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Stirb langsam Fanvideo - “Die Hard”-Video auf Youtube

Die Gruppe Guyz Nite hat einen Song im Internet: “Die Hard 4th Verse”. Auf Youtube ist ein wohl inoffizielles Video aufgetaucht. Jedenfalls war mein Tag heute auf dem FullTiltPoker - Event so wie dieses Video: explosiv und absolut Adrenalinträchtig. Viel Spaß mit dem Video. :)

 

Liebe Grüße,
Sinarius :)

Kommentar

James Bond 007: CASINO ROYAL

Inhalt
Bond soll den Terroristen-Banker „Le Chiffre“ dazu bringen, zu den Engländern überzulaufen und diese mit Informationen zu versorgen, indem er ihn bei einem Pokerturnier ruiniert. Bond gerät bei seinem ersten großen Auftrag aber in einen Strudel von Gewalt und wird von Le Chiffre mit Anschlägen überhäuft.

Zum Film allgemein
„Casino Royale führt in die Vergangenheit von James Bond und erfindet den Agentenmythos neu.“ Dieser Satz aus dem Kinoprogramm der MaxX-Kinos (die mir, nebenbei bemerkt, im Gegensatz zu anderen Münchner Kinos endlich mal ein Kino-Erlebnis geboten haben, wie ich es mir wünsche) stimmt leider nur zur Hälfte. Tatsächlich wird James Bond mit „Casino Royale“ neu erfunden, in die Vergangenheit führt der Film allerdings nicht – zum Leidwesen der Wenigen, die James Bond auch immer als Romanfigur sehen. Aber dazu später mehr.

Aufgrund dieses außergewöhnlichen Bond-Filmes, der so gar nicht in die bisherige Bond-Reihe passen will, muss diese Review einen ganz anderen Weg gehen, als es bisher bei Bond-Filmen der Fall war. Ich werde zuerst ganz allgemein auf den Film eingehen. Danach werde ich beleuchten, ob das Versprechen, diesen Bond-Film literarischer zu gestalten, erfüllt wurde, und schließlich werde ich die Kardinalfrage von „Casino Royal“ aufgreifen: ist Daniel Craig ein guter James Bond – besser gesagt, ist er überhaupt ein James Bond?

Als ich das erste Mal erfuhr, dass „Casino Royale“ nun doch als echter Bond-Film produziert wird (was alleine schon eine Gefahr darstellte, weil aus diesem Stoff schon in den 60ern eine grandiose Komödie gemacht wurde), war mir klar, dass die Bond-Reihe eine neue Wendung nehmen musste: zu bedeutend ist der erste Bond-Roman, als dass man, wie so oft, einfach nur den Titel und ein paar Hauptfiguren eines Romans von Ian Fleming nehmen kann und daraus dann einen Action-Film strickt.

Was für einen Film erwartet den Zuschauer: nun, zuerst einmal ein wirklich grandioser Action-Film, das war klar. Dass man aufgrund des letzten offiziellen Trailers dennoch mit falschen Erwartungen ins Kino geht und ein modernes Screendesign mit 3D-Kamerafahrten und „The Transporter“-mässigem Bildaufbau erwartet, ist nicht die Schuld der Zuschauerschaft, sondern der Produzenten, die mit dem erwähnten letzten Trailer eine falsche Erwartung geschaffen haben. So was kann man getrost auch Mogelpackung nennen. Aber egal. Das merkt man eh erst, wenn es quasi zu spät ist und man von den wirklich einzigartigen Parkour-Action-Sequenzen und der überraschend brutalen Ausstrahlung Craigs überrumpelt wurde.

