Archiv für die 'Gothic-Horror' Kategorie

STAY ALIVE (2006)

Stay Alive - Unrated Director\'s Cut
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Auf diesen Film bin ich in der Videothek gestoßen. Indirekt hat er etwas mit dem Hammer-Film “Comtesse des Grauens” zu tun, es geht um unsere allseits beliebte und gefürchtete Lady Bathory.

INHALT: Ein junger Mann testet ein Underground-Videospiel und stirbt kurz darauf… Seine Freunde entdecken in seinem Nachlass das Spiel, und wollen ihm huldigen, indem sie das letzte Spiel, welches er spielte, selbst spielen. Eigentlich sollten diese Verrückten schon stutzig werden, wenn sich das Spiel erst nach dem lauten Sprechen eines Gebetes startet (ohne Voice Activation wohlgemerkt!). Als aber klar wird, dass ihr Freund und nach und nach sie selbst immer auf genau die selbe Weise sterben, wie im Videospiel, wird auch denen klar, dass sie sich nicht nur in einer virtuellen Realität befinden, sondern in dem Sog einer dunklen Macht, ausgehend von der wieder heraufbeschworenen Lady Bathory! Und diese macht verfolgt die jungen Gamer bis in die Realität.

KRITIK: Spätestens an diesem Punkt wird auch klar, wieso ich diesen Film hier bespreche, man kann ihn tatsächlich als Nachfolger von “Comtesse des Grauens” sehen, und warum dieser Film nicht viel bekannter ist, werde ich nie verstehen. Er ist durchgehend spannend, wirkt nie lächerlich (wenn es auch durchaus komische Momente gibt), die Effekte sind passend und aktuell, aber nicht übertrieben. Das Videospiel selbst sieht fast oldfashioned aus, was aber sinnvoll ist, um die Abgrenzung zur Realität besser hervorzuheben.

FAZIT: Uneingeschränkt empfehlenswert, nicht nur, aber VOR ALLEM für Hammer-Fans! Es ist ein sehr guter Film mit guten Schockeffekten, der, wenn man “Comtesse des Grauens” kennt, und somit den Charakter der Lady Bathory, noch besser wird.

9 von 10 Punkten.

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HAMMER-HORROR-BOX von Kinowelt

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Wie schon auf meiner Hammer-Studio-Fansite geschrieben, habe ich die Preview-DVDs von Kinowelt bekommen und kann euch somit einen ersten Eindruck von der Box vermitteln. Allerdings auch nur von der Bild- und Tonqualität, wie die Box sich anfühlt, kann ich euch nicht sagen, ich habe, wie gesagt, ausschliesslich die DVDs bekommen, wie es üblich ist.

Was ich auch nicht sagen kann, ist, ob es ein Booklet in die Kinowelt-Box geschafft hat, oder nicht. Nachdem dieses aber nirgendwo erwähnt wird, vermute ich eher nicht. Überhaupt ist die Ausstattung etwas mager: die Extras auf den DVDs beschränken sich jeweils auf den Kinotrailer und Scans von den Werbeflyern. Eine Ausstattung wie bei den englischen Anchor-Bay-DVDs findet man wahrlich nicht vor, somit auch z.B. keine Doku über Christopher Lee, was ich sehr schade finde. Der günstige Preis macht das allerdings wett: 4 auf deutsch wirklich gesuchte Hammer-Klassiker um € 27,99 sind ein Schnäppchen, anders kann man das nicht ausdrücken.

Das Bild ist dem Alter der Filme entsprechend, da kann man nicht meckern. Ich habe bisher “Frankensteins Schrecken” gesehen, welcher vom Bild her wirklich sehr gut ist, und “Dracula - Nächte des Entsetzens“, der bis auf die Anfangssequenz auch mit einem guten Bild daher kommt. Die beiden anderen Filme, “Das Grab der blutigen Mumie” und “Nur Vampire küssen blutig” fallen nach erster Begutachtung ebenso aus, ansonsten werde ich das hier noch mitteilen.

Der Ton kann analog dem Bild gewertet werden: bei dem Frankenstein-Film ist er unauffällig gut, bei dem Dracula-Film an einigen Stellen etwas dumpf, aber das liegt wohl an den alten Tonspuren.

Insgesamt bekommt man um einen niedrigen Preis vier hervorragende Filme in recht guter Qualität, das Fehlen der Extras und eines informativen Booklets schmerzt dennoch. Ich persönlich hätte lieber 5 bis 10 Euro mehr ausgegeben und dafür mehr Informationen gehabt. Aber wofür gibt es meine Seite, das reiche ich hier in ein paar Wochen nach (sobald ich nach meinem Umzug Zeit finde).

Für Hammer- und Gothic-Horror-Fans natürlich ein absolutes MUSS auf der Einkaufsliste, gerade bei DEM Preis.

