Archiv für die 'Italo Western' Kategorie

HÜGEL DER BLUTIGEN STIEFEL

Die DVD zu diesem Spencer/Hill-Italo-Western ist genial geworden. 3 Schnittfassungen (International, Comedy [”Zwei hauen auf den Putz”] und Integral), 3 Synchronfassungen (neben der englischen Sprachspur und der “Comedy”-Fassung auch die ernsthaftere DDR-Fassung) und die Super8-Version. SO wünscht man sich einen Italo auf DVD! Gerade die sogenannten Comedy-Brandt-Fassungen gehen einen ab und an ganz schön auf den vom Schiesspulver versengten Senkel, da möchte man dem guten Rainer ab und an wirklich eine vor dem Latz hauen, dass sein Schwein pfeift.

Aber im Ernst, Rainer Brandt hat oftmals hervorragende Synchronarbeit geleistet, nur bei den 70er Italowestern hat er es zu oft übertrieben, wohl aus der Not heraus, aus knallharten Western einen FSK12-gerechten Film machen zu müssen. Da finde ich die Idee, die DDR-Fassung herauszukramen schon mehr als genial, so hat man eben beides.

Schade, dass es sich ausgerechnet bei diesem Film eigentlich gar nicht gelohnt hat, er ist wirklich einer der schlechtesten Spencer/Hill-Western, die ich je gesehn habe, gerade bei diesem Film ist jeder Schnitt und jeder draufgepackte Gag eine Verbesserung.

Trotz des miesen Films eine Empfehlung, weil einem durch diese hervorragende DVD-Edition mal ein Einblick in die schauderhaften Italo-Synchron-Abgründe der 70er geboten wird. Und einem auch bewusst wird, wie gut doch auch das DDR-Synchron war.

Film: 5 von 10 Punkten, aber nur wegen absolut kultverdächtiger Schauspieler
DVD-Edition: 10 von 10 Punkten, mehr kann man einfach nicht erwarten

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KOPFGELD: EIN DOLLAR

Ein Italo-Western mit Burt Reynolds – was es nicht alles gibt. Und dann spielt unser Cannonball-Veteran auch noch einen Indianer namens „Navajo Joe“. So abstrus sich das jetzt anhört, es ist keine Klamotte, und es wurde auch im Synchron (zum Glück) keine daraus gemacht. Es ist ein knallharter, wenn auch ein wenig farbloser Italo-Western, sehr brutal (weswegen am Ende auch bei der ARD-Ausstrahlung ärgerlicherweise gekürzt wurde), aber trotz Handlungsmängel keineswegs langweilig – einfallslos vielleicht, aber nicht langweilig. Reynolds spielt klasse, um ihn herum Italo-Western-Stars wie Fernando Rey. Mir ist diesmal eigentlich zum ersten mal überhaupt ein wahrhaftig dummer Gang-Boss untergekommen – und seine Begleiter stehen ihm da nur selten nicht nach. Aber ist mal was anderes.
Ein absolutes Highlight ist die Musik. Wenn einem der Film sonst nichts gibt, die Musik ist es allein wert, sich vor die Glotze zu setzen. Ich hab zwar den Namen „Ennio Morriccone“ nicht entdeckt, aber ich fress die DVD auf, wenn er seine Finger da nicht im Spiel hatte.
Man sollte den Film mal gesehen haben, damit man weiß, wie gut Reynolds wirklich spielen kann. Bisher wusste ich gar nicht, dass er überhaupt mal in einem Italo-Western mitgespielt hat.

6 von 10 Punkten

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ADIOS SABATA!

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Der dritte offizielle Sabata-Film, in dem Yul Brynner die Figur Sabata von Lee van Cleef ablöst und einen seiner wenigen Western abliefert.

6 von 10 Punkten: recht gute Italo-Kost, nichts weltbewegendes, trotz einem hervorragenden Yul Brynner. Das Synchron ist noch angenehm, auch wenn die Österreicher, die Mexiko besetzen, ein wenig ZU wienerisch daher reden. ;-)

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DIE RECHNUNG WIRD MIT BLEI BEZAHLT

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Und wieder ein Italo-Western. Auf Kabel 1 aufgenommen, aber uncut.

