Archiv für August, 2005

DIE RECHNUNG WIRD MIT BLEI BEZAHLT

Die Rechnung wird mit Blei bezahlt
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Und wieder ein Italo-Western. Auf Kabel 1 aufgenommen, aber uncut.

Inhalt von der ofdb:

“Bill wird Zeuge, wie eine Gruppe von Banditen seine Eltern und seine Schwester ermorden. Er vergisst die Verantwortlichen nie und ist seither auf der Suche nach ihnen. Auch der geheimnisvolle Ryan ist hinter den Banditen her: Er wurde von ihnen verraten und büßte 15 Jahre im Zuchthaus. So unterschiedlich ihre Motive sind, das Verlangen nach Rache ist bei Beiden unersättlich.”

Ein klasse Lee van Cleef, eine tolle Story, hervorragende Schiesskünste und keine dümmlichen Synchron-Dialoge… knallharter Italo-Western. Also ich bin rundherum zufrieden. :-)

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SARTANA - NOCH WARM UND SCHON SAND DRAUF

Sartana - Noch warm und schon Sand drauf
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Ein Italo-Western wieder mal. Eine Aufnahme, die ich irgendwann mal auf Kabel1 gemacht habe, somit also die um 10 Sekunden gekürzte Version.

Es ist ein Italo-Western, ja. Und wie viele von denen wurde dieser von Rainer Brandt durch die Synchron-Mangel gedreht. Der Film dürfte wirklich hart gewesen sein, vor dem Synchron. Danach war er zumindest amüsant, gegen Ende hat es Brandt wieder mal übertrieben. Man sollte wirklich so langsam neue Synchros von den Filmen anfertigen, die alten zwar nicht wegwerfen, aber halt nur als Comedy-Bonus mit auf die DVDs packen.
Es ist ein Low-Budget-Italo der recht bekannt und begehrt ist, warum, das weiss der Himmel. Vielleicht findet sich die Antwort in den fehlenden 10 Sekunden. Dieser Film ist beileibe nicht so schlecht, wie manch anderer Italo - aber auch weit entfernt von den Kultfilmen eines Leone. Aber Synchro hin, Dramaturgie her: der Film ist sehenswert und an einigen Stellen kann man dank Brandt herzhaft lachen. Was will man mehr?

Öhm… eine weitere, ernsthafte Tonfassung, klar, aber sonst? Sonst bin ich als Italo-Fan gut bedient worden, Langeweile kam jedenfalls nicht auf.

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HANS CLARIN ist tot

Hans ClarinUnd schon wieder ist einer der grossen deutschen Stars gestorben. Hans Clarin, jedem bekannt als die Stimme vom Pumuckl, aber auch als Schauspieler von Bühne und TV.

Ich selbst hatte nur einmal die Ehre, ein paar Sätze mit Hans Clarin zu wechseln. Ich war etwa zwölf Jahre alt uns saß zur Mittagszeit vor einem Synchrontermin in der Kantine Unterföhring. Da sah ich ihn, den, der mir stundenlang als Pumuckl meine Kindheit versüsste und mich zum lachen brachte. Ich traf damals nicht selten bekannte Leute und war nie sehr erpicht auf Autogramme von Kollegen, mit denen ich zusammen arbeitete, die man duzte, die man jeden Tag sah. Aber DAS war HANS CLARIN!
Ich fasste mir ein Herz, suchte einen Zettel und fand nichts anderes als ein Schulbuch, das ich zum Lernen den ganzen Tag unterm Arm trug für die Pausen. Ich ging quer durch den Saal und näherte mich vorsichtig, um herauszufinden ob ich ihn und seine Begleiterin stören könne. Ein freundliches Lächeln empfang mich.

“Darf ich ganz kurz stören?”
Ein langezogenes und freundliches “Ja.” strahlte mir entgegen.

“Ich bin ein grosser Fan von Pumuckl und Hui Buh, darf ich Sie vielleicht um ein Autogramm bitten?”
“Aber natürlich, wenn Du was zu schreiben hast.”
Es war nicht seine gepresste Pumuckl-Stimme, die das sagte, aber sie hatte diesen speziellen Unterton, das leicht kratzige, etwas, das nie wieder ein anderer haben wird.