Die ersten 60 Minuten des über 2 Stunden und 20 Minuten dauernden neuen Bond-Films sind Action pur. Mit einem der coolsten Bonds, den wir bisher kennen gelernt haben. Da wird in schwindelnder Höhe auch mal eine Handfeuerwaffe, die Bond aus dem Gleichgewicht bringen soll, einfach so aufgefangen und zurück geworfen. Ein wenig Hulk-Action bringt Komik auf, wenn Bond einfach so durch eine Wand durchbricht.
Action eben  – Action vom Feinsten. Und eben genau das, wogegen Pierce Brosnan und die letzten Bond-Filme angekämpft haben. Da befürchtete man schon, dass man wieder in die Bond-Machart von vor 15 Jahren zurück versetzt wird, in der einzig Action zählte und weder Figurenentwicklung noch der Agenten-Film-Charme der 60er, der Bond-Filme von Anfang an, vor allem die mit Sean Connery, auszeichnete, zum Zuge kommen. Aber weit gefehlt.

Ab dem Moment, in dem man mit dem frisch zur Doppel-Null rekrutierten Bond nach Nassau fährt, um gegen Le Chiffre im Pokerturnier zu gewinnen, wird aus „Casino Royal“ ein waschechter Bond-Film. Die Bond-Girls sind diesmal etwas spröde und für den männlichen Zuschauer gibt es wahrlich nicht viel zu sehen. Dafür werden die Freundinnen der selben mit dem durchtrainierten Daniel Craig dafür versöhnt, dass sie in einen Action-Film geschliffen wurden, den sie eh wegen des ach so charismatischen Hauptdarstellers sehen wollten. in Punkto Sex darf der neue Bond also auf jeden Fall dazu lernen. Ob man als Zuschauer nun in jedem Bond-Film die berühmte “Ich tauche sexy aus dem Meer auf”-Szene, die auf dem ersten Bond-Film fusst und schon im letzten Brosnan-Bond mit Halle Berry so erwartungsvoll in Szene gesetzt wurde, erwarten darf, werden wir noch sehen.

Was man dafür als wahrer Bond-Fan aber zu Hauf bekommt, sind Casino-Szenen, mit die besten, die es je in einem Bond-Film zu sehen gab, echte Agenten-Szenen jenseits der Popcorn-Action bis hin zu einer (gerade in Hinblick auf aktuelle Nachrichten brisante) Vergiftungsszene (eine der spannensten überhaupt im Film). Wie in klassischen Bond-Filmen üblich, gerät Bond in die Fänge des Bösewichts, gerät in schlimmste Gefahr (und in die härteste Folterszene, die ich in einem Film ab 12 je gesehen habe), und kann sich gegen Ende natürlich daraus befreien, sonst gäbe es ja nicht den nächsten Bond-Film.

So weit, so gut, man wird gut unterhalten in dem neusten Bond mit dem neuen Gesicht. Was ist aber mit den Versprechen, die im Vorfeld abgegeben wurden? Da wurde von einer literaturnahen Verfilmung gesprochen. Ich möchte ausführlicher darauf eingehen, da genau dies von den meisten anderen Kritikern nicht getan werden kann – einfach weil die meisten wohl noch nie einen Bond-Roman gelesen haben werden.

