Archiv für die 'Science Fiction' Kategorie

I, Robot

I, Robot (Special Edition, 2 DVDs)
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Inhalt:
Im Jahr 2035 sind Roboter als Diener der Menschen schon Standard. Detective Del Spooner (Will Smith) vom Chicago Police Department traut den Blechbüchsen aber nicht über den Weg. Wohl deswegen wurde er von dem angeblichen Selbstmörder nach dessen Tod durch sein Hologramm gerufen. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es sich weniger um einen Selbstmord handelt, als vielmehr um programmierte Killer-Roboter, die die Menschheit unterjochen wollen.
Kritik:
Das Thema ist nicht neu, klar. Aber die Umsetzung ist wunderschön geraten. Die Effekte sind recht gut umgesetzt, wenn man auch häufig die Computeranimationen zu deutlich erkennt. Aber der Film lebt weder von der Story, noch von den Effekten. Er lebt vielmehr von einem Will Smith in Hochform, der seine Witze wieder mal gekonnt in einer ernst zu nehmenden Handlung unterbringt. Will Smith schafft es halt immer wieder, als Komiker aufzutreten und einem Film trotzdem nicht zu schaden. Insgesamt ein guter Film mit wenig Schwächen, durchaus sehenswert und in jedem Fall amüsant.

Bewertung:
8 von 10 Punkten: Vor allem wegen Will Smith’s unerreichtem Talent, Komik in einem ansonsten eher dem Standard zuzuordnenden Film unterzubringen.

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FUTUREWORLD - Das Land von übermorgen (1976)

The Making Of Westworld [UK IMPORT]
Das Making-of
zum Prequel
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Das Sequel zu “Westworld”: die Firma Delos, die vor ein paar Jahren wegen durchdrehender Roboter, die 90 Menschenleben auf dem Gewissen hatten, schliessen mussten, eröffnen wieder ihre Tore. Ihre Roboter sollen jetzt nicht nur sicherer, sondern auch viel besser sein. Dem einen oder anderem mögen sie vielleicht sogar ZU gut sein…

“Futureworld” ist tatsächlich mal ein im Grunde gelungenes Sequel. Das Thema wird aufgegriffen, aber nicht tot geritten, sondern in eine vollkommen neue Richtung gebracht. Warum man da Yul Brynner mit reinnimmt und ihn dann in vielleicht drei unwichtigen Szenen auftreten lässt, nur um ihn auf das Kinoplakat schreiben zu können, ist mir unklar. Notwendig wäre es nicht gewesen. Notwendiger schon eher, ihn entweder ganz raus zu lassen oder mehr zu involvieren.

Die Geschichte ist keine Wiederholung von “Westworld”, der Plot, den es während des Filmes herauszufinden gilt, ist ein vollkommen anderer. Keine durchdrehenden Roboter, aber Gefahr geht trotzdem von Futureworld aus.

Die Schauspieler spielen gut, Peter Fonda ist durchweg souverän. Die Effekte waren in den 70ern sicherlich innovativ. Musik und Kameraeinstellungen sind in jedem Fall ein Genuss. Das kann man vom Synchron leider nicht behaupten: die ständigen Hintergrundstimmen, das gequälte computerisierte Sprechen… es hört sich die ganze Zeit an wie bei “Raumschiff Orion”. Und einige Stimmen sind auch tatsächlich von dort wieder zu erkennen. Schade, aber so hat man sich das damals wohl vorgestellt. Dass es dann aber noch Textprobleme gibt, weil man sich nicht darauf einigen kann, ob man nun “Futureworld” oder “Zukunftswelt” sagt (um nur ein Beispiel zu nennen), das bin ich von 70er Jahre Synchron wirklich nicht gewohnt.

Dieser Film ist jedem zu empfehlen, der auf klassische SF-Filme steht, auch wenn er “Westworld” nicht gesehen hat. Der Film kann durchaus für sich alleine stehen, die Vorgeschichte wird kurz umrissen aber nicht breit getreten.

6 von 10 Punkten, weil ich mir einfach mehr Yul Brynner gewünscht hab.