Bewertung der DVD-Box:

7 von 10 Punkten: Bild und Ton sind in Ordnung, Extras fehlen grösstenteils.

Die Reviews zu den einzelnen Filmen gibt es in Kürze auf der Hammer-Studio-Fansite. Aber hier werd ich sie wohl auch reinkopieren. ;-)

Kommentar

COMTESSE DES GRAUENS (1970)

Comtesse des Grauens
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Inhalt:
Die alte und unbarmherzige Gräfin Elisabeth Bathory (Ingrid Pitt) macht aus einem Zufall heraus die Entdeckung, dass das Blut junger Mädchen ihre Haut jünger werden lässt. Sie bringt ihre Dienerin um und erscheint kurze Zeit darauf als junge und erotische Frau auf der Bildfläche – sie gibt sich als ihre eigene Tochter Ilona aus.
Doch die Schönheit ist nicht von Dauer und sehr bald braucht die Gräfin neues Blut, welches ihr ihr Liebhaber, Captain Dobi (Nigel Green), besorgen soll. Dieser ist zwar nicht angetan von der verhängnisvollen Jugend seiner Geliebten (schließlich werden da auch junge Männer darauf aufmerksam), entspricht aus Liebe aber trotzdem ihrem Wunsch. Die Gräfin selbst scheint dies auch aus Liebe zu Dobi zu machen, kann aber den Versuchungen junger Männer keinesfalls widerstehen.
Ein weiterer Versuch mit dem Blutbad scheitert aber. Irgendetwas muss das Blut der Hure von dem Blut ihrer jungfräulichen Dienerin unterscheiden. Tja, was wohl?

Kritik:
Reale Massenmörder waren schon oft Ideengeber für Filme – so ist es auch hier. Die Blutgräfin Bathory gab es 1560 in Ungarn wirklich, sie ist verantwortlich für den Tod von insgesamt 650 Menschen, die sie aus purer Lust am Sadismus auf bestialischste Weisen umgebracht hat: sie malträtierte ihre Opfer mit glühenden Eisen oder warf sie in den Schnee, um sie dann mit kaltem Wasser zu übergießen, sie biss ihnen Fleischstücke aus den Körpern… wer mehr dazu wissen will, dem empfehle ich das abermals geniale Booklet von Uwe Somerlad, welches der DVD beiliegt, und in dem auch zur Produktionsgeschichte einiges steht. In Kurzform: die ungarischen Produzenten, die Hammer den Stoff angetragen hatten, wollten eigentlich ein historisches Drama verfilmen. Als von Hammer dann zu hören war, dass dies eigentlich ein Horrorfilm werden sollte, war es eigentlich schon zu spät – in der Not machte man sogar noch einen weiteren Fehler und synchronisierte Ingrid Pitt nach. Was das bringen sollte, wird wohl immer ein Geheimnis des Regisseurs Was Sasdy bleiben.
Der geneigte Leser wird es ahnen: wer aufgrund der blutigen Vorlage einen blutigen Hammer-Film erwartet, der wird enttäuscht. Der Film ist spannend, keine Frage, und Ingrid Pitt ist selten so erotisch gewesen, wie in diesem Film – nicht mal als Carmilla Karnstein. Das Design von „Countess Dracula“, wie der Film im Original heißt, ist hammer-typisch genial, der Aufbau der Geschichte gut und spannend… aber es fehlt an Blut, wie schon Ingrid Pitt einmal in einem Interview sagte. So wurde aus dem blutigstem Thema, das Hammer zur Verfügung stand, blutiger als Dracula und Frankenstein zusammen, ein nettes Filmchen mit einer wunderschönen Ingrid Pitt – aber halt nicht mehr.
Erwähnenswert ist aber unbedingt die Maske. Man mag teilweise gar nicht glauben, dass die alte Gräfin ebenfalls von Ingrid Pitt gespielt wurde, so gut ist das Make-Up geraten. Die Schauspieler füllen allesamt ihre Rollen aus und Nigel Green gibt einen wunderbaren alten und eifersüchtigen Liebhaber hab, der nicht anders kann, als „seine“ Gräfin bei jeder noch so furchtbaren Schandtat zu unterstützen.

Ach ja… ein paar Flaschen Kunstblut mehr, und es hätte der legendärste Hammer-Film überhaupt entstehen können.

