Archiv für die 'Fantasy' Kategorie

Harry Potter und der Orden des Phönix (2007)

INHALT:
Lord Voldemort ist auferstanden! Doch nur einige wenige glauben dies Harry Potter, der in seinen Sommerferien von der Zeitungshetze in der magischen Welt wieder mal nichts mitbekommt. Während sich der Orden des Phönix, der schon vor Harrys Geburt gegen Voldemort kämpfte, neu formiert und die Zaubererwelt zum einen vor Voldemort schützen, zum anderen von dessen Erstarkung überzeugen will, müssen sich Harry und seine Freunde in der Schule gegen die Anfeindungen des Ministeriums erwehren. Nachdem immer mehr Schülern klar wird, dass der Unterricht ihnen zukünftig nicht im Kampf gegen das aufsteigende Böse helfen wird, und der Rausschmiss von Dumbledore sowie die Schreckensherrschaft über die Schule Hogwarts von der sadistischen Katzenliebhaberin Umbridge nur von Voldemort initiiert sein kann, gründen sie „Dumbledores Armee“ und überreden Harry, ihnen so viel wie möglich über den Kampf beizubringen.
Doch Voldemort bekommt immer mehr Macht über Harrys Gedanken und es ist nur eine Frage der Zeit, wann sich die beiden wieder im Kampf gegenüber stehen werden.

KRITIK:
Nach dem letzten Potter-Film hatte ich mit der Kino-Reihe eigentlich abgeschlossen, so schlecht und lieblos war der Film gemacht. Damals wurde aus einem hervorragendem Buch, das Stoff für zwei Filme hergegeben hätte, ein Machwerk zusammengeschustert, das Potter-Fans erschaudern liess. Die Bilder waren für diesen Teil viel zu düster und die Geschichte wurde zusammengestrichen, dass einem das Kotzen kam.

Und nun sollte man sich den nächsten Teil antun, der als Vorlage das wohl langweiligste Buch aus dem Potter-Universum als Grundlage hat? Ein Buch, in dem es auf mindestens 70% der Seiten nur darum ging, Harry im Unklaren zu lassen und ihn in immer tiefere Selbstzweifel stürzen zu lassen, weil er sich von Dumbledore, der ihn unerklärlicherweise nicht mal mehr ansehen wollte, allein gelassen fühlte?
Ich hoffte nur, dass der Roman diesmal genauso zusammen gestrichen wurde, wie das letzte Mal: war es im letzten Teil zwar pure Ketzerei, so viel Nebenstränge zu unterschlagen, so konnte es diesmal der Spannung nur gut tun.

Und was soll ich sagen? Es wurde diesmal tatsächlich alles richtig gemacht. Die elendig langweiligen Stellen aus dem Buch wurden getilgt und übrig blieb ein spannungsgeladener Plot, bei dem man sich nur an ein oder zwei Stellen vielleicht explizitere Darstellungen wünscht. Dobby fehlt schmerzlich und dass Rons erstes Quidditsch-Spiel nicht erwähnt wird ist absolut unverzeihlich… aber naja, man gewöhnt sich wohl an die Unsäglichkeiten der Filme-Macher…
Das Bild ist düster, und diesmal ist es ja auch gerechtfertigt: der dunkle Lord ist auferstanden, die Zauberwelt läuft Gefahr wieder unterjocht zu werden und merkt es nicht mal. An einigen Stellen bekommt man wahrlich Gänsehaut.

Das deutsche Synchron ist einem Kinofilm angemessen, einige Sprecher, vor allem die jungen, scheinen so langsam dazu zu lernen. Leider muss man sich bei Dumbledore an eine neue Stimme gewöhnen. Und auch wenn die Stimme von Klaus Höhne nie zu ersetzen sein wird: es hätte meines Erachtens bessere Alternativen gegeben, als Wolfgang Hess (der aber natürlich NICHT wie Bud Spencer klingt - meine Güte, wer solche Bedenken im Vorfeld äußert, hat echt keine Ahnung vom Synchron). Aber Hess kommt im Vergleich einfach zu hart rüber, dabei wäre seine Stimmlage und sein Timbre sogar noch irgendwie akzeptabel für die Rolle gewesen. Leider hat man sich aber an den Schauspieler orientiert, der schon im letzten Teil viel zu laut und ruppig gesprochen hat. Da war das deutsche Synchron eine wahre Wohltat. Schade, dass man auf sowas diesmal nicht auch geachtet hat.
Aber ansonsten wie gesagt ist das Synchron so unauffällig, wie es zu sein hat.