“Stift hab ich, aber leider nur ein Schulbuch zum reinschreiben…”

Er nahm das Buch, sah es an, lachte seine Begleiterin an und meinte: “In ein Latein-Buch hab ich ja noch nie unterschrieben!”

Ich bedankte mich und fühlte mich nicht ein einziges Mal unbehaglich bei dem Ganzen, es war nicht so, als ob ich stören würde.

Das ist das, was für mich immer einen Star von einem Möchtegern unterschieden hat. Die Bodenständigkeit, die Freundlichkeit, das Fehlen der Überheblichkeit. Meine Erfahrungen haben es immer wieder gezeigt: die Allergrössten sind die, die es nicht nötig hatten, Starallüren an den Tag zu legen. Und Hans Clarin war zweifelos einer der allergrössten deutschen Schauspieler.

Sie werden immer in unseren Herzen sein, sie haben uns und unseren Kindern viel Schönes hinterlassen. Danke, Hans Clarin.

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BRONCO BILLY

Bronco Billy
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Clint Eastwood als Circus-Cowboy. Ja ist der Mann denn des Wahnsinns???

Nein, ist er nicht, denn er ist ein guter Circus-Cowboy, wenn auch nicht gerade erfolgreich mit seiner Truppe, die hauptsächlich aus ehemaligen Mithäftlingen und sonstigen Gestrauchelten besteht. Da kommt ihm eine überkandidelte neue (und unfreiwillige) Partnerin gerade recht. Kann er ja nicht wissen, dass diese bald mehr Geld auf dem Konto hat, als man jemals brauchen wird. Dass er selbst als Kind nie auch nur aus der Nähe ein Pferd gesehen hat, hat ihn nicht daran gehindert, ein Western-Star zu werden, wenn er etwas anpackt schafft er es. Natürlich auch diesmal wieder, ohne Hilfe seiner grossen Liebe, die er am Ende schliesslich noch als Sahnehäubchen bekommt

Eastwood führte auch Regie, und es bestätigt sich wieder mal: der Mann kann machen was er will, es wird immer wieder unterhaltsam. Die Idee z.B., in seiner grössten Not in der heutigen Zeit einen Zug zu überfallen und die Durchführung in nur 5 Minuten zu einem Meisterwerk der subtilen Komik zu machen, sowas schaffen nur wenige. Wieder mal ein grossartiger und amüsanter Film von und mit Clint Eastwood.

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HEARTS IN ATLANTIS

Hearts In Atlantis
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Ein Thriller auf DVD. Nach einem Buch von Stephen King.

Schauspielerisch kann man nicht meckern, Anthony Hopkins spielt gewohnt perfekt, und alle anderen Rollen sind ebenfalls klasse besetzt. Mir hat der Film von Anfang an gefallen, leider kommt er irgendwie nicht aus den Puschen.

Inhalt: Bobby Arnold, der wegen der Bestattung eines Jugendfreundes in seine Heimatstadt zurückkehrt, erinnert sich an seine Kinderzeit. Als elfjähriger lebte er mit seiner egozentrischen Mutter seit dem Tode seines Vaters alleine, freundet sich mit dem neuen Untermieter Ted an, lernt von ihm die Liebe zur Literatur und viele andere Werte kennen, und hält für ihn die Augen offen, da Ted sich von “niederen Menschen” (also das FBI) bedroht fühlt.

Kritik: Der Film ist spannend, manchmal romantisch, ein wenig episch, und beim zugucken kriegt man Lust, sich endlich mal wieder “Stand by me” anzusehen. Wenn einem nur das Ende nicht alles versauen würde. Ich bin nun keiner, der unbedingt ein Happy End braucht… ABER eine Auflösung, DIE brauch ich schon. Der Zuschauer wird im Dunkeln über viele Dinge gelassen. Vielleicht findet man am Ende, das ich nicht auch noch vorwegnehmen will, vielleicht sogar einen Sinn, warum sich ein Erwachsener an seine Kindheit und an diese Geschichte erinnert, warum die ihn eingeholte Vergangenheit ihn an diesen Ort zurückgeführt hat, aber selbst wenn: es ist nicht mehr als das Bildnis einer kleinen, unwichtigen, vertanen Chance, eingebettet in das Schicksal eines Hellsehers, von dem wir nichts weiter erfahren. Irgendwie schade.