Trotzdem: 8 von 10 Punkten, und kein Punkt weniger – das muss einem die wundervolle Ingrid Pitt schon wert sein. ;-)

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DER GRAUENVOLLE MR. X

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3 halbstündige Kurzgeschichten nach Edgar Allen Poe:

“Morella”: Morella (Vincent Price) trauert seit Jahren einsam in seinem Schloss seiner Frau hinterher. Als er nach 26 Jahren Besuch von seiner Tochter erhält, ist er nicht gerade begeistert, glaubt er doch immer noch, sie sei am Tode seiner Frau schuldig. Und die Tote scheint das auch zu glauben…

“Die schwarze Katze”: Montresor (Peter Lorre) ist ein Trinker, der seine junge Frau vernachlässigt. Wenn es aber um die eheliche Treue geht, hat er sehr bürgerliche Ansichten und ist durchaus rachsüchtig. Wenn man seine Frau und deren Liebhaber (Vincent Price) im Keller hinter einer Wand einmauert, sollte man seine Augen jedoch besonders offen halten…

“Der Fall Valdemar”: Valdemar (Vincent Price) lässt sich seine letzten Tage mit Hypnose höllische Schmerzen erträglicher gestalten, Als Danke-Schön gestattet er dem Hypnotiseur (Basil Rathbone), sich im Moment des Todes hypnotisieren zu lassen, um den Übergang in das ewige Leben dokumentieren zu können. Der Hypnotiseur hat aber nicht vor, Valdemar wieder los zu lassen…

Drei Edgar Allen Poe - Geschichten, fast immer mit Vincent Price in der Hauptrolle. Und alle drei ein Genuss für Liebhaber des alten, englischen Horror-Films. In der ersten kann Price so ganz seinem Shakespeare-Pathos fröhnen, in der zweiten gibt Peter Lorre einen genialen Trinker, der von einer schwarzen Katze aufs Korn genommen wird und in der dritten darf Basil Rathbone, der geniale s/w-Sherlock Holmes, die Kontrolle über den halbtoten Vincent Price übernehmen. Damals wusste man halt noch, wie man dem Zuschauer Angst macht.

Test

7 von 10 Punkten.

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THE WITCHES

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Ein alter Hammer-Streifen wieder mal. :-) Thriller um Hexen-Kult, spannend aufgebaut. Nur der Sabbat am Ende ist ein wenig… hm… merkwürdig. Ansonsten immer wieder sehenswert.

8 von 10 Punkten.

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DER HUND VON BASKERVILLE

Der Hund von Baskerville
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Ein Hammer-Production-Film mit Peter Cushing und Christopher Lee. Nicht irgendeiner, sondern einer der Besten.

Dass ich designierter Hammer-Produktion-Fan bin, weiss man ja nicht erst, seit ich die deutsche Fansite http://hammerspecial.strictly-uncut.de/erstellt habe. Hammer machte viele Filme, viele gute, ein paar nicht so gute, schlechte… so RICHTIG schlechte kenn ich eigentlich nicht.

“Der Hund von Baskerville” ist eine von den sehr guten Verfilmungen. Und so ganz nebenbei einer der atmosphärisch dichtesten Sherlock-Holmes-Verfilmungen überhaupt. Niemand hat Holmes so gut und authentisch gespielt, wie Peter Cushing… ausser vielleicht Basil Rathbone, aber zwischen diesen beiden einen Sieger küren zu wollen, das würde ja schon an Krimi-Ketzerei grenzen. Ich weiss gar nicht mehr, wie oft ich den Film schon gesehen habe, und er ist immer noch nicht langweilig…

Ich schreibe nichts über den Inhalt, den Film sollte man sich anschauen, die Geschichte dürfte man kennen… wenn nicht, naja, dann wirds Zeit. Hammer-mässig ist es spannend von der ersten bis zur letzten Sekunde. Schade eigentlich, dass es da keine Folgen von gab. Ausführlicher wird es zu diesem Film an anderer Stelle und zu anderer Zeit, davon gleich mehr. Nur so viel: natürlich ist es kein echter Gothic-Horror, wie in der Kategorie angegeben, der Gothic-Teil ist aber durchaus vorhanden in den ersten 10 Minuten. Egal, es ist ein Hammer… da blinken die meisten Augen eh rot auf und die Hirne spucken “Gothic” aus! ;-)

Allerdings, und da bin ich auf der Jagd, hat Peter Cushing nicht nur für Hammer den Detektiv gegeben, sondern auch für zwei oder drei (?) Folgen einer Fernsehserie, darunter übrigens ebenfalls der “Hund von Baskerville”. Wer da Aufnahmen hat oder sonstige Infos, der soll sich doch bitte melden.

Ich habe übrigens vor, meine Hammer-Production-Fansite, die momentan aus einer einzigen html-Seite besteht und eine etwa 15 Din-A4-Seiten starke Geschichte zu den Hammer-Studios enthält, auszubauen und nach und nach zu jedem Film eine Review zu schreiben. Hilfe dabei ist natürlich willkommen. :-)

10 von 10 Punkten, besser kann man Holmes nicht verfilmen.

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