Einzelne Schauspieler und Rollen fallen diesmal besonders auf: die schon erwähnte Katzenliebhaberin Umbridge wird von Imelda Staunton so dermaßen überzeugend gespielt, dass man es mit der Angst bekommt. Eher farblos hingegen kommt Lucius Malfoy daher, der in den früheren Teilen doch mehr überzeugen konnte. Snape hingegen konnte gegenüber den vorherigen Teilen wieder an Wirkung zulegen, wenn seine Rolle auch immer mehr zu einer Nebenrolle verkommt. Eine absolute Bereicherung ist Evanna Lynch, die Luna Lovegood verkörpert. Wundervoll gespielt, als ob sie direkt aus Rowlings Büchern herausgesprungen wäre. Einfach nur fantastisch. Hier wurde übrigens auch wieder eine hervorragende Synchronstimme gefunden!

Der Regisseur David Yates musste von seinem Vorgänger, der-dessen-Name-von-mir-niemals-wieder-genannt-wird, leider den Spagat zwischen altmodischer und neumodischer Kleidung übernehmen (der in den Büchern nie vorkommt!), was diesmal aber weit weniger unangenehm auffiel, da diesmal auch Szenen im modernen London spielen, vor allem die wunderschönen Flugsequenzen bleiben da im Gedächtnis.

Das Finale ist bemerkenswert. Zum ersten Mal sieht man Zauberer-Duelle wie sie sein sollten. Dass es diesmal nicht so gruselig wie im letzten Teil zugehen kann, war jedem klar, der die Bücher kennt – dafür wurde es um Längen erwachsener und dramatischer. Am Ende hat man die zweieinhalb Stunden gar nicht gemerkt und man war nicht einmal in Versuchung, doch mal schnell auf die Toilette zu gehen… man hatte ja nicht mal zu diesem Gedanken Gelegenheit.

FAZIT:
An die grandiosen ersten beiden Potter-Filme wird man nicht mehr ran kommen, ganz klar. Aber ich hege die Hoffnung, dass der Tiefpunkt mit dem letzten Potter-Film überwunden wurde und es nun wieder bergauf geht. Dieser Teil ist mit einer der stärksten Potter-Filme und kann eigentlich auch die Liebhaber der Bücher überzeugen. Mich zumindest hat er überzeugt, und das war diesmal wahrlich schwere Arbeit. Jedenfalls sollte man sich diesen Film auf keinen Fall entgehen lassen.

7 von 10 Punkten, weil die Umsetzung zwar ok und der Film wahrlich grandios ist, mir aber immer noch zu viel aus den Büchern gestrichen wurde.

Kommentar

Harry Potter 5 wird wieder ein FLOP!

Bei Kino.de ist bekannt geworden, dass Dobby der Hauself auch in dieser Folge wieder fehlen wird. War dies im vermurksten vierten Teil noch möglich, da Dobby selbst dort keine wichtige Rolle spielte, ist dies bei Teil 5 so gut wie unmöglich, ohne in die Geschichte extrem einzugreifen.

Die Produzenten müssen doch bei Teil vier schon gemerkt haben, dass das Versprechen des überforderten Regisseurs, das Buch so straffen zu können, dass es in einem Teil verfilmt werden kann, nicht eingehalten wurde - nicht eingehalten werden KONNTE. Und das, obwohl die Produktionsfirma sogar angeboten hatte, Teil 4 in zwei Filmen zu verarbeiten (was die einzig wahre Lösung gewesen wäre).

Der selbe Mist nun also bei Teil 5.