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JARGO

Zusammenfassung aus einer Zeitschrift:

“Jugenddrama, Deutschland 2004, Regie: Maria Solrun, Buch: Maria Solrun, Kamera: Birgit Gudjonsdottir, Musik: Henning Rabe, Produzent: Frank Löprich, Katrin Schlösser und Stefan Arndt. Mit: Constantin von Jascheroff, Oktay Özdemir, Nora von Waldstätten, Josephine Preuss, Udo Kier, Marc Hosemann, Eladio Pamaran, Joel Olano, Ulrich Noethen, Viktor Minnich.

Bald wird Jargo (Constantin von Jascheroff) 16 und zu seinem Geburtstag will er vor allem eins: endlich ein Mann werden. Doch zunächst muss er sich den Herausforderungen seiner neuen Heimat stellen. Aufgewachsen in Saudi-Arabien, findet er sich nach dem Selbstmord seines Vaters (Udo Kier) in einer Berliner Hochhaussiedlung wieder. Obwohl ihm das Nachbarmädchen Emilia (Josefine Preuß) zur Seite steht, fühlt er sich fremd in der neuen Umgebung. Doch seine direkte Art verschafft ihm Respekt. Auch bei Kamil (Oktay Özdemir), einem kleinkriminellen Türken. Jargo bewundert ihn, denn Kamil ist ein echter Kerl und verdammt cool - außer es geht um Mona (Nora von Waldstätten). Auch Jargo fühlt sich von dieser geheimnisvollen Schönen angezogen. Schnell freunden sich Jargo und Kamil an und planen bald den ersten gemeinsamen Coup, einen Einbruch bei den Filipinos der Zigarettenmafia. Während die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen, plagt Jargo sein schlechtes Gewissen: Er hat seinen besten Kumpel hintergangen und mit Mona geschlafen. Kamil erfährt davon - kurz bevor der gemeinsame Einbruch ansteht. Rasend vor Eifersucht lässt er Jargo in eine Falle laufen … “

Den Film hab ich gestern Nacht gesehen. Hammer Drehbuch, Hammer Schauspieler (obwohl so jung keinen Moment peinlich sondern einfach nur richtig gut - und zwar nicht “im Verhältnis” sondern wirklich RICHTIG gut) und Hammer-Regie… der Film war geil ohne Ende.

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POST MORTEM

Post Mortem - Der Nuttenmörder
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Kam heute (bzw. gestern) auf RTL als RTL-Sommermovie.

Handwerklich solider deutscher Krimi von 1997 (damals wohl unter dem reisserischen Titel “POST MORTEM - Der Nuttenmörder” herausgebracht), der wirklich ein klitzekleines bischen an Quincy erinnert. Aber auch nur weil ein Gerichtsmediziner einen Fall vorantreibt - die TVMovie weiss auch nimmer, was sie schreiben soll.

Die Geschichte ist typisch deutscher Krimi, die Inszeniereng ist ok. Sehr gute Schauspieler wie Friedrich von Thun oder Manfred Lehmann (die geniale deutsche Synchronstimme von Bruce Willis), und ein junger Thomas Rühmann, der damals schon Betonungsprobleme hatte (man kann es auch einen eigenen Stil nennen).

Eigentlich ein recht spannender Krimi, vor allem für deutsche Verhältnisse, ich hab den vor Jahren schon mal gesehen. Er konnte mich heute trotzdem nicht wach halten.

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BLACULA

blacula1BLACULA stammt aus dem Jahr 1972 und zog ein (angeblich schwaches) Sequel 1973 nach sich: “Der Schrei des Todes” (Originaltitel: “SCREAM, BLACULA, SCREAM!”). Mittlerweile gibt es von beiden Filmen US-DVDs. BLACULA wurde jeweils 2003, 2004 und 2005 im deutschen Fernsehen ausgestrahlt, “Der Schrei des Todes” wurde bisher nur einmal 2003 im Pay-TV ausgestrahlt. Immer uncut.

