalaktischen Werbespot das TV Spielfilm - Logo auftaucht (TVSpielfilm ist eine Fernsehzeitung, die sich bei mir den Ruf erworben hat, die am schlechtesten recherchierten und ungerechtesten Filmrezensionen zu schreiben, weswegen ICH mir immer die TVMovie kaufe, die mir manchmal ein wenig besser passt… aber naja, jedem das seine). Jedenfalls scheint die TVSpielfilm hier mitproduziert zu haben.

Schade, dass die Idee, die Orion-Crew nochmal zusammenzutrommeln und einen neuen Teil drehen zu lassen, nie verwirklicht wurde. Interessant ist, dass es hier schon einen kleinen Hinweis auf (T)raumschiff Surprise - Periode 1 gegeben hat, da wurde wohl gerade parallel produziert und zusammen abgerockt.

8 von 10 Punkten, wegen dem gereinigten Kultcharakter (man kann das von Orion geniessen, was einem gefällt und kann darauf verzichten, was einen genervt hat) und vor allem wegen dem wirklich geilen Sound.

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HÜGEL DER BLUTIGEN STIEFEL

Die DVD zu diesem Spencer/Hill-Italo-Western ist genial geworden. 3 Schnittfassungen (International, Comedy [”Zwei hauen auf den Putz”] und Integral), 3 Synchronfassungen (neben der englischen Sprachspur und der “Comedy”-Fassung auch die ernsthaftere DDR-Fassung) und die Super8-Version. SO wünscht man sich einen Italo auf DVD! Gerade die sogenannten Comedy-Brandt-Fassungen gehen einen ab und an ganz schön auf den vom Schiesspulver versengten Senkel, da möchte man dem guten Rainer ab und an wirklich eine vor dem Latz hauen, dass sein Schwein pfeift.

Aber im Ernst, Rainer Brandt hat oftmals hervorragende Synchronarbeit geleistet, nur bei den 70er Italowestern hat er es zu oft übertrieben, wohl aus der Not heraus, aus knallharten Western einen FSK12-gerechten Film machen zu müssen. Da finde ich die Idee, die DDR-Fassung herauszukramen schon mehr als genial, so hat man eben beides.

Schade, dass es sich ausgerechnet bei diesem Film eigentlich gar nicht gelohnt hat, er ist wirklich einer der schlechtesten Spencer/Hill-Western, die ich je gesehn habe, gerade bei diesem Film ist jeder Schnitt und jeder draufgepackte Gag eine Verbesserung.

Trotz des miesen Films eine Empfehlung, weil einem durch diese hervorragende DVD-Edition mal ein Einblick in die schauderhaften Italo-Synchron-Abgründe der 70er geboten wird. Und einem auch bewusst wird, wie gut doch auch das DDR-Synchron war.

Film: 5 von 10 Punkten, aber nur wegen absolut kultverdächtiger Schauspieler
DVD-Edition: 10 von 10 Punkten, mehr kann man einfach nicht erwarten

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DAS JESUS-VIDEO

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Ein hochwertig produzierter deutscher TV-Zweiteiler von 2002 mit Naike Rivelli (der Tochter von Ornella Muti), Matthias Koeberlin, Hans Diel, Manou Lubowski…
Von Naike Rivelli mal abgesehen (die lange nach Fertigstellung des Filmes erst mit Manou Lubowski zusammenkam und deren Kurzehe absolviert hat) sind die jungen Schauspieler in diesem Film nicht jedem bekannt, der sich nicht auf ARD-Liebesfilme, deutsche Krimis oder Nachmittagsserien spezialisiert hat. Was aber nichts heissen soll, die Schauspieler sind (zumindest diesmal) klasse (da zeigt sich halt, was eine gute Regie vollbringen kann, bzw. was eine schlechte Regie versauen kann), der Film ist sehr spannend inszeniert, keineswegs frei von Klischees, aber auch nicht damit zugepflastert. Beim Thema “Zeitreise” hätte man sich tatsächlich viel Schlimmeres vorstellen können - diesmal ist es aber sogar gelungen, durchweg logisch zu bleiben.
Besonders hervorzuheben ist das sehr starke Ende, ist das doch ein Punkt, an dem viele deutsche Produktionen kranken. Wenn man sich beide Teile am Stück ansieht, hat man 3 Stunden Action vor sich, die einem wie solide 100 Minuten vorkommen, der Film ist tatsächlich kurzweilig und kein bischen verkopft. MEHR DAVON!