Zum Versprechen einer literarischen Verfilmung
Tatsache ist, dass man sich in Casino Royal tatsächlich etwas mehr aus der Ian Fleming – Vorlage bedient hat, als es in den meisten Bond-Filmen der Fall war. Aber es wurden einfach einige krasse Kardinalfehler begangen. Wie kann man nur die Anfangsgeschichte von James Bond in die Gegenwart legen? Die Agenten-Ikone des kalten Krieges in eine Zeit versetzen, die dessen Geburt in eine Zeit setzen musste, die schon nach dem Erscheinen des ersten Bond-Filmes liegen muss?
Aber genau das hat man getan. Wenn man sich die Daten auf der Webseite www.casinoroyal-derfilm.de ansieht, ist der neue Bond tatsächlich im Jahre 1968 geboren.
Von einer literarischen Verfilmung, wie man sie in „Goldfinger“, „Im Geheimdienst ihrer Majestät“, vielleicht sogar noch in „Der Mann mit dem goldenen Colt“ gesehen hat, kann man sich also getrost verabschieden. Von der englischen Erziehung, die auch aus einem eiskalten Killer im Namen ihrer Majestät, der Frauen in seinem Geschäft nicht gerne sieht, auch.
Das einzige, was man dem Film zugestehen kann, ist tatsächlich, dass der Aufbau des Romans in die Neuzeit verfrachtet wurde und eben nicht nur rudimentäre Grundzüge aus dem Roman entnommen wurden wie bei den meisten anderen Bond-Filmen. Ist ja auch schon mal was.
So langsam dämmert einem, dass hier tatsächlich eine neue Ära eingeläutet wird. Man hat sich nicht getraut, zurück in die Zeit des kalten Krieges zu reisen und eben dann das daraus gemacht, was man jetzt im Kino sehen kann – eine Agenten-Geschichte, deren Brisanz nicht mehr dieselbe ist, wie die des Originalstoffes. Nur so war es auch möglich, wieder einen weiblichen „M“ zu integrieren, der ja mit Pierce Brosnan eingeführt wurde, weil der Chef des MI6 auch in Wirklichkeit mittlerweile eine Frau ist. Wurde Pierce Brosnan in seinem ersten Bond-Film noch als Relikt aus dem kalten Krieg beschimpft, hören sich die Schimpfattacken der Chefin heute ganz anders an: „Früher hatten Agenten, die so einen Mist gebaut haben, zumindest den Anstand, überzulaufen. Meine Güte, wie ich den kalten Krieg vermisse.“

Spätestens nach diesem Satz müsste man eigentlich verstehen, dass einen etwas vollkommen Neues erwartet, was auch einen neuen Charakter der Bond-Figur rechtfertigt  - nicht bedingt, wohlgemerkt, aber durchaus rechtfertigt.

Der Drehbuchautor hat diesen Weg eingeschlagen – ist man verstockt als Bond-Fan, kann man resignieren und alles, was ab jetzt ins Bond-Kino kommt ad acta legen.

Man kann dem neuen Weg aber auch folgen - und wenn man dies tut, wird es auch interessant.

Auch wenn mir der traditionelle Bond-Charakter besser gefallen hat, in diesem neuen Setup macht der neue Bond durchaus Sinn: es ist kein charmanter, harter aber gut erzogener Bond mehr, den man da im Kino sieht.
Es ist ein rotzfrecher, neuer Bond, der sich gegen seine eigene Gesellschaft stellt und eben am Beginn seiner Doppel-Null-Karriere mit Anfang 30 steht. Mich hat sehr lange gestört, dass ein solcher Charakter von einem Schauspieler verkörpert wird, der locker wie Mitte 40 aussieht – geht man aber davon aus, dass Männer, die viel mit Krieg zu tun haben, schneller altern, passt das sogar.

Eine andere Sache passt aber nicht: mit Anfang 30 lässt sich ein Mann nicht mehr stylistisch so locker erziehen, wie es der Craig-Bond in Casino Royal mit sich machen lässt. Bond-Girl Vesper ist mehr Bond als Bond selbst, was wohl ebenfalls beabsichtigt ist - sie soll Bond wohl in seine eigentliche Richtung schubsen. Und wird es durch die tragische Wendung in der Geschichte auch irgendwann schaffen - wenn auch nicht in diesem Teil der neuen Bond-Reihe.
Würde da ein Mann Mitte 20 sitzen, würde der gesamte Charakter verständlicher wirken: da würden seine Regelverletzungen, sein impulsives und einseitiges Sexleben, seine noch nicht sehr weit entwickelte Persönlichkeit Sinn machen. Da würde man es auch gleich genießen können, mitzuerleben wie er sich von anderen abschaut, wie er sich zukünftig vorstellt, wie er seinen eigenen Cocktail erfindet (nicht den Wodka Martini, sondern den „James Bond“), wie er (nicht durch eine Frau, wie man immer wieder gelesen hat, sondern eben durch Erfahrung) zu dem Mann wird, den wir kennen. Trotzdem fehlt auch gegen Ende dem neuen Bond die englische Erziehung, der Gentleman, der zu Bond gehört wie der Smoking. Auch das ist aber gewollt, das merkt man schon an seiner ersten Martini Bestellung: „Einen Wodka Martini bitte.“ – „Geschüttelt oder gerührt?“ – „Sehe ich aus wie ein Mann, den das interessiert?“.
Man kann so einen Satz als Ketzerei gegen Bond sehen – man kann aber auch lachen und ein Tränchen für den alten Charakter verdrücken, den man wohl nie wieder sehen wird. Aber man hatte ihn ja auch 20 Filme lang.