Inhalt von der ofdb:

“Bill wird Zeuge, wie eine Gruppe von Banditen seine Eltern und seine Schwester ermorden. Er vergisst die Verantwortlichen nie und ist seither auf der Suche nach ihnen. Auch der geheimnisvolle Ryan ist hinter den Banditen her: Er wurde von ihnen verraten und büßte 15 Jahre im Zuchthaus. So unterschiedlich ihre Motive sind, das Verlangen nach Rache ist bei Beiden unersättlich.”

Ein klasse Lee van Cleef, eine tolle Story, hervorragende Schiesskünste und keine dümmlichen Synchron-Dialoge… knallharter Italo-Western. Also ich bin rundherum zufrieden. :-)

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Ein Italo-Western wieder mal. Eine Aufnahme, die ich irgendwann mal auf Kabel1 gemacht habe, somit also die um 10 Sekunden gekürzte Version.

Es ist ein Italo-Western, ja. Und wie viele von denen wurde dieser von Rainer Brandt durch die Synchron-Mangel gedreht. Der Film dürfte wirklich hart gewesen sein, vor dem Synchron. Danach war er zumindest amüsant, gegen Ende hat es Brandt wieder mal übertrieben. Man sollte wirklich so langsam neue Synchros von den Filmen anfertigen, die alten zwar nicht wegwerfen, aber halt nur als Comedy-Bonus mit auf die DVDs packen.
Es ist ein Low-Budget-Italo der recht bekannt und begehrt ist, warum, das weiss der Himmel. Vielleicht findet sich die Antwort in den fehlenden 10 Sekunden. Dieser Film ist beileibe nicht so schlecht, wie manch anderer Italo - aber auch weit entfernt von den Kultfilmen eines Leone. Aber Synchro hin, Dramaturgie her: der Film ist sehenswert und an einigen Stellen kann man dank Brandt herzhaft lachen. Was will man mehr?

Öhm… eine weitere, ernsthafte Tonfassung, klar, aber sonst? Sonst bin ich als Italo-Fan gut bedient worden, Langeweile kam jedenfalls nicht auf.

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“DREI AMEN FÜR DEN SATAN” aus der Klaus-Kinski-Whole-Western-Edition von Pest… äh… Best Entertainment

Ich hab im MÜLLER mal eine Klaus-Kinski-Western-Sammelbox gekauft. 4 Filme auf 3 DVDs für schlappe 10 Euro. Heute war mal wieder einer davon dran. Best Entertainment ist ja nicht gerade berühmt für hochwertige DVDs - weder qualitativ noch inhaltlich. Das hat sich mal wieder bewahrheitet.

“Drei Amen für den Satan”. Klar, dass man sich sowas nur wegen Kinki anschaut. Der taucht nach 5 Minuten und dann erst wieder nach 50 Minuten auf, seine Rolle ist aber durchaus mehr als ein Gastauftritt, wenn er auch nicht die interessanteste oder gar amüsanteste Rolle spielt. Da gibt es mittendrin plötzlich einen “Arzt”, einen komischen Alten, der verdrehte lateinische Zitate ablässt und Kalauer im Rainer-Brandt-Stil von sich gibt (ich vermute, es IST tatsächlich eine Brandt-Synchro, so nach der ersten halben Stunde häufen sich die Kalauer allgemein).

Aber so schlecht, wie der dramaturgische Aufbau und das deutsche Synchron in den ersten Minuten vermuten lassen, ist der Film nicht.

Ein Junge erlebt mit, wie seine Familie von Indianern niedergemetzelt wird und will sich als Erwachsener rächen. Standard, mit einem kleinen Dreh, der gar nicht mal so langweilig ist. Der Film ist mit ca. 1:30h nicht zu lang, aber auch keineswegs zu kurz. Gerade richtig, gerade erträglich. Als Italo-Western-Fan ist man auch schlimmeres gewohnt, durchaus.

Dafür, dass ich aus der Box schon mindestens einen weiteren guten Film gesehen habe (”Ein Einsamer kehrt zurück”), kann man die gesamte Box nur als guten Kauf sehen. Auch wenn sie mit dem Namen “Kinski” gross aufgezogen wird, es ändert nichts daran, dass Klaus Kinski oftmals nur des Geldes wegen schlechte Rollen übernommen hat, und wenn keine schlechten, dann doch nur Gastrollen. So kann man durchaus enttäuscht sein über seine gringe Präsenz der wohl recht günstig angekauften Filme für diese Box, aber auch erstaunt, was für einen Film man wohl verpasst hätte, wäre da nicht der Name Kinski gewesen.

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