Ich rufe alle Harry Potter - Fans auf, an die Filmfirma zu schreiben und den Protest laut kund zu tun! Ohne Dobby, KEINE ZUSCHAUER. Ohne Ron’s erstes Quidditsch-Turnier KEINE ZUSCHAUER! Ohne eine genauso liebevolle Umsetzung wie in den ersten beiden Teilen KEINE ZUSCHAUER…

Bis eine bessere E-Mail-Adresse gefunden wird, schreibt am besten zweisprachig an: customerservice@wb.com

Ich werd mir noch was einfallen lassen in Punkto Unterschriftenliste.

Liebe Grüsse,
Sinarius

Kommentare (1)

CONSTANTINE

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Inhalt:
John Constantine (Keanu Reeves) ist im wahrsten Sinne des Wortes durch die Hölle gegangen. Schon als Kind hatte er die Gabe mitbekommen, Dämonen, die unter den Menschen wandeln, erkennen zu können. Seine Eltern und Ärzte schickten ihn solange durch die Psychiatrien, bis er Selbstmord begehen wollte und für zwei Minuten tot war. Zwei Minuten, die er aufgrund seiner Todsünde in der Hölle verbrachte – zwei Minuten, die solange dauern wie ein normales Leben. Seitdem versucht er sich von seiner Sünde reinzuwaschen, indem er Dämonen jagt und Exorcismen ausführt. Doch die Zeit wird knapp, er ist an Lungenkrebs im Endstadium erkrankt. Für ihn gilt es, endlich zu erkennen, was seine wirkliche Bestimmung ist. Er nimmt seinen letzten Fall an, als ihn eines Tages Angela Dodson (Rachel Weisz) kontaktiert, der er bei der Klärung des Todes ihrer Zwillingsschwester Isabel helfen soll, welche sich vom Dach der Nervenheilanstalt stürzte, in der sie einsaß. Zudem brechen immer mehr Dämonen in die Welt ein, was sie eigentlich nicht dürften. Es wird Zeit, die Regeln, denen die Welt, der Himmel und die Hölle unterliegen, ein klein wenig zu brechen.

Kritik:
Lange habe ich mich von diesem Film ferngehalten. Zu sehr wurde in der Werbung zu diesem Film darauf hingewiesen, dass er von den Matrix-Machern sei. Und nach den letzten beiden Matrix-Teilen hatte ich wahrlich keine Lust mehr auf einen Film mit undurchsichtiger Pseudo-Handlung und überladenen Effekten. Was für ein Fehler.
Natürlich kann man sich auf die Effekte in diesem Film freuen, sie sind aber keineswegs überladen oder deplaziert. Sie passen, von Anfang bis Ende, sie sind in die Story integriert und nicht einfach nur draufgeklatscht worden.
Ja, es gibt eine Story. Und was für eine. Sie ist logisch, passt zur westlichen Mystik und nimmt sich keine Freiheiten, die die Handlung irgendwie hinbiegen sollen. Die Höllenszenen sind genial gemacht und treiben einem teilweise wirklich Angst ein. Keanu Reeves füllt seine Rolle perfekt aus, und es kein wirklicher Grund da, zwischendrin an Neo zu denken.
Der Film passt, von Anfang bis Ende, von der Inszenierung bis zum Schnitt, das hätte ich wirklich nicht erwartet.
Das deutsche Synchron ist gut geraten, die Stimmen sind in Ordnung, da muss man sich auf keine Überraschungen einlassen. Einzig die teilweise undeutliche Aussprache nervt manchmal, da musste wohl schnell gearbeitet werden.

Insgesamt ein absolut sehenswerter Film, spannungsgeladen und ohne Kritik an der Kirche, die in einem Actionfilm einfach nichts zu suchen hätte. Kritik an der christlichen Religion an sich kann man hingegen durchaus entdecken, wenn man sie sucht. Aber reine Actionfans dürfte das nicht störend auffallen, dazu ist der Charakter von Constantine einfach zu gebrochen und vielschichtig. Übrigens: es lohnt sich, den Abspann durchzuhalten, dann wird auch das letzte Geheimnis gelüftet!

Wertung:
8 von 10 Punkten, geniales Popcorn-Kino mit Hirn.