Daniel Craig als James Bond 
Was habe ich, als Daniel Craig als Bond-Darsteller genannt wurde, nicht mitgeschimpft. Wie, bitte schön, soll so eine blonde Gesichtsbaracke (tschuldigung, aber stimmt doch) bitte einen smarten Bond abgeben???
Die Antwort ist einfach: GAR NICHT! Bond ist nicht mehr smart – oder noch nicht, man weiß ja nicht, was im nächsten Bond-Film, der für Ende 2008 angekündigt ist, so kommt, und wie sich der Bond-Charakter darin weiter entwickelt.
Eines ist Daniel Craig ganz sicher nicht: vergleichbar mit irgendeinem der bisherigen Bond-Darsteller, und genau das war wohl auch beabsichtigt.
Wenn Daniel Craig sagt, er hofft, er ist dabei beim nächsten Bond-Film, denn sie hätten etwas Neues begonnen, und er wäre gerne bei dieser Entwicklung dabei, kann ich ihm nur zustimmen. Nachdem dieser waghalsige Schritt gemacht wurde und nun mal etwas Neues begonnen wurde, sollte Craig auch die Figur, die am Ende von Casino Royal noch weit entfernt aber auf dem Weg zu unserem bekannten Bond ist, weiter mitgestalten dürfen. Denn eines ist ganz klar: Craig ist ein hervorragender Schauspieler, sieht in Action-Szenen verdammt gut aus, und wirkt auf Frauen - warum auch immer… ;-) . Und das sind nun mal die wichtigsten Voraussetzungen für einen Bond-Darsteller. Dass er in Casino Royal nicht den klassischen, smarten Bond geben durfte, ist nicht seine Schuld. Ich bin mittlerweile überzeugt, er hätte das gekonnt, wenn die Drehbuchautoren ihn gelassen hätten.

Fazit:
Wer sich auf das neue Bond-Experiment einlässt, wird hervorragend unterhalten. Daniel Craig erfüllt vielleicht nicht die Erwartungen der wahren Bond-Fans, aber das konnte er durch das Drehbuch, welches neue Wege einschlägt, auch nicht. Das offene Ende von Casino Royal macht jedenfalls neugierig auf die weitere Entwicklung.

Bewertung:
8 von 10 Punkten
: es ist ein guter Action-Film, ein echter Bond-Film und für den Mut der Produzenten, einen solchen verrückten Schritt eines absoluten Neuanfangs zu wagen gibt es von mir einen Extrapunkt.

PS:
Ich glaube, ich habe einen Cameo-Auftritt von Sean Connery entdeckt! Als Daniel Craig das Rezept seines ganz eigenen Martinis aufsagt gibt es einen Sekundenbruchteil einen Schnitt zu einem Casinobesucher, der sagt: „So einen will ich auch!“. Ich glaube, dass dies der junge Sean Connery war. Wer demnächst ins Kino geht und den Film anschaut, möge bitte mal darauf achten, ob ich mich da nicht doch getäuscht habe.

Kommentare (9)

