Archiv für Juli, 2005

MR. & MRS. SMITH

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Beim ersten Teaser im Kino dachte man sich nur ein: „WOW, das ist ja ‚Der Rosenkrieg’ auf Speed.“
Und das haben sich wohl viele gedacht, eine ganze Zeit lang konnte man den Film als DIE Action-Komödie des Jahres verkaufen. Hoffentlich ist es nicht wirklich die beste Komödie, die 2005 zu bieten hat. Der Film hat eine tolle Grundidee und wirklich witzige Einfälle. Aber irgendwie bleibt das alles irgendwo stecken. Mich konnte nicht mal Brad Pitt’s Witz wach halten… Angelina Jolie, für mich eine absolut überbewertete Scauspielerin, brachte mir sowieso noch nie schlaflose Nächte.
Ich bin irgendwann eingepennt, mal sehen, wann ich die Lust verspür, ihn mir noch mal anzusehen.

Kommentar

STAR WARS - EPISODE III: Die Rache der Sith

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Sooo, ich war mit metal_maniac letzten Sonntag (vor einer Woche) in „Star Wars III – Die Rache der Sith“. Hier ein kleines, persönliches Review.

Inhalt:
Ich werde mich nicht lange mit dem Inhalt aufhalten, vor allem werde ich keine „Neuigkeiten“ bringen, ein paar haben den Film ja vielleicht immer noch nicht gesehen. Klar ist ja, dass Anakin und seine Angetraute zwei Kinder in die Welt setzen, und Anakin zu Darth Vader wird… das ist wirklich JEDEM klar, selbst den Leuten, die die alte Trilogie noch nicht kennen, wie es bei meiner Freundin der Fall war. Ich hab mich entschlossen, ihr zuerst die beiden neuen ersten Teile zu zeigen, dann ins Kino zu gehen, und danach die alten drei Teile zu präsentieren, so wie man es mir im Forum auch empfohlen hat. Und es war gut so! (Nur um es erwähnt zu haben: metal_maniac ist Star-Wars-Fan geworden, die Filme gefallen ihr besser als sie oder ich es erwartet haben – so gut, dass wir nach dem Kinofilm nach Hause sind und ohne große Pause sofort die alte Trilogie in Angriff genommen haben.)
Aber es hat sich schnell herausgestellt, dass man so wenig Grundinformation als normaler Mitteleuropäer gar nicht haben kann, als dass man über die Verwandlung von Anakin zu Darth Vader nicht Bescheid wüsste.

Fragt sich, wie man so was spannend inszenieren will, wo doch so ziemlich jeder das Ende des Films kennt? Ohne zuviel zu verraten: man inszeniert es episch, groß, übermenschlich. Und wenn George Lucas etwas kann, dann das. Selbst mit dem ganzen Vorwissen ist der Endkampf eine Überraschung, eigentlich nichts für 12jährige Kinderaugen. Und der Weg zum Ziel ist ja immer noch das Spannende an sich: WAS treibt Anakin zur dunklen Seite, erreicht er durch das Überwechseln sein Ziel, WER treibt ihn dorthin. Und es zeigt sich, dass der erste Eindruck, den man von manchen Figuren in den ersten beiden Filmen der neuen Trilogie hatte, doch der beste war. Trotz all dem Vorwissen ist es George Lucas gelungen, Episode III überraschend und spannend zu inszenieren. Es gibt da eine ganze Menge AHA-Effekte, und man kann mit Fug und Recht sagen, dass die beiden Trilogien grandios abgerundet und abgeschlossen wurden.

Faszinierend war für mich dabei schon in den ersten beiden Teilen, wie hervorragend die Geschichte gepasst hat, an manchen Stellen fragt man sich, wie George das nur hingekriegt hat. Bis auf ein kleines Augenzwinkern mit Blick auf C3PO ganz am Ende des dritten Teiles merkt man nicht ein einziges Mal einen Autor eingreifen, ich habe keinerlei Unlogik finden können, schlichtweg faszinierend. Nun gut, Lucas arbeitet fanatisch genau an seinen Filmen, bis NACH Abgabetermin, so dass zwei verschiedene Versionen ins Kino kommen, eine digitale und eine auf Zelluloid, die sich in Kleinigkeiten bei den Effekten unterscheiden – da kann man Perfektionismus auch erwarten.

Inszenierung:
Die neue Trilogie ist vom Design her schon immer anders gewesen, als die erste, da konnte George Lucas noch so viel an seinen alten Filmen verändern. Star Wars Fans der alten Schule waren dementsprechend auch nicht sonderlich begeistert von den neuen Filmen. Der erste sei ein Kinderfilm gewesen, der zweite nichtssagend und langatmig wegen den vielen Dialogen – vom Dritten hat man sich da nicht mehr viel versprochen, auch wenn man es kaum aushalten konnte, bis er endlich in die Kinos kam.
Mir ging es da anders: ich habe die alte Trilogie erst Jahre nach Ihrer Veröffentlichung gesehen, noch in der allerersten Fassung, später in der nachbearbeiteten Fassung. Und von der neuen Trilogie kannte ich bisher auch nur die DVDs. Wenigstens einmal in meinem Leben wollte ich einen Star-Wars-Film im Kino sehen. Und wie es aussieht, wird es erst mal so schnell keine Gelegenheit mehr dazu geben, die dritte Trilogie, die an die alte anschließen sollte, hat George Lucas ja abgesagt.
Was konnte man erwarten? Natürlich eine Sinnüberflutung, klar… aber was da auf mich eindreschte war unfassbar: Weltraumschlachten, wie man sie noch nicht gesehen hatte, Laserschwertkämpfe, so schnell, dass das Auge manchmal nicht mehr mitkam. Da war es schon erlösend, dass man sich auf den Running Gag mit den fallenden Laserschwertern verlassen konnte… sogar Yoda verliert seines irgendwann mal. Dazwischen eine gute Fortführung der Geschichte. Ja, es wird viel geredet in der neuen Trilogie, es wird viel Politik gemacht, all das, was einem in den alten Filmen eigentlich gefehlt hat, um den Überblick zu bekommen. Aber wie in den ersten beiden Teilen schon halten sich Actionszenen und Szenen, die die Geschichte vorantreiben, hervorragend die Waage.