Kommentar

KING KONG (2005)

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Es war noch zu Zeiten, in denen der „Herr der Ringe“ um Oskars kämpfte und im Fantasy-Wettstreit mir „Harry Potter“ lag, da hörte ich das erste Mal das Gerücht, dass Peter „Bad Taste“ Jackson einen absoluten Klassiker der Filmgeschichte adaptieren will: King Kong. Ich hielt das lange für eine Schnapsidee, denn das sagte Peter Jackson immer, wenn er einen Film fertig gestellt hatte. Als es dann offiziell wurde, glaubte ich immer noch nicht an einen großartigen Erfolg. Aber na ja, irgendwas muss ein Regisseur, der gerade einen jahrzehntelang als unverfilmbar geltenden Stoff erfolgreich doch verfilmt hat, ja tun.
WARUM, so fragte ich mich, sollte man King Kong wieder mal neu verfilmen, das letzte Remake aus den 70ern hätte eigentlich eine Warnung sein sollen, dass man an den Charme und die Intensität des Originals nicht rankommt.
Tja, die Antwort liefert Peter Jackson mit seinem fast drei Stunden dauernden Film, bei dem ich mich letzten Endes fragen muss, welcher Film denn nun wirklich der Beste im Jahr 2005 gewesen ist: „Star Wars 3“ oder „King Kong“. Sicher ist nur, dass Peter Jackson einen Film von einem Filmfan für Filmfans gemacht hat und so einige altgediente (um nicht zu sagen ausrangierte) Regisseure in ihre Schranken verwiesen hat.
Und warum um alles in der Welt habe ich diese Review nicht vor ein paar Monaten geschrieben, als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe? Ich habe keine Ahnung, und war erstaunt, dass ich heute doch nicht nur eine DVD Review, sondern tatsächlich den ganzen Film besprechen muss.

Inhalt:
Die 30er Jahre in Amerika. Der Film, vor allem der Tonfilm, ist noch sehr neu, und die Leute die für ihn arbeiten sind dementsprechend enthusiastisch. Der Regisseur Carl Denham (gespielt von „School of Rock“ Hauptdarsteller Jack Black) hat einen Film in der mache, der von den Produzenten gefallen lassen wird. Für ihn beginnt ein Wettlauf um seine Karriere, wenn er sein Team an Board eines Schiffes peitscht, das Kurs auf die unbekannte Insel „Skull Island“ nimmt. So nebenbei findet er noch auf dem Weg zum Hafen die perfekte Darstellerin für die weibliche Hauptrolle, Ann Darrow (Naomi Watts).
Auf der Insel findet sich nicht nur die perfekte Kulisse für Denhams Film. Neben nicht gerade freundlichen Eingeborenen laufen einem längst ausgestorbene Dinosaurier, überlebensgroße Tausendfüßler, Fledermäuse und Spinnen und ein Riesenaffe über den Weg. Letzterer wird King Kong genannt. Der Rest ist (Film-)Geschichte. Kong wird gefangen, zum Big Apple gebracht, auf dem Broadway ausgestellt, vermisst seine Liebste, sucht sie in einem zerstörerischen Kampf gegen die Großstadt, besteigt mit ihr das Phallussymbol schlechthin, das Empire State Building und wird vom Militär danieder gestreckt.