Ich habe von BLACULA schon vor längerer Zeit gelesen, im Buch “Die Dracula-Filme” von Karsten Prüßmann.
Der afrikanische Prinz Mamuwalde bittet 1790 Graf Dracula in Transsylvanien um Hilfe gegen den expandierenden Sklavenhandel in die USA. Graf Dracula hat aber anderes mit ihm im Sinn, macht ihn zu einem Vampir, gibt ihm den Namen Blakula und verflucht ihn Ewigkeiten im Sarg dahinzudämmern, während seine ungebissene Frau Luva daneben sitzen und verrotten muss.

Als rund 150 Jahre später, in den wilden 70ern, zwei geschäftstüchtige Tunten das Schloss Dracula aufkaufen und den aufgefundenen Sarg von Blacula nach New York verschiffen nimmt das Unheil seinen Lauf.

Ich habe den Film aufgenommen, weil ich Vampirfilme aller Art sammle. Viel erwartet habe ich mir aber nicht von ihm. Um es vorweg zu nehmen: das war ein grosser Fehler. Dieser Film ist keine Komödie, was ich nach dem wirklich starken Anfang schon fast befürchtete, als die zwei tuntigen Geschäftsmänner als komische Figuren eingeführt werden - ein Schwarzer und ein Weisser übrigens (hier findet man durchaus Sozialkritik).
Der Film hat drei oder vier komische Figuren, über die man echt lachen kann, aber er gleitet niemals ins Lächerliche oder auch nur Übertriebene ab.

blacula2 Vielmehr haben wir es hier mit einem waschechten Vampirfilm zu tun, der sich an Bram Stokers Geschichte anlehnt, z.B. die Schiffsahrt und einige andere Zitate, die nicht aufgesetzt sondern gut platziert sind, bis hin zu dem, was mir schon im amerikanischen TV-”Dracula” mit Jack Palance aufgefallen ist: die Konzentration auf die Liebesgeschichte. Auch Blacula (der sich im Film hauptsächlich aber weiterhin Mamuwalde nennt, was die Ernsthaftigkeit des Filmes unterstreicht) findet in der Neuzeit die Reinkarnation seiner Frau wieder. Das alles spannend inszeniert. Der Entstehungszeit entsprechend findet man sich in einer Mischung aus klassischen “Dracula”-Filmen und den “Strassen von San Franzisco” wieder, blacula4 das Rätsel um die Morde und die Jagd auf Blacula ist spannend und krimigerecht inszeniert, das drumherum ist 70er, mit allem Guten daran, bis hin zur Musik.

Hervorzuheben ist auch, und das ist ein besonderes Zeichen von klassischen Vampir-Filmen, dass hier keine Spielchen mit dem Mythos passieren: Vampire können nicht im Sonnenlicht stehen, sie können nicht fotografiert werden, sie haben kein Spiegelbild, sie können mit Kreuzen vernichtet werden… alles brav übernommen, ich hab keinen Fehler entdecken können. Vampire in Blacula werden noch etwas stärker auf ihr tierisches Ego getrimmt, als in anderen Filmen, was sich in Raubtierähnlichen Lauten bei Biss-Attacken widerspiegelt (auch bei Graf Dracula himself, das ist also keine rassistische Anspielung auf die Herkunft der Schwarzen).

Rassismus? Ist das ein Thema in diesem Film? Ja und nein. Seltsam mutet ein rassistischer Graf Dracula schon an - das fällt sofort auf. Dann ein interrassistisches, homosexuelles Pärchen, das die Geschichte in Gang bringt. Und danach nur noch einmal eine Bemerkung eines schwarzen Gerichtsmediziners einem weissen Kollegen gegenüber, wieso ein weisses Opfer genauer untersucht wird, als ein schwarzes: “Kommen sie mir jetzt bloss nicht mit diesem Rassismusscheiss…” ist die Antwort darauf, die lächelnd quittiert wird. Das hat man sich wohl auch beim Schreiben des Drehbuches gedacht.
Rassismus wird also angesprochen, es wird auf ihn hingewiesen, der Film wird aber nicht als Propaganda-Instrument hergenommen. Anregungen zum Nachdenken kommen vor, wenn man sie finden will, Anschuldigungen jeglicher Art konnte ich jedoch nicht entdecken. Sehr angenehm inszeniert.