8 von 10 Punkten.

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DER EXORZISMUS DER EMILY ROSE

Ein genialer und knallharter Gerichtsthriller mit Schockerelementen. Man will es dem Titel zuerst nicht abnehmen, aber dieser Film ist tatsächlich von der ersten bis zur letzten Sekunde spannend und sorgt für einige anständige Zusammenzuck-Momente (weswegen ich auch die Rubrik HORROR mit reingenommen habe).
Besonders schockierend ist, dass der Film auf einer wahren Begebenheit aus den 80ern (?) beruht, die sich in Bayern zugetragen haben sollen. Sobald ich mehr zu den wahren Begebenheiten weiss, werd ich diese Mini-Review mal ausweiten.
Seltsamerweise musste nicht nur ich immer wieder an “Das Schweigen der Lämmer” denken, Jodie Foster hätte auch sehr gut in die Hauptrolle gepasst - was nun nicht bedeuten soll, dass die Hauptdarstellerin ihre Rolle nicht ausgefüllt hätte, ganz im Gegenteil. ALLE Schauspieler haben ihre Rolle ausgefüllt, ich habe schon lange kein so stimmiges Ensemble mehr erlebt. Aber der Vergleich hilft, den Film einzuordnen, denn Gerichtsthriller sind nicht jedermanns Sache.

Eine gelungene Mischung aus Thriller und Horror, einer der besten Filme gegen Ende des Jahres 2005, wenn nicht sogar DER Beste.

10 von 10 Punkten, denn ich kann seit langem (eigentlich seit STAR WARS III) an einem Film GAR NICHTS aussetzen.

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HARRY POTTER UND DER FEUERKELCH

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Den Inhalt spar ich mir, man kann ihn millionenfach im Internet nachlesen.

Der vierte Teil im Kino, und das nur ein paar Monate, nachdem der sechste Teil als Buch rausgekommen ist. Es ist das erste Mal, dass Buch und Film im selben Jahr erscheinen, was auf eine schnellere Produktion beim Film hinweist. Und so was tut der Qualität ja bekanntlich nicht gut.
Um es vorweg zu nehmen: der Film ist SCHLECHT! Und das sagt ein Potter-Fan, sowohl von den Büchern, als auch von den bisherigen Filmen. Aber bei dem vierten Potter-Film wurde ein großer Fehler gemacht: Mike Newell.

War der Regisseur bei „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ dem Stoff gewachsen, hat er bei Potter IV absolut versagt.
Dem Drehbuchautor kann man hier keinen Vorwurf machen, der hat schon in den ersten drei Teilen bewiesen, dass er es kann. Newell war es, der die Idee des Studios, den Film in zwei Teilen zu drehen, abgewürgt hat und meinte, er könne die Geschichte straffen.

STRAFFEN!!! Was rausgekommen ist, sieht aus, wie ein zusammengewürfelter Teaser zum Buch. Wichtige, absolut notwendige Bestandteile sind weggelassen worden. Die gesamte, für alle Bücher zum Standard gewordene, erste Szene bei den Dursleys ist absolut gestrichen. Das Highlight für alle Quidditch-Fans, die Weltmeisterschaft – gestrichen. Die Weiterführung des Plots um die Hauselfen, die ganze Geschichte um Winky, die sich in Dobby verliebt – gestrichen.
Stattdessen wird nach dem Tournier nicht Winky, die mit Potters Zauberstab in der Hand erwischt wird, verdächtigt, nein, Potter und seine Freunde werden vom Ministerium bedroht.