Inszenierung:
kong2 Meine Güte, was für ein Feuerwerk. Der Film ist von der ersten Sekunde an bis zur letzten ein Fest. Ein Fest an darstellerischem Musterkönnen, an technischer Perfektion, an perfekten Special Effekts. Und dennoch hat es Jackson geschafft, dem Original treu zu bleiben, ihm eher noch eine Note dazu zu geben, als ihm zu schaden. Aber King Kong ist auch das perfekte Pflaster, um endlich mal klar zu stellen, wer der beste Regisseur der Gegenwart ist. Und das, ohne der Vorlage untreu zu werden (JA, es gab Dinosaurier im Original, JA, es gab auch die Riesenspinnen, die legendäre Szene ist aus dem Originalfilm nach einem Test-Screening herausgeschnitten worden und seitdem verschollen, weil die Zuschauer über nichts anderes mehr gesprochen haben, und die Hauptrolle hatte nun mal King Kong). Jackson kann bessere Dinos als Spielberg erschaffen und sie um Längen besser in Szene setzen. Er kann auch bessere Riesenspinnen zeigen, als man sie jemals in Harry Potter zu Gesicht bekam. Er ist sogar besser, als dieser Typ, der „Herr der Ringe“ gedreht hat, meine Güte. Der Mann ist ein Phänomen. Warum „King Kong“ bei den Oskars in diesem Jahr so übergangen wurde und stattdessen Machwerke beachtet wurden, die man nicht mal in einem Atemzug mit „King Kong“ nennen will, wird mir immer ein Rätsel bleiben.
Jackson schafft es wie kein zweiter, perfekte SFX mit einer genialen Geschichte zu verbinden und den Schauspielern immer noch genug Luft zum schöpferischen Atmen zu lassen. Der allgegenwärtige Thomas Kretschmann, Jack Black, Naomi Watts, jede einzelne Figur wurde mit Liebe ausgesucht und perfekt in Szene gesetzt. Die schauspielerischen Leistungen sind ohne Einschränkung als perfekt zu werten.
kong1 Der animierte King Kong ist das Beste, was man sich vorstellen kann, er ist atemberaubend realistisch. Wo früher Stop-Motion-Puppen im (auch heute noch fesselnden) Original die Schauspieler in manchen Szenen ersetzten, wurden hier computeranimierte Schauspieler-Doubles eingesetzt, die man nicht ein einziges Mal entdecken kann.
Das New York der 30er… nicht mal Filme die in den 30ern entstanden sind, haben es so gut dargestellt.
Einige Szenen zeigen, dass Jackson eine Hommage an seinen Lieblingsfilm drehen wollte. Der schier unglaubliche Kampf zwischen King Kong und den Dinos, der schon im Original den Atem stocken lässt (auch heute noch!), die Spinnenszene, die jedem Fan abgeht, teilweise sind ganze Einstellungen fast 1 zu 1 übernommen und in die heutige Filmsprache übersetzt. Einzig der Zusammenhalt der Schiffscrew mit der Filmcrew, der im Original grenzenlos schien, wurde von Jackson eliminiert. Klar: ein paar Figuren wurden anders gezeichnet, ein paar hinzugefügt, andere weggelassen, aber es wurde kein anderer Film gedreht. Sogar ein paar Dialoge kann man wieder erkennen. Diesen Film anzusehen macht einfach Spaß, ihn mit dem original zu vergleichen ist schier eine Offenbarung.

Es mag an mir liegen, dass ich bei den Vernichtungsszenen in New York die ganze Zeit an den 11. September denken musste. Damals hatte sich am darauffolgenden Tag ein Kollege versprochen und statt „Twin Towers“ „Empire State Building“ gesagt. Meine Bemerkung darauf war: „Nein, nein, es war der Twin Tower, der eingestürzt ist. Das mit dem Empire State Building war King Kong.“
Ich glaube trotzdem, dass die umherfliegenden Flugzeuge und der zerstörungswütige King Kong nicht nur mir diese Assoziation bringt.
Was mir nach der ersten Begegnung mit King Kong gefehlt hat, seine emotionsgeladene Liebe zur weißen Frau, das hat Jackson mehrfach gut gemacht in den romantischen Szenen, wenn Kong sehnsüchtig in den Sonnenuntergang schaut oder mit seiner Liebe auf dem zugefrorenen See schlittert.

King Kong - Produktionstagebücher (2 DVDs)
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Die nun erschienene DVD ist als perfekt anzusehen: Bild und Ton sind hervorragend, und der Bonus zeigt, was Filmliebhaber sehen wollen. Als dringende Ergänzung empfehle ich die schon zum Kinostart erschienene 2-er DVD „King Kong: Produktionstagebücher 1 bis 55“. Insgesamt hat man ein Werk in der Hand, aus dem Filmstudenten mehr lernen können, als jemals aus einem mehrjährigen Studium.

Bewertung:
Film: 11 von 10 Punkten ;-)
Schauspieler: 10 von 10 Punkten
SFX: 10 von 10 Punkten.

PS: Nur um es hier auch nochmal erwähnt zu haben. JACKSON FOR POTTER-UNIVERSE! Nur dieser Mann kann die letzten drei Potter-Filme noch retten!!!!