CONSTANTINE

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Inhalt:
John Constantine (Keanu Reeves) ist im wahrsten Sinne des Wortes durch die Hölle gegangen. Schon als Kind hatte er die Gabe mitbekommen, Dämonen, die unter den Menschen wandeln, erkennen zu können. Seine Eltern und Ärzte schickten ihn solange durch die Psychiatrien, bis er Selbstmord begehen wollte und für zwei Minuten tot war. Zwei Minuten, die er aufgrund seiner Todsünde in der Hölle verbrachte – zwei Minuten, die solange dauern wie ein normales Leben. Seitdem versucht er sich von seiner Sünde reinzuwaschen, indem er Dämonen jagt und Exorcismen ausführt. Doch die Zeit wird knapp, er ist an Lungenkrebs im Endstadium erkrankt. Für ihn gilt es, endlich zu erkennen, was seine wirkliche Bestimmung ist. Er nimmt seinen letzten Fall an, als ihn eines Tages Angela Dodson (Rachel Weisz) kontaktiert, der er bei der Klärung des Todes ihrer Zwillingsschwester Isabel helfen soll, welche sich vom Dach der Nervenheilanstalt stürzte, in der sie einsaß. Zudem brechen immer mehr Dämonen in die Welt ein, was sie eigentlich nicht dürften. Es wird Zeit, die Regeln, denen die Welt, der Himmel und die Hölle unterliegen, ein klein wenig zu brechen.

Kritik:
Lange habe ich mich von diesem Film ferngehalten. Zu sehr wurde in der Werbung zu diesem Film darauf hingewiesen, dass er von den Matrix-Machern sei. Und nach den letzten beiden Matrix-Teilen hatte ich wahrlich keine Lust mehr auf einen Film mit undurchsichtiger Pseudo-Handlung und überladenen Effekten. Was für ein Fehler.
Natürlich kann man sich auf die Effekte in diesem Film freuen, sie sind aber keineswegs überladen oder deplaziert. Sie passen, von Anfang bis Ende, sie sind in die Story integriert und nicht einfach nur draufgeklatscht worden.
Ja, es gibt eine Story. Und was für eine. Sie ist logisch, passt zur westlichen Mystik und nimmt sich keine Freiheiten, die die Handlung irgendwie hinbiegen sollen. Die Höllenszenen sind genial gemacht und treiben einem teilweise wirklich Angst ein. Keanu Reeves füllt seine Rolle perfekt aus, und es kein wirklicher Grund da, zwischendrin an Neo zu denken.
Der Film passt, von Anfang bis Ende, von der Inszenierung bis zum Schnitt, das hätte ich wirklich nicht erwartet.
Das deutsche Synchron ist gut geraten, die Stimmen sind in Ordnung, da muss man sich auf keine Überraschungen einlassen. Einzig die teilweise undeutliche Aussprache nervt manchmal, da musste wohl schnell gearbeitet werden.

Insgesamt ein absolut sehenswerter Film, spannungsgeladen und ohne Kritik an der Kirche, die in einem Actionfilm einfach nichts zu suchen hätte. Kritik an der christlichen Religion an sich kann man hingegen durchaus entdecken, wenn man sie sucht. Aber reine Actionfans dürfte das nicht störend auffallen, dazu ist der Charakter von Constantine einfach zu gebrochen und vielschichtig. Übrigens: es lohnt sich, den Abspann durchzuhalten, dann wird auch das letzte Geheimnis gelüftet!

Wertung:
8 von 10 Punkten, geniales Popcorn-Kino mit Hirn.

Kommentar

SESSION 9

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INHALT:

Unter der Leitung von Gordon (Peter Mullan) soll ein Expertenteam in einer verlassenen Nervenheilanstalt Asbest beseitigen. Die klaustrophobische und düstere Atmosphäre des seit Jahren verlassenen Gebäudes schlägt jedoch schnell auf die Stimmung des Teams um. Jeder findet für sich Überbleibsel aus der Anstalt, die die Greueltaten von früher aufzeigen. Jedes dieser Fundstücke hat Einfluss auf die Beteiligten, vor allem die Tonbänder einer unter multipler Persönlichkeitsstörung leidenden Patientin scheinen die Geschehnisse zu beeinflussen.