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RIDDICK - CHRONIKEN EINES KRIEGERS

Riddick - Chroniken eines Kriegers (Director\'s Cut, 2 DVDs)
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Inhalt:
Auf Riddick ist ein Kopfgeld ausgesetzt. Um dieses los zu werden, sucht er diejenigen, die das Kopfgeld ausgesetzt haben. Diese haben genau darauf spekuliert, Riddick ist nämlich der letzte seiner Art (welcher Art auch immer) und die einzige Hoffnung für mehrere Welten (warum auch immer).

Kritik:
Bezeichnend, dass ich ausgerechnet zu diesem Film eine Inhaltsangabe schreibe, was ich ja sonst nie mache. Vielleicht, weil man den Inhalt tatsächlich in zwei Sätzen niederschreiben kann? Und selbst dann die zwei Sätze noch mehr bringen, als der ganze Film?
In der Tat ist der Inhalt dürftig, wenn nicht gar langweilig. Er ist zusammengeklaut aus einigen SF-Filmen, zusammengeschustert und überhaupt nicht wichtig. Wer sich diesen Film anschaut, dann einzig wegen der wirklich sehenswerten Effekte. Mir persönlich bringen Effekte ohne Sinn aber nichts, deswegen haben mir Matrix 2 und 3 schon nicht besonders gefallen. CGI-Animationsorgien kann ich auch in STAR WARS betrachten, da hab ich allerdings auch Spaß dran, weil das drumherum stimmt. Vor allem mit Hinblick darauf, die wilden Gemetzel in vollkommener Sinnlosigkeit fast 2 Stunden ertragen zu müssen, hab ich den Film nach 38 Minuten abgebrochen. Wiederholungstat fast ausgeschlossen, höchstens, wenn ich mal Video- oder Tonequipment testen will. Aber auch dafür gibt es andere Referenzen.

Warum sich Vin Diesel, der mir sowohl in “Triple-XXX” als auch in “The Fast and the Furious” gefallen hat (und den ich keineswegs als schauspielerisch minderbemittelt einschätze), für so einen Müll hergibt, werde ich nie verstehen. Und dass es von diesem “Film” auch noch eine 14 Minuten längere Spezial-Version gibt, grenzt fast schon an Körperverletzung.

Trotz hervorragender Effekte bekommt dieser Film von mir nur 1 von 10 Punkten. Ist schon Jahre her, dass ICH mich nicht durch einen Film beissen konnte und ihn abgebrochen hab.

Kommentar

RAUMPATROUILLE ORION - RÜCKSTURZ INS KINO 2003

Raumpatrouille Orion - Alphabox, Folgen 01-07 + Producer\'s Cut 2003 \
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Der Film ist ein Zusammenschnitt aus verschiedenen Folgen der Serie von 1968. Rausgelassen wurden zum Glück die ganzen elendig langweiligen Politik-Szenen, die jede Folge zu einer langatmigen Schlaftablette gemacht haben. Es wurden etwa vier Folgen zusammengefasst. Die Handlungsstränge, die aus Zeitgründen verkürzt wurden, wurden in nachgedrehten Nachrichtenszenen erzählt. “Alles wird galaktisch gut.”
Naja, man merkt, da wurde eine durchaus ernst gemeinte Serie von sich selbst aufs Korn genommen. Der Zusammenschnitt selbst ist manchmal ein wenig holprig, aber wer sonst, ausser Fans, würde sich das auch im Kino ansehen, und die kommen in jedem Fall mit. Das erste Mal übrigens, dass mir Ben Beckers Stimme tatsächlich gefallen hat, er hat die Einführungssätze gesprochen.