Und so geht es weiter mit der Subplot-Vernichtung, um den Film auf knappe 2:30 zu bringen.

Da passieren dann solche Schnitzer wie eine doppelte Szene beim Weihnachtsball, bei der mehr als offensichtlich eine Szene klein geschnitten wurde.

Dunkler und düsterer wurde der Film? NATÜRLICH wurde er dunkler und düsterer, Newell konnte ja zum Glück kein vollkommen neues Buch schreiben, nur weil man ihm gestattet hat, Rowlings Werk zu verstümmeln.
Dass er die gesamte Gegend um Hogwarts herum verändert, und zwar im Vergleich zu den letzten FILMEN verändert, ist schier Stumpfsinn… da hat irgendjemand „Herr der Ringe“ nachmachen wollen, oder für Narnya, oder wie das heißt, geprobt.

Die drei Aufgaben des Trimagischen Turniers werden aneinandergereiht, dramaturgisch so gefühlvoll, wie die einzelnen Geschichten in einer billigen Porno-Produktion. Da kann einen das fantastische Duell mit dem Drachen nur wenig trösten. Die Unterwasserszene, zugegebenermaßen tatsächlich mal so gruselig umgesetzt, wie es das Buch vorgibt, ist auch ein Highlight. Effektmässig gibt es eh nichts zu meckern in dem Film, da sieht man nichts Neues, aber das muss ja auch nicht sein, die Effekte passen zur Geschichte und wurden hervorragend umgesetzt (im Gegensatz zum Drehbuch und zur Regie).

Das Finale: die Wiederauferstehung Voldemorts. DER HÖHEPUNKT DES FILMES! Zugegebenermaßen wurde der Film in den letzten 20 Minuten doch ein wenig spannender. Allerdings konnte er auch kaum noch mehr abflachen. Sicher nicht kindgerecht war die Szene, sie war düster, dunkel, gefährlich, gruselig, sogar ein wenig splatterig – und dennoch enttäuschend irgendwie, weil ausgerechnet da die Schnitte langsamer wurden, um ein paar billige Blitzeffekte länger aufleuchten lassen zu können. So viel Unfähigkeit bei einem Regisseur hab ich noch nicht erlebt. Voldemort wurde von Ralph Fiennes faszinierend böse gespielt. Irgendwie war man an dieser Stelle des Films – vor allem als Leser des Buches – schon so tief in der Depression, dass man Fiennes und die Szene kaum genießen konnte.
Die bekannten Nebenrollen wie Hagrid, Malfoy, Snape… dass man sie überhaupt zu Gesicht bekam ist ein kleines Wunder. Wurmschwanz hatte eine größere Rolle, als alle drei zusammen!

Die Kostüme!!!! Meine Güte, die Kostüme!!!!!! Bei der Weihnachtsparty stehen da Mädchen im Cocktailkleidchen, bei der Weltmeisterschaft und beim Trimagischen Turnier sind die Zuschauer in Goretex gekleidet… um Hogwarts Willen, welches Arschloch ist dafür verantwortlich???

Frau Rowling täte gut daran, ab und an mal wieder die Feder weg zu legen und an das Set zu fahren, um nach dem Rechten zu sehen, sonst kann ich prophezeien, dass die nächsten Teile so ein Fiasko werden, dass die Realisierung des letzten Teiles fragwürdig erscheint.

Zum Guten in dem Film: die drei Hauptdarsteller, auch wenn ihre Rollen auseinandergerissen wurden, sind ausnahmslos hervorragend und spielen von Film zu Film besser. DIE Figuren, die ausführlich gezeigt wurden, sind allesamt gut besetzt um umgesetzt, ich denke da an Mad Eye Moody, Longbottom, Fleur und an einige andere…