PPS: Meine Bewertung von King Kong (2005) vom Januar 2005 aus einem Forum, hauptsächlich deswegen interessant, weil ich am selben Tag auch das Original gesehen hab:

Ich hab an ein und dem selben Tag sowohl den Film von 1933 als auch den neuen Jackson gesehen.

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Erst mal zum Original: ich hatte ganz vergessen wie spannend und genial dieser Film ist. Wahnsinn, man ist auch mit der Stop-Motion-Technik voll im Geschehen.

Jackson hat einen glanzvollen Spagat geschafft: den Spagat zwischen Remake und Neuinterpretation. Er hat Rollen und Bilder übernommen, an einigen Stellen abgeändert (manchmal zu meinem Leidwesen, denn der Zusammenhalt der Schiffscrew im Original hat mir sehr gut gefallen), er hat den Focus gerade in der Beziehung zwischen Frau und Gorilla verschoben und trotzdem dem Original gehuldigt - schade dass King Kong nicht ganz so “süss” wie im Original ausgefallen ist, zumindest nicht von Anfang an, gegen Ende des Films kommt das dann erst. Manchmal zitiert Jackson 1:1, samt Bildeinstellung, Text und Überblendung, an anderen Stellen verändert er es, dass es entweder weh tut oder erfreut, es aber immer passend und genial ist. Wie ein Puzzle, in dem man altes und neues herausfinden und vergleichen muss.

Dass die SFX genial sind, muss man nicht erwähnen - Jackson macht in der Regie-Riege einen Rundumschlag, zeigt z.B. dass er bessere Dinos zustande bringt, als Spielberg in Jurassic Park, einen besseren “Godzilla” als Emmerich, und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen bringt er die absolut neuen und genialen Insekten. Besser gehts eigentlich gar nicht mehr.

Die fast 3 Stunden vergehen wie im Fluge - deswegen nehm ich meinen Kommentar von vor über einem Jahr zurück:

Sinarius hat folgendes geschrieben::

Splatteralex hat folgendes geschrieben::
Gibts eigentlich News zum Thema?

Ja… hab gehört, dass der Film “King Kong” recht affig werden soll… *hüstel*

;-)

10 von 10 Punkten - sowohl für Original als auch für die Neuverfilmung 2005.

Kommentar

HARRY POTTER UND DER FEUERKELCH

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Den Inhalt spar ich mir, man kann ihn millionenfach im Internet nachlesen.

Der vierte Teil im Kino, und das nur ein paar Monate, nachdem der sechste Teil als Buch rausgekommen ist. Es ist das erste Mal, dass Buch und Film im selben Jahr erscheinen, was auf eine schnellere Produktion beim Film hinweist. Und so was tut der Qualität ja bekanntlich nicht gut.
Um es vorweg zu nehmen: der Film ist SCHLECHT! Und das sagt ein Potter-Fan, sowohl von den Büchern, als auch von den bisherigen Filmen. Aber bei dem vierten Potter-Film wurde ein großer Fehler gemacht: Mike Newell.

War der Regisseur bei „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ dem Stoff gewachsen, hat er bei Potter IV absolut versagt.
Dem Drehbuchautor kann man hier keinen Vorwurf machen, der hat schon in den ersten drei Teilen bewiesen, dass er es kann. Newell war es, der die Idee des Studios, den Film in zwei Teilen zu drehen, abgewürgt hat und meinte, er könne die Geschichte straffen.

STRAFFEN!!! Was rausgekommen ist, sieht aus, wie ein zusammengewürfelter Teaser zum Buch. Wichtige, absolut notwendige Bestandteile sind weggelassen worden. Die gesamte, für alle Bücher zum Standard gewordene, erste Szene bei den Dursleys ist absolut gestrichen. Das Highlight für alle Quidditch-Fans, die Weltmeisterschaft – gestrichen. Die Weiterführung des Plots um die Hauselfen, die ganze Geschichte um Winky, die sich in Dobby verliebt – gestrichen.
Stattdessen wird nach dem Tournier nicht Winky, die mit Potters Zauberstab in der Hand erwischt wird, verdächtigt, nein, Potter und seine Freunde werden vom Ministerium bedroht.