Hervorzuheben ist die geniale Soundabmischung in 5.1. Da wurde ganze Arbeit geleistet, die Explosionen, die Geräusche im Raumschiff… so viel Surround wünscht man sich bei allen Filmen. Satt und knackig mit Subbässen, die jeden Gabba-Fan die Tränen in die Augen treiben. Die Musik selber wurde unaufdringlich aufgepeppt. So unauffällig, dass es kaum auffällt, man aber eben gerade so nicht daran erinnert wird, man es aber auch keinesfalls vergisst, dass die Originalmusik aus den 60ern stammt - was denn, mein letzter Satz soll Blödsinn sein? Dann hört mal rein. ;-)

Der Film ist kurzweilig und die kleinen Nebengags tatsächlich nicht peinlich. Nicht mal, wenn plötzlich in einem intergalaktischen Werbespot das TV Spielfilm - Logo auftaucht (TVSpielfilm ist eine Fernsehzeitung, die sich bei mir den Ruf erworben hat, die am schlechtesten recherchierten und ungerechtesten Filmrezensionen zu schreiben, weswegen ICH mir immer die TVMovie kaufe, die mir manchmal ein wenig besser passt… aber naja, jedem das seine). Jedenfalls scheint die TVSpielfilm hier mitproduziert zu haben.

Schade, dass die Idee, die Orion-Crew nochmal zusammenzutrommeln und einen neuen Teil drehen zu lassen, nie verwirklicht wurde. Interessant ist, dass es hier schon einen kleinen Hinweis auf (T)raumschiff Surprise - Periode 1 gegeben hat, da wurde wohl gerade parallel produziert und zusammen abgerockt.

8 von 10 Punkten, wegen dem gereinigten Kultcharakter (man kann das von Orion geniessen, was einem gefällt und kann darauf verzichten, was einen genervt hat) und vor allem wegen dem wirklich geilen Sound.

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STAR WARS III - Die DVD-Review

Star Wars - Episode III. Die Rache der Sith (2 DVDs)
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Ich hab ja bei meinem Kinobesuch zu Star Wars schon einen langen Bericht geschrieben. Hier noch ein kleiner Nachtrag zur neu erschienenen DVD.

Im Gegensatz zum Kino ist das Bild auf der DVD natürlich knackscharf (da ärgert man sich, dass man damals das Geld nicht zurückverlangt hat). Sowohl Bild als auch Sound sind für mich das Beste, was ich seit langem auf einer DVD erlebt habe, die absolute Referenz für mich. Da macht ein Dolby-System mal wieder richtig Spaß.

Aber noch etwas fällt auf. Durch das kleinere TV-Bild wird man von den Schlachtszenen nicht dermassen erschlagen, wie im Kino, man kan dem Ganzen BESSER folgen. Die Bonus-DVD ist interessant, einziger Negativ-Punkt ist, dass die Teaser nicht auch auf deutsch vorhanden sind und die Featurettes und Dokumentationen, als auch die sechs entfallenen Szenen (allesamt SEHR interessant) nur mit Untertiteln versehen sind. Man sollte meinen, dass genug Geld vorhanden ist, um für Dokumentationen ein deutsches Voice-Over und für die entfallenen Szenen eine Nachsynchro zu erstellen.

Gerade bei den Dokumentationen geht viel verloren. Entweder man sieht sie sich mehr als einmal an, damit man weiss um was es geht und man die Untertitel ausschalten kann, um sich auch mal auf das Bild zu konzentrieren. Die Untertitel laufen naturgemäß so schnell ab, dass man ausser zum lesen zu kaum was anderes kommt und das Interessante, das Bild nämlich, kaum wahrnimmt. Da helfen nur sehr gute Englisch-Kenntnisse oder eben mehrfaches ansehen oder hin- und herspulen.

Ansonsten ist die DVD natürlich ein MUST-HAVE, und wie gesagt, abgesehen vom ausserordentlich gelungenem (vorläufigen) Finale der Star-Wars-Saga, auch technisch DIE momentane Referenz.

Bild: 10 von 10 Punkten (Referenz)
Ton: 10 von 10 Punkten (Referenz, wen wunderts…)
DVD insgesamt: 8 von 10 Punkten wegen der genannten Kritikpunkte (die DVD ist teuer genug und mit Star Wars wurde genug Geld verdient, dass man dem deutschen Vertrieb so eine Geldschneiderei nicht durchgehen lassen darf.)