blacula5 Die Maske ist bei den Hauptfiguren sehr gut ausgefallen (auch wenn Blacula manchmal Werwolf-ähnlichen Bartwuchs hat), aber leider sehen die weiblichen Vampire auf Schloss Dracula und die am Ende des Films in New York gebissenen Statisten-Vampire eher aus wie Zombies, was der Idee des Filmes entgegen kommt, dass man eine Vampir-Epidemie vereiteln muss… aber das hätte es wirklich nicht gebraucht, ein bischen mehr hätte man sich bei den Statisten schon auch um die Maske bemühen dürfen.

——————-ACHTUNG SPOILER———————–

blacula6
Die Konzentration auf die Liebesgeschichte findet am Ende ihren Höhepunkt, wenn Blacula seine geliebte Frau ein zweites Mal verliert und den Freitod in der Sonne wählt (der zwar vom Effekt her gut gemacht ist, aber leider etwas hastig wirkt, vielleicht liegt das aber auch daran, dass der Sender so schnell abgebrochen hat).

——————SPOILER ENDE——————————

Der Film ist mit Enthusiasmus geschrieben und inszeniert, das merkt man - es sollte was Besonderes werden… und das ist auch gelungen. Nicht zuletzt wegen den guten Schauspielern, Blacula wird von William Marshall, einem Shakespeare-Darsteller, gespielt.

Am Ende des Filmes hatte ich mir eine Fortsetzung gewünscht, ich wusste noch nicht, dass es eine solche tatsächlich gibt. Mal sehen, ob die wirklich so lahm ist, wie Prüßmann es in seinem Buch andeutet. Ich kann es mir kaum vorstellen, wird der weibliche Gegenpart dann doch schliesslich von der grandiosen PAM GRIER gespielt.

Zum Glück fand der Film eine gute Synchronproduktion im Deutschen, die an den richtigen Stellen komisch und an den anderen ernsthaft geblieben ist. Qualitätsarbeit mit richtig guten Stimmen.

FAZIT: für Vampirfans ein absolutes Muss, aber auch für alle anderen sehr sehenswert. DVDBooty.com schreibt dazu: “In addition to the 1973 sequel, “Scream, Blacula, Scream,” other Blaxploitation horror films that followed this one included “Blackenstein,” “Dr. Black and Mr. Hyde,” and “The House on Skull Mountain.” However, none of them would enjoy the reputation of “Blacula,” which remains the defining film of this particular genre.”

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SIN CITY

Was macht einen Film zu einem guten Film? Eigentlich keine Frage: ein stringentes Konzept. Um so enttäuschter ist man, wenn man irgendwann, und sei es erst beim wiederholtem Sehen des Filmes, feststellt, dass man irgendwie verarscht wurde.

SIN CITY, ein Film, bei dem man bei der Vorschau schon eines eingeimpft bekommt: dieser Film ist etwas Besonderes, Einmaliges, etwas, dass es bisher noch nicht gab.

Es gab wohl tatsächlich noch nie einen Film, den man mehr als „Comic“-Verfilmung begreifen konnte, wie „Sin City“. Das einzig ähnliche, das einem in den Sinn kommen kann, ist die TV-„Batman“-Serie aus den 60ern, in der einem bei Kämpfen z.B. Worte wie „POW“ und „PAFF“ als Trick-Einspieler um die Ohren geworfen werden. Damit hat „Sin City“ zwar nichts am Hut, aber nahe kommt es dieser Idee schon. Ansonsten ist „Sin City“ vom Produktionsdesign her wirklich einmalig. Die einzelnen Szenen sind eins zu eins aus den Comics entnommen, dementsprechend schnell und artifiziell sind Schnitt und Dialog. Dieses Produktionsdesign ist es auch, was den Zuschauer hinter das Licht führt: es wird durchgezogen, von Anfang bis Ende, ohne Ausnahme.