Und so geht es weiter mit der Subplot-Vernichtung, um den Film auf knappe 2:30 zu bringen.

Da passieren dann solche Schnitzer wie eine doppelte Szene beim Weihnachtsball, bei der mehr als offensichtlich eine Szene klein geschnitten wurde.

Dunkler und düsterer wurde der Film? NATÜRLICH wurde er dunkler und düsterer, Newell konnte ja zum Glück kein vollkommen neues Buch schreiben, nur weil man ihm gestattet hat, Rowlings Werk zu verstümmeln.
Dass er die gesamte Gegend um Hogwarts herum verändert, und zwar im Vergleich zu den letzten FILMEN verändert, ist schier Stumpfsinn… da hat irgendjemand „Herr der Ringe“ nachmachen wollen, oder für Narnya, oder wie das heißt, geprobt.

Die drei Aufgaben des Trimagischen Turniers werden aneinandergereiht, dramaturgisch so gefühlvoll, wie die einzelnen Geschichten in einer billigen Porno-Produktion. Da kann einen das fantastische Duell mit dem Drachen nur wenig trösten. Die Unterwasserszene, zugegebenermaßen tatsächlich mal so gruselig umgesetzt, wie es das Buch vorgibt, ist auch ein Highlight. Effektmässig gibt es eh nichts zu meckern in dem Film, da sieht man nichts Neues, aber das muss ja auch nicht sein, die Effekte passen zur Geschichte und wurden hervorragend umgesetzt (im Gegensatz zum Drehbuch und zur Regie).

Das Finale: die Wiederauferstehung Voldemorts. DER HÖHEPUNKT DES FILMES! Zugegebenermaßen wurde der Film in den letzten 20 Minuten doch ein wenig spannender. Allerdings konnte er auch kaum noch mehr abflachen. Sicher nicht kindgerecht war die Szene, sie war düster, dunkel, gefährlich, gruselig, sogar ein wenig splatterig – und dennoch enttäuschend irgendwie, weil ausgerechnet da die Schnitte langsamer wurden, um ein paar billige Blitzeffekte länger aufleuchten lassen zu können. So viel Unfähigkeit bei einem Regisseur hab ich noch nicht erlebt. Voldemort wurde von Ralph Fiennes faszinierend böse gespielt. Irgendwie war man an dieser Stelle des Films – vor allem als Leser des Buches – schon so tief in der Depression, dass man Fiennes und die Szene kaum genießen konnte.
Die bekannten Nebenrollen wie Hagrid, Malfoy, Snape… dass man sie überhaupt zu Gesicht bekam ist ein kleines Wunder. Wurmschwanz hatte eine größere Rolle, als alle drei zusammen!

Die Kostüme!!!! Meine Güte, die Kostüme!!!!!! Bei der Weihnachtsparty stehen da Mädchen im Cocktailkleidchen, bei der Weltmeisterschaft und beim Trimagischen Turnier sind die Zuschauer in Goretex gekleidet… um Hogwarts Willen, welches Arschloch ist dafür verantwortlich???

Frau Rowling täte gut daran, ab und an mal wieder die Feder weg zu legen und an das Set zu fahren, um nach dem Rechten zu sehen, sonst kann ich prophezeien, dass die nächsten Teile so ein Fiasko werden, dass die Realisierung des letzten Teiles fragwürdig erscheint.

Zum Guten in dem Film: die drei Hauptdarsteller, auch wenn ihre Rollen auseinandergerissen wurden, sind ausnahmslos hervorragend und spielen von Film zu Film besser. DIE Figuren, die ausführlich gezeigt wurden, sind allesamt gut besetzt um umgesetzt, ich denke da an Mad Eye Moody, Longbottom, Fleur und an einige andere…