Und George Lucas zeigt mit dem dritten Teil auch, dass er selbst nicht in einer Traumwelt lebt.
Er zitiert zum Beispiel schamlos aus dem Star-Trek-Universum, manchmal im Design der Raumschiffe, einmal sogar im Dialog, es fehlte eigentlich nur noch der Ruf eines Käptns: „ENERGIE!“. Die Pionierarbeit, die vor ihm geleistet wurde, und die in den Star-Trek-Filmen durch Lucas selbst und seinen Erfolg wuchs, stellt er insgeheim in einen Dialog, der fast wie ein Abgesang an das SF-Genre klingt - und das an seinem Höhepunkt. Denn dass Episode III der beste Film aus der Star-Wars-Reihe ist, ist für mich keine Frage.

Auch die Star-Wars-Verulkung von Mel Brooks hat es Lucas wohl angetan, aber das wusste man schon länger, sonst hätte er wohl kaum die Laserschwerteffekte für „Space Balls“ gemacht: so mancher Gag und Kalauer könnte wahrhaftig aus Mel Brooks Feder stammen, wenn Roboter sich gegenseitig beschimpfen oder die etwas dümmlichen Langnasen einem in einen Schacht mit letzter Kraft hängendem Obi-Wan befehlen: „Hände hoch!“

Aber auch die harte Realität lässt George Lucas nicht außer Acht. Anakin bedroht seinen alten Lehrer Obi-Wan: „Entweder du bist für mich, oder Du bist mein Feind.“
Eine eindeutige Anspielung auf das von Blödheit strotzende Bush-Zitat nach dem Attentat auf das World Trade Center, und Obi-Wans Antwort zeigt deutlich, was George Lucas davon hält: „Nur ein Lord der Sith kennt nichts ausser Extreme.“
Und wenn es nur für diesen kleinen Dialog gewesen wäre: es hat sich gelohnt, dass George Lucas der größte Independent Filmer geworden ist, den es bisher gab. Nur weil er seine Unabhängigkeit behalten hat, und das Recht darauf, seine Filme so zu drehen, wie ER es will, nur deswegen existiert dieser Satz – und das ist gut so. Da verzeiht man ihm sogar, dass er den Fans die alte Trilogie in ihrer ersten Fassung auf DVD verweigert, weil die Filme in ihrer neuen Fassung nun mal das sind, was er schon immer in seinem Kopf gesehen hat.

Unverständlich ist hingegen, dass er dem Druck von Fans in Bezug auf Rollenfiguren nachgegeben hat. Jar-Jar Binks, der im ersten Teil sehr stark vertreten war, ging vielen Fans dermaßen auf die Nerven, dass George Lucas dessen nicht unwichtige Rolle im zweiten Teil gestrichen hat und dramaturgisch anders verarbeitete. Im dritten Teil sieht man Jar-Jar nur noch zwei oder dreimal durchs Bild laufen, reden tut er leider kein Wort mehr. Dass damit aber auch andere Fans, die Jar-Jar lieb gewonnen haben (und wohl auch deshalb keinen Grund hatten, ihre Stimme zu erheben) mit so etwas enttäuscht werden, hätte George Lucas eigentlich klar sein müssen.

Noch zur Produktionsweise:
Episode III ist der erste Film aus der Star-Wars-Reihe, der vollständig digital auf einer HD-Kamera, der Sony Cinealta, erstellt wurde (warum einige Kino-Kopien leicht unscharf sind, wie ich selbst bestätigen kann und auch in anderen Foren schon gehört habe, wird ein Geheimnis der Kopierwerke bleiben…).
George Lucas wird der Kinofilm der Zukunft hauptsächlich zu verdanken sein, denn ER war es, der in den letzten 15 Jahren die digitale Technik vorangetrieben hat. Kostet die Cinealta noch ca. € 100.000, wird noch im letzten Quartal diesen Jahres eine Kamera veröffentlich, die dieselbe Auflösung in HD mit 24 Bildern in der Sekunde leisten wird (NICHT interpoliert, sondern progressiv!), um unter € 6.000 ! – Sprich: ein 1:1-Transfer vom Digitalband direkt auf Zelluloid ist dann kein Problem mehr, für niemanden!
Was das für Auswirkungen haben wird, kann man heutzutage nur schwer abschätzen. Filme zu produzieren wird günstiger werden, die Möglichkeiten, Material für das KINO (!) zu drehen, wird in weniger als 10 Jahren JEDEM HAUSHALT zur Verfügung stehen… meines Erachtens wird dadurch das Ende der großen Studios und der Beginn einer neuen Independent Ära eingeläutet. Das Marketing wird sicher nicht weniger Einfluss auf den Erfolg eines Filmes haben, aber es werden auch durch Studiopolitik keine Filme mehr verhindert werden können. Der Inhalt wird sehr bald wieder mehr gelten, als die Technik und das Geld.

FAZIT:
Einer der wichtigsten und besten Filme der letzten (und der nächsten) Jahre, in vielen Bereichen. REINGEHEN!

Liebe Grüße,
Sinarius

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