KRITIK:

Enttäuscht wurde ich wahrlich nicht.
Dank der genialen Inszenierung ist die Atmosphäre äusserst unheimlich und dicht. SESSION 9 packt einen von der ersten Sekunde an. Und das ist gut so, denn am Ende wird man feststellen: von der Story lebt der Film letztenendes nicht wirklich. Und wer sich den Bonus ansieht, erkennt auch warum: der eigentlich gedachte Hauptplot wurde vollständig rausgeschnitten. Und in den Interviews reden die Schauspieler von Themenzusammenhängen, die im Film leider überaupt nicht (mehr) vorkommen.
Machen wir uns nichts vor: der Film, wie er jetzt ist, ist voraussehbar und verspricht zu Beginn viel mehr Mystik, als am Ende dann leider drin ist. Ich wage zu behaupten, dass, wenn ich das Drehbuch nach den ersten 45 Minuten in die Hand genommen hätte, man mit offenem Mund am Ende dagestanden hätte.

Die Regie von Brad Anderson jedoch ist astrein, benutzt zwar altbekannte Stilmittel, aber Anderson KANN das auch, im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Regisseuren, bei denen der VERSUCH steckenbleibt und ins “abkupfern” abzudriften droht. Auch besonders hervorzuheben ist das Sounddesign, sowas geiles hab ich schon lange nicht mehr gehört. Allein der Soundtrack treibt einem die Gänsehaut den Rücken hoch und lässt den Zuschauer oft genug zusammenzucken.
So hatte man dank genialem Bild und Sounddesign meist grandiose Schockeffekte und eine Spannung, die ich seit Ewigkeiten in neuen Filmen vermisst habe… (negativ ist mir nur eine Szene aufgefallen, in der der junge Kerl vor der Dunkeklheit flieht: man sieht, wie es gemeint ist und es ist immer noch eine der stärksten Szenen im Film überhaupt, aber die Durchführung hätte dennoch ein wenig Feinjustierung gebrauchen können). Verstörende Bilder tun ihr übriges zum fast perfekten Gänsehautschocker.

Also Spannung pur, die einen nicht vom TV wegsehen lässt, und das ist ja schon mehr, als man sich heutzutage wünschen kann. Da ändert auch das unspektakuläre und durchaus vorhersehbare Ende nichts daran.

Was stört mich denn an der Geschichte, bzw. was fehlt mir? Mal ein Beispiel:
es geht ja um Tonbandaufnahmen von einer Patientin, die unter multipler Persönlichkeitsstörung leidet. Die fünf sich in ihr befindlichen Personen werden von den Bildern her mit den nun real im stillgelegten Irrenhaus befindlichen Handwerkern verglichen. Leider nur vom Bild und nicht von der Story her. Achtung - KEIN Spoiler! Aus dem Bonus-Material ergibt sich, dass diese Patientin noch im Institut umhergeistert, ob real oder als Geist, keine Ahnung. Ich vermute, dass man geplant hatte, den Plot so zu gestalten, dass die Handwerker den fünf Personen entsprechen, und sie sich nun befreit, indem sie diese fünf Personen wie auch immer tötet. Dieser Plot ist vollkommen fallen gelassen worden, zugunsten eines weitaus langweiligeren und nichtssagenden Plot, den man nur so verstehen kann, dass das Haus selbst und die Greueltaten, die darin (auch in Wirklichkeit) passiert sind, die Protagonisten beeinflussen. Sitzung Nummer 9 hat im Grunde keine tiefergehende Bedeutung mehr, und der Versuch, am Ende noch ein wenig Verwirrung um den Täter reinzubringen, wirkt leider hölzern. ABER wie gesagt, das fügt dem Film im Grunde keinen Schaden zu, er ist mit das Spannenste der letzten Jahre. Wenn ich mir aber vorstelle, wie gut das “Simon sagt”-Thema, das noch vorhanden ist, mit dem ursprünglichen Plot harmoniert hätte, ärgert es, dass aus welchen Gründen auch immer ein Film verändert wurde, der der stärkste Schocker des Jahrzehnts hätte werden können.

Die Schauspieler spielen grandios, und seit langem seh ich (vor allem bei dem jungen Kerl, der eine Phobie vor der Dunkelheit hat) sogar mal wieder eine ausserordentliche Leistung im Synchron. Hervorzuheben ist noch, dass ausser ein paar standbildartigen Aufnahmen einer