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DAS GRÜNE BLUT DER DÄMONEN

Das grüne Blut der Dämonen (Hammer-Edition)
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Bei diesem Film handelt es sich um den dritten Teil der Hammer’schen Quatermass-Trilogie. Die ersten beiden Teile stellen für mich eine Ausnahme bei Hammer-Produktion dar, sind sie in meinen Augen nicht gerade spannungsgeladen und energetisch. Deswegen stand der dritte Teil auch lange in meinem Regal und musste warten, bis er endlich mal den Weg in meinen DVD-Player fand.

Es erwartete mich ein grandioser Science Fiction Film mit lovecraftschen Horrorelementen, dessen Wirkung ich keineswegs so gut beschreiben könnte, wie es Uwe Somerlad in dem Booklet macht.

Also nur kurz: ein genialer Andrew Keir als Quatermass, Barbara Shelley in ihrem (leider) letzten Hammer-Film und eine Geschichte, so aufregend, dass man anfängt, die Fußnägel abzuknabbern, weil man an den Händen nichts mehr findet.

9 von 10 Punkten: das war ne schöne Überraschung, noch einen so guten Hammer-Film im Regal stehen zu haben. *grins*

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SPACE TRUCKERS

Space Truckers
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Ein Film von 1997 mit Dennis Hopper. Das Design des SF-Filmes fällt äusserst bunt aus, irgendwie denkt man die ganze Zeit, der Film ist in den 80ern entstanden. Die Special Effects zeigen jedoch schon, dass das nicht sein kann, die sind auf sehr hohem Niveau.

Wenn das doch nur beim Drehbuch auch so wär, aber was beschwer ich mich. Der Film hat mir genau das gegeben, was ich erwartet hab: Screwball-Comedy. Ich bin trotzdem dabei eingeschlafen, kenn das Ende nicht und werde auch nicht so schnell in Versuchung kommen, das nachzuholen - trotz einem erstaunlich gut gelaunt spielenden Dennis Hopper. Schade irgendwie um den Film.

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STAR WARS - EPISODE III: Die Rache der Sith

Star Wars - Episode III. Die Rache der Sith (2 DVDs)
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Sooo, ich war mit metal_maniac letzten Sonntag (vor einer Woche) in „Star Wars III – Die Rache der Sith“. Hier ein kleines, persönliches Review.

Inhalt:
Ich werde mich nicht lange mit dem Inhalt aufhalten, vor allem werde ich keine „Neuigkeiten“ bringen, ein paar haben den Film ja vielleicht immer noch nicht gesehen. Klar ist ja, dass Anakin und seine Angetraute zwei Kinder in die Welt setzen, und Anakin zu Darth Vader wird… das ist wirklich JEDEM klar, selbst den Leuten, die die alte Trilogie noch nicht kennen, wie es bei meiner Freundin der Fall war. Ich hab mich entschlossen, ihr zuerst die beiden neuen ersten Teile zu zeigen, dann ins Kino zu gehen, und danach die alten drei Teile zu präsentieren, so wie man es mir im Forum auch empfohlen hat. Und es war gut so! (Nur um es erwähnt zu haben: metal_maniac ist Star-Wars-Fan geworden, die Filme gefallen ihr besser als sie oder ich es erwartet haben – so gut, dass wir nach dem Kinofilm nach Hause sind und ohne große Pause sofort die alte Trilogie in Angriff genommen haben.)
Aber es hat sich schnell herausgestellt, dass man so wenig Grundinformation als normaler Mitteleuropäer gar nicht haben kann, als dass man über die Verwandlung von Anakin zu Darth Vader nicht Bescheid wüsste.

Fragt sich, wie man so was spannend inszenieren will, wo doch so ziemlich jeder das Ende des Films kennt? Ohne zuviel zu verraten: man inszeniert es episch, groß, übermenschlich. Und wenn George Lucas etwas kann, dann das. Selbst mit dem ganzen Vorwissen ist der Endkampf eine Überraschung, eigentlich nichts für 12jährige Kinderaugen. Und der Weg zum Ziel ist ja immer noch das Spannende an sich: WAS treibt Anakin zur dunklen Seite, erreicht er durch das Überwechseln sein Ziel, WER treibt ihn dorthin. Und es zeigt sich, dass der erste Eindruck, den man von manchen Figuren in den ersten beiden Filmen der neuen Trilogie hatte, doch der beste war. Trotz all dem Vorwissen ist es George Lucas gelungen, Episode III überraschend und spannend zu inszenieren. Es gibt da eine ganze Menge AHA-Effekte, und man kann mit Fug und Recht sagen, dass die beiden Trilogien grandios abgerundet und abgeschlossen wurden.

