Archiv für die 'Komödie' Kategorie

ED WOOD

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Nachdem momentan “Charlie und die Schokoladenfabrik” so ein Renner ist, und Tim Burton in der Regie und Johnny Depp als Hauptdarsteller schon mal erfolgreich zusammen gearbeitet haben, ist es eigentlich an der Zeit, sich diesen Film mal wieder anzusehen: “ED WOOD”.

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“ED WOOD” ist mehr als ein Film über den schlechtesten Regisseur aller Zeiten (und ich sage das mit allem Respekt), er ist eine Hommage an den Trash-Film, dessen Meister Ed Wood nunmal gewesen ist.

Inhalt: Ed Wood will Filmemacher werden und seinem Vorbild Marlon Brando nacheifern. Und er hat den Biss dazu, sich in der Filmwelt durchzusetzen, eindeutig. Nur seine Themen und seine Regie, die taugen nichts. Dennoch schafft er mehr, als viele, vielleicht talentiertere, Möchtegern-Regisseure, die einfach nicht den Arsch hochkriegen und ihre Visionen durchsetzen. Dass er den alternden und fast vergessenen Horror-Star Bela Lugosi, abgetakelt und drogensüchtig, kennenlernt und als Freund gewinnt ist sein erster starker Motivationsschub… im Laufe des Films gibt ihm Marlon Brando hinself einen weiteren, wenn Ed Wood erkennt, dass Brando zwar die besseren Filme macht und mit mehr Geld arbeitet, aber mit genau den selben Problemen kämpft.

Kritik: Tim Burton hat hier einzigartiges geschaffen. Der Kunstgriff, den Film in schwarz-weiss zu drehen, das ist mehr als nur ein Gag, es versetzt den Zuschauer in die richtige Stimmung. Man lernt Bela Lugosi, hervorragend von Martin Landau gespielt, auf eine Weise kennen, wie es mit keiner Biographie der Welt über den DRACULA-Star aus den 30ern möglich gewesen wäre (viele sagen, er sei der beste Dracula aller Zeiten, wer mich kennt weiss, dass das immer noch Christopher Lee für mich ist). Man lernt noch den echten Enthusiasmus der Filmleute kennen (den man heutzutage nur all zu oft vermisst), man bekommt Einblick in die harte Welt des Low-Budget-Films… gut es mag romantisiert sein, aber dieser Film gibt jedem, der selbst vom Filmen träumt Kraft und Mut. Da sieht man begeistert einen Bill Murray in einer kleinen Rolle und erkennt, dass ein guter Schauspieler mit nur ein paar Gags auch aus kleinen Rollen das Maximale rausholen kann.

Dieser Film ist ein einziges Fest, eine Hommage an alle Verrückten aus der Filmbranche, man wird von einem Extrem ins nächste geworfen. Für mich der bis dato beste Film von Tim Burton.

10 von 10 Punkten, denn perfekter und amüsanter kann man ein Genre, diverse reale Charaktere und einen speziellen Film nicht in einem Spielfilm dokumentieren.

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DON JUAN DeMARCO

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Don Juan lebt! Er geistert durch die Gegenwart, verführt Frauen und will sich, weil er DIE EINE nicht haben kann, umbringen. Deshalb landet er in einer psychiatrischen Klinik. Aber wer ist der junge Mann denn nun wirklich? Und was steckt hinter seinen Fantasien, die so sehr mit der Realität verknüpft sind, dass man nicht weiss, ob Don Juan verrückt ist, oder einfach nur ein unheilbarer Romantiker, der jeden in seinen Bann zieht.

Ein wunderschöner, romantischer Film, witzig, nachdenklich, mit einem hervorragendem Johnny Depp und einem perfekten Marlon Brando als Psychiater. Das besonders schwere Synchron in diesem Film wurde perfekt umgesetzt. Auch immer wieder sehenswert… und ansteckend.

Nur als kleine Nebenbemerkung: Don Juan wird in diesem Film als der grösste Liebhaber der Weltgeschichte bezeichnet. Nun kennt jeder auch noch Casanova. Der eigentliche Unterschied zwischen den beiden Originalcharakteren ist ja, dass Don Juan derjenige mit dem schwarzen Büchlein ist, der Frauen sammelt und sie, sobald er sie sexuell hatte, fallen lässt. Casanova hingegen geniesst jede Frau, verehrt sie, hebt sie in den Himmel.
Don Juan in diesem Film ist eine Mischform: er hat viele Frauen und hebt sie in den Himmel, er hat im Grunde nichts mit der Originalfigur Don Juan zu tun, sondern ist ein echter Romantiker, kein Weiberheld. Das sollte man wissen, wenn man sich fragt, ob dieser Film für einen was ist, damit man nicht mit falschen Erwartungen ran geht, sofern man sich mit dem Don Juan Mythos auskennt, der schon all zu oft in die falsche Ecke gedrängt wurde.

10 von 10 Punkten.

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CANNONBALL

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Fünf Jahre vor dem ersten der berühmten Highway-Filme mit Burt Reynolds gab es schon einen Film, der “Cannonball” hiess. 1976 drehte David Carradine, da noch frisch in den Köpfen als Kung-Fu-Caine, den ersten Film, in dem es um ein illegales Autorennen ging. Ernsthafter und weniger Starbesetzt, als die Highway-Filme, auch unbekannter (so dass man die DVD um 5 Euro auf dem Krabbeltisch finden kann), aber keinesfalls weniger gut. Eine stringente Story, gemischt mit guten Charakteren, der Slapstick aus den Highway-Filmen (die ja auch das Cannonball-Rennen beschreiben) ist nicht vorhanden, Komik aber durchaus - Tragik jedoch auch… und die einzige Übertreibung findet man in einem finalen Crash, bei dem man sich fragt, wieso plötzlich keiner der Fahrer mehr weiss, wo das Bremspedal liegt. Dass alle Autos bei kleinster Berührung auf amerikanische Art explodieren ist wieder was anderes…

Carradine spielt gut, man sieht, er kann mehr, als nur Grashüpfer-Sprüche ablassen, aber natürlich durften auch hier ein paar anständige Kämpfe nicht fehlen. Amüsante und gar nicht langweilige 85 Minuten.

PS: Es handelt sich um die normale, leider geschnittene, TV-Fassung von MCP-Media, dafür im richtigen Format 4:3 (wobei man da vorsichtig sein muss, wenn man sagt, die uncut-Scheibe von Marketing sein Verarsche, weil nur Balken draufgesetzt wurden. Der Film kann trotzdem mit dem Ziel 1.85:1 gedreht worden sein, auf einem 16:9-TV werden jedenfalls bei Zoom2 keine Köpfe abgeschnitten!).

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MR. & MRS. SMITH

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Beim ersten Teaser im Kino dachte man sich nur ein: „WOW, das ist ja ‚Der Rosenkrieg’ auf Speed.“
Und das haben sich wohl viele gedacht, eine ganze Zeit lang konnte man den Film als DIE Action-Komödie des Jahres verkaufen. Hoffentlich ist es nicht wirklich die beste Komödie, die 2005 zu bieten hat. Der Film hat eine tolle Grundidee und wirklich witzige Einfälle. Aber irgendwie bleibt das alles irgendwo stecken. Mich konnte nicht mal Brad Pitt’s Witz wach halten… Angelina Jolie, für mich eine absolut überbewertete Scauspielerin, brachte mir sowieso noch nie schlaflose Nächte.
Ich bin irgendwann eingepennt, mal sehen, wann ich die Lust verspür, ihn mir noch mal anzusehen.

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