Wie andere Rezensenten den Humor in Newells Film loben können, wie sie loben können, dass das Bonbon-hafte der ersten Teile weg ist… ich versteh es nicht. Die Bücher sind darauf ausgelegt, von mal zu mal aus der heilen Bonbon-Welt eine düstere Endzeit-Vision zu machen, und Newell hat in diesem Teil mehr, als es in dem Buch schon der Fall gewesen ist, auf das Ende gezeigt. Und das ist eben der Fehler gewesen. Was im Buch angedeutet wird, aber bei weitem noch nicht gezeigt wurde, hat in der Filmumsetzung nichts zu suchen, auch wenn man es aus dem neuen Roman schon kennt. DAS umzusetzen ist die Aufgabe der Regisseure der nächsten Teile… und da die Produktion noch einen Schimmer Hirn hat, heißt der Regisseur sicher nicht mehr Newell, der nur genommen wurde, weil Cuaron noch mit dem letzten Teil von Potter beschäftigt war. In der Preproduction des nächsten Teils führt zumindest Davis Yates Regie, mal sehen, was da raus kommt. Ich befürchte aber, dass man an die Romanumsetzung vom ersten Teil nie wieder ran kommen wird. Schade drum.

Effekte: 7 von 10 – nichts aussergewöhnliches, aber auch nichts schlechtes.
Schauspieler: 9 von 10 – jeder wird seiner Rolle mehr als gerecht, hervorragend.
Regie: 1 von 10 – immerhin war er am Set, also kann man dem keine Null geben.

Film insgesamt: 3 von 10. Absolut enttäuschend, vor allem für Leser der Romane. Für die anderen, die die Bücher nicht kennen, ist der Film gerade noch erträglich durch das relativ starke Ende.

Kommentar

HARRY POTTER 1 bis 3

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Das war ein Wochenende: alle drei Potter-Teile auf einen Schlag. Herrlich. Schön zu beobachten, wie aus Kindern Jugendliche werden, und wie aus einem hervorragendem Stück Fantasy-Literatur tolle Filme werden. Dachtre man vor dem ersten teil noch, „hoffentlich macht Chris Columbus daraus kein ‚Harry Potter allein zuhaus“, trauert man ihm im dritten Teil durchaus nach. Gut, die Kinder werden erwachsener, aber muss es die Welt um sie herum auch werden? Ist der erste Teil noch so geschaffen worden, dass man ihn durchaus als Ersatz zum Buch sehen kann (es sind wirklich alle wichtigen Details enthalten) wurde im dritten Teil schon anständig geschludert.
Aber vielleicht ist das auf Wunsch der Autorin Rowling so geworden, wenn man sich das frisch erschienene neue Buch ansieht, ist das Knall-Bonbon-mässige aus dem ersten Teil auch weitestgehend verschwunden, es wird düsterer, endzeitmässiger. Das soll wohl in den Filmen auch schon angedeutet werden
Von der FSK6-Panne mit Potter II will ich gar nicht erst anfangen, weil das ein rein deutsches Problem ist. Zum Glück gibt es den Film in der Schweiz uncut auf DVD.
Fragt sich nur, wie die es tatsächlich hinkriegen wollen, alle geplanten sieben Teile mit den selben Hauptdarstellern zu drehen, da diese eindeutig schneller altern (bzw. erwachsen werden) als die Romanfiguren. Wird sicher noch ein hartes Stück Arbeit. Ich freu mich jetzt schon darauf. J

Teil 1: 10 von 10 Punkten, besser kann ein Roman nicht verfilmt werden.
Teil2: 9 von 10 Punkten, das kommt davon, wenn man perfekt anfängt. ;-)
Teil 3: 7 von 10 Punkten, obwohl das, wenn das Potter-Werk vollendet ist vielleicht noch relativiert werden muss. Zu starke Abstriche in der Geschichte aber werden bleiben.

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CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK

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Ein Tim-Burton-Film mit Johny Depp in der Hauptrolle.

Ich machs kurz: das Remake des Films von 1971 unter dem selben Titel (mit Gene Wilder) hat tolle Bilder, eine hübsche Geschichte, ist auch absolut für Kinder geeignet (deswegen sind wohl die Lieder auch ins Deutsche synchronisiert worden a la Disney)… und es gibt einen oskarreif spielenden Johnny Depp… allein er ist schon ein Erlebnis.

8 von 10 Punkten, vor allem wegen Johnny Depps glanzvoller Leistung.

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