Faszinierend war für mich dabei schon in den ersten beiden Teilen, wie hervorragend die Geschichte gepasst hat, an manchen Stellen fragt man sich, wie George das nur hingekriegt hat. Bis auf ein kleines Augenzwinkern mit Blick auf C3PO ganz am Ende des dritten Teiles merkt man nicht ein einziges Mal einen Autor eingreifen, ich habe keinerlei Unlogik finden können, schlichtweg faszinierend. Nun gut, Lucas arbeitet fanatisch genau an seinen Filmen, bis NACH Abgabetermin, so dass zwei verschiedene Versionen ins Kino kommen, eine digitale und eine auf Zelluloid, die sich in Kleinigkeiten bei den Effekten unterscheiden – da kann man Perfektionismus auch erwarten.

Inszenierung:
Die neue Trilogie ist vom Design her schon immer anders gewesen, als die erste, da konnte George Lucas noch so viel an seinen alten Filmen verändern. Star Wars Fans der alten Schule waren dementsprechend auch nicht sonderlich begeistert von den neuen Filmen. Der erste sei ein Kinderfilm gewesen, der zweite nichtssagend und langatmig wegen den vielen Dialogen – vom Dritten hat man sich da nicht mehr viel versprochen, auch wenn man es kaum aushalten konnte, bis er endlich in die Kinos kam.
Mir ging es da anders: ich habe die alte Trilogie erst Jahre nach Ihrer Veröffentlichung gesehen, noch in der allerersten Fassung, später in der nachbearbeiteten Fassung. Und von der neuen Trilogie kannte ich bisher auch nur die DVDs. Wenigstens einmal in meinem Leben wollte ich einen Star-Wars-Film im Kino sehen. Und wie es aussieht, wird es erst mal so schnell keine Gelegenheit mehr dazu geben, die dritte Trilogie, die an die alte anschließen sollte, hat George Lucas ja abgesagt.
Was konnte man erwarten? Natürlich eine Sinnüberflutung, klar… aber was da auf mich eindreschte war unfassbar: Weltraumschlachten, wie man sie noch nicht gesehen hatte, Laserschwertkämpfe, so schnell, dass das Auge manchmal nicht mehr mitkam. Da war es schon erlösend, dass man sich auf den Running Gag mit den fallenden Laserschwertern verlassen konnte… sogar Yoda verliert seines irgendwann mal. Dazwischen eine gute Fortführung der Geschichte. Ja, es wird viel geredet in der neuen Trilogie, es wird viel Politik gemacht, all das, was einem in den alten Filmen eigentlich gefehlt hat, um den Überblick zu bekommen. Aber wie in den ersten beiden Teilen schon halten sich Actionszenen und Szenen, die die Geschichte vorantreiben, hervorragend die Waage.

Und George Lucas zeigt mit dem dritten Teil auch, dass er selbst nicht in einer Traumwelt lebt.
Er zitiert zum Beispiel schamlos aus dem Star-Trek-Universum, manchmal im Design der Raumschiffe, einmal sogar im Dialog, es fehlte eigentlich nur noch der Ruf eines Käptns: „ENERGIE!“. Die Pionierarbeit, die vor ihm geleistet wurde, und die in den Star-Trek-Filmen durch Lucas selbst und seinen Erfolg wuchs, stellt er insgeheim in einen Dialog, der fast wie ein Abgesang an das SF-Genre klingt - und das an seinem Höhepunkt. Denn dass Episode III der beste Film aus der Star-Wars-Reihe ist, ist für mich keine Frage.