Der Film ist in schwarz/weiß gehalten, im Grunde wurden real nur die hervorragenden Schauspieler aufgenommen, alles andere, die ganze Umgebung, kommt aus dem Computer. Nur einzelne, ausgewählte, Elemente durften ihre in der Produktion aufgenommene Farbe behalten. Der Regisseur hat in der Nachbearbeitung mit der Farbe gespielt, so, wie es seinen Worten nach auch im Comic der Fall gewesen ist.
Was sich hier aber nach einem interessantem Konzept anhört, ist in Wirklichkeit nur eine Idee, die außer im grundsätzlichem Design eben doch nicht durchgezogen wird.
Nur als Beispiel: Frauen, die abgöttisch geliebt werden sind größtenteils farbig (und tatsächlich ist außer ihnen nur noch Blut und das abgrundtief Böse farbig, was auch nicht gerade für die mentale Gesundheit des Verantwortlichen spricht)… aber DIE Frau, die wahrhaftig und ehrlich geliebt wird, mehr als nur eine Geliebte, wie ein Tochter, wie das Teuerste, das ein Mann lieben kann, ist bis auf in einer Wiedersehensszene, in der sie und ihr Lebensretter annähernd realistisch farbig sind, die ganze Zeit schwarz-weiß.

Schließlich noch ein dramaturgisches Problem, das aber seine Wurzeln schon in den Comics selbst finden muss: die Einheit von Zeit wird Tarantino-mässig durcheinandergewürfelt, um einen versteckten Episodenfilm zusammenzuhalten. Aber im Gegensatz zu so einem Meisterwerk wie „Pulp Fiction“ hat hier das mixen der Zeit keinen Sinn, keinen Aha-Effekt. Der Aha-Effekt besteht einfach nur darin, das hin- und herspringen selbst zu erkennen.

Tarantino wird übrigens als Special Guest Director angekündigt. An welcher Stelle er eingegriffen hat, kann beim reinen Betrachten nicht ausgemacht werden, vermutlich hat die Szene aber etwa mit Samurai-Schwertern zu tun.

Die Maske ist perfekt und die schauspielerische Leistung ist grandios, da gibt es nichts. Kein Wunder, wenn man sich so hochkarätige Leute wie Bruce Willis und Mickey Rourke holt. Gerade letzterer könnte mit diesem Film endlich woeder Fuss fassen und den Status bekommen, den er verdient. Hier kann auch mal ein Elijah Wood von seinem Hobbit-Image weg und zeigen, dass er sehr viel mehr drauf hat, als barfuss durch den Wald zu wandern und einen kleinen Zahnstocher als Schwert zu verwenden. Und nebenbei kann man neue Leute zeigen, wie eine Jessica Alba, die auch in diesem Film erstaunlicherweise wieder zeigt, dass sie ihre Rollen perfekt ausfüllen kann – um einiges besser jedenfalls, als sie es als lesbisch angehauchter Dark Angel konnte.

Schlimm genug, dass man heutzutage darauf hinweisen muss: das Synchron von „Sin City“ ist hervorragend. Gute Stimmen, die den schauspielerischen Leitungen voll und ganz entsprechen und sie nicht zerstören, wie es in letzter Zeit sonst so oft vorkommt.

Es sei noch darauf hingewiesen, dass der Film eine Spannung aufbauen konnte, wie nur wenige Filme in letzter Zeit, langweilig wird es in keiner Sekunde… aber so ein Meisterwerk, wie man nach den Teasern vermuten könnte, ist es nun mal ebenfalls nicht. Schade. Der Film ist zweifellos ein Erlebnis… aber ein Erlebnis, das man durchaus auf DVD genießen kann und nicht unbedingt im Kino erleben muss.

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BUTTERFLY EFFECT

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Ist länger her, dass ich den Film gesehen habe (länger als zwei Wochen), deswegen schreib ich auch nur kurz rein, dass der Film einfach nur grossartig ist. Seit “Zurück in die Zukunft” wurde die Realtivitätstheorie nicht mehr so gut dargestellt. Gut, ich vergleiche hier jetzt eine Komödie mit einem Drama/Thriller/Mysterie… aber der Gedanke schleicht sich beim Betrachten des Films immer wieder ein.

Einfach ein klasse Film, den man sich auch häufiger ansehen kann.

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