Wie andere Rezensenten den Humor in Newells Film loben können, wie sie loben können, dass das Bonbon-hafte der ersten Teile weg ist… ich versteh es nicht. Die Bücher sind darauf ausgelegt, von mal zu mal aus der heilen Bonbon-Welt eine düstere Endzeit-Vision zu machen, und Newell hat in diesem Teil mehr, als es in dem Buch schon der Fall gewesen ist, auf das Ende gezeigt. Und das ist eben der Fehler gewesen. Was im Buch angedeutet wird, aber bei weitem noch nicht gezeigt wurde, hat in der Filmumsetzung nichts zu suchen, auch wenn man es aus dem neuen Roman schon kennt. DAS umzusetzen ist die Aufgabe der Regisseure der nächsten Teile… und da die Produktion noch einen Schimmer Hirn hat, heißt der Regisseur sicher nicht mehr Newell, der nur genommen wurde, weil Cuaron noch mit dem letzten Teil von Potter beschäftigt war. In der Preproduction des nächsten Teils führt zumindest Davis Yates Regie, mal sehen, was da raus kommt. Ich befürchte aber, dass man an die Romanumsetzung vom ersten Teil nie wieder ran kommen wird. Schade drum.

Effekte: 7 von 10 – nichts aussergewöhnliches, aber auch nichts schlechtes.
Schauspieler: 9 von 10 – jeder wird seiner Rolle mehr als gerecht, hervorragend.
Regie: 1 von 10 – immerhin war er am Set, also kann man dem keine Null geben.

Film insgesamt: 3 von 10. Absolut enttäuschend, vor allem für Leser der Romane. Für die anderen, die die Bücher nicht kennen, ist der Film gerade noch erträglich durch das relativ starke Ende.

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STAR WARS III - Die DVD-Review

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Ich hab ja bei meinem Kinobesuch zu Star Wars schon einen langen Bericht geschrieben. Hier noch ein kleiner Nachtrag zur neu erschienenen DVD.

Im Gegensatz zum Kino ist das Bild auf der DVD natürlich knackscharf (da ärgert man sich, dass man damals das Geld nicht zurückverlangt hat). Sowohl Bild als auch Sound sind für mich das Beste, was ich seit langem auf einer DVD erlebt habe, die absolute Referenz für mich. Da macht ein Dolby-System mal wieder richtig Spaß.

Aber noch etwas fällt auf. Durch das kleinere TV-Bild wird man von den Schlachtszenen nicht dermassen erschlagen, wie im Kino, man kan dem Ganzen BESSER folgen. Die Bonus-DVD ist interessant, einziger Negativ-Punkt ist, dass die Teaser nicht auch auf deutsch vorhanden sind und die Featurettes und Dokumentationen, als auch die sechs entfallenen Szenen (allesamt SEHR interessant) nur mit Untertiteln versehen sind. Man sollte meinen, dass genug Geld vorhanden ist, um für Dokumentationen ein deutsches Voice-Over und für die entfallenen Szenen eine Nachsynchro zu erstellen.

Gerade bei den Dokumentationen geht viel verloren. Entweder man sieht sie sich mehr als einmal an, damit man weiss um was es geht und man die Untertitel ausschalten kann, um sich auch mal auf das Bild zu konzentrieren. Die Untertitel laufen naturgemäß so schnell ab, dass man ausser zum lesen zu kaum was anderes kommt und das Interessante, das Bild nämlich, kaum wahrnimmt. Da helfen nur sehr gute Englisch-Kenntnisse oder eben mehrfaches ansehen oder hin- und herspulen.

Ansonsten ist die DVD natürlich ein MUST-HAVE, und wie gesagt, abgesehen vom ausserordentlich gelungenem (vorläufigen) Finale der Star-Wars-Saga, auch technisch DIE momentane Referenz.

Bild: 10 von 10 Punkten (Referenz)
Ton: 10 von 10 Punkten (Referenz, wen wunderts…)
DVD insgesamt: 8 von 10 Punkten wegen der genannten Kritikpunkte (die DVD ist teuer genug und mit Star Wars wurde genug Geld verdient, dass man dem deutschen Vertrieb so eine Geldschneiderei nicht durchgehen lassen darf.)

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