Auch die Star-Wars-Verulkung von Mel Brooks hat es Lucas wohl angetan, aber das wusste man schon länger, sonst hätte er wohl kaum die Laserschwerteffekte für „Space Balls“ gemacht: so mancher Gag und Kalauer könnte wahrhaftig aus Mel Brooks Feder stammen, wenn Roboter sich gegenseitig beschimpfen oder die etwas dümmlichen Langnasen einem in einen Schacht mit letzter Kraft hängendem Obi-Wan befehlen: „Hände hoch!“

Aber auch die harte Realität lässt George Lucas nicht außer Acht. Anakin bedroht seinen alten Lehrer Obi-Wan: „Entweder du bist für mich, oder Du bist mein Feind.“
Eine eindeutige Anspielung auf das von Blödheit strotzende Bush-Zitat nach dem Attentat auf das World Trade Center, und Obi-Wans Antwort zeigt deutlich, was George Lucas davon hält: „Nur ein Lord der Sith kennt nichts ausser Extreme.“
Und wenn es nur für diesen kleinen Dialog gewesen wäre: es hat sich gelohnt, dass George Lucas der größte Independent Filmer geworden ist, den es bisher gab. Nur weil er seine Unabhängigkeit behalten hat, und das Recht darauf, seine Filme so zu drehen, wie ER es will, nur deswegen existiert dieser Satz – und das ist gut so. Da verzeiht man ihm sogar, dass er den Fans die alte Trilogie in ihrer ersten Fassung auf DVD verweigert, weil die Filme in ihrer neuen Fassung nun mal das sind, was er schon immer in seinem Kopf gesehen hat.

Unverständlich ist hingegen, dass er dem Druck von Fans in Bezug auf Rollenfiguren nachgegeben hat. Jar-Jar Binks, der im ersten Teil sehr stark vertreten war, ging vielen Fans dermaßen auf die Nerven, dass George Lucas dessen nicht unwichtige Rolle im zweiten Teil gestrichen hat und dramaturgisch anders verarbeitete. Im dritten Teil sieht man Jar-Jar nur noch zwei oder dreimal durchs Bild laufen, reden tut er leider kein Wort mehr. Dass damit aber auch andere Fans, die Jar-Jar lieb gewonnen haben (und wohl auch deshalb keinen Grund hatten, ihre Stimme zu erheben) mit so etwas enttäuscht werden, hätte George Lucas eigentlich klar sein müssen.

Noch zur Produktionsweise:
Episode III ist der erste Film aus der Star-Wars-Reihe, der vollständig digital auf einer HD-Kamera, der Sony Cinealta, erstellt wurde (warum einige Kino-Kopien leicht unscharf sind, wie ich selbst bestätigen kann und auch in anderen Foren schon gehört habe, wird ein Geheimnis der Kopierwerke bleiben…).
George Lucas wird der Kinofilm der Zukunft hauptsächlich zu verdanken sein, denn ER war es, der in den letzten 15 Jahren die digitale Technik vorangetrieben hat. Kostet die Cinealta noch ca. € 100.000, wird noch im letzten Quartal diesen Jahres eine Kamera veröffentlich, die dieselbe Auflösung in HD mit 24 Bildern in der Sekunde leisten wird (NICHT interpoliert, sondern progressiv!), um unter € 6.000 ! – Sprich: ein 1:1-Transfer vom Digitalband direkt auf Zelluloid ist dann kein Problem mehr, für niemanden!
Was das für Auswirkungen haben wird, kann man heutzutage nur schwer abschätzen. Filme zu produzieren wird günstiger werden, die Möglichkeiten, Material für das KINO (!) zu drehen, wird in weniger als 10 Jahren JEDEM HAUSHALT zur Verfügung stehen… meines Erachtens wird dadurch das Ende der großen Studios und der Beginn einer neuen Independent Ära eingeläutet. Das Marketing wird sicher nicht weniger Einfluss auf den Erfolg eines Filmes haben, aber es werden auch durch Studiopolitik keine Filme mehr verhindert werden können. Der Inhalt wird sehr bald wieder mehr gelten, als die Technik und das Geld.

FAZIT:
Einer der wichtigsten und besten Filme der letzten (und der nächsten) Jahre, in vielen Bereichen. REINGEHEN!

Liebe Grüße,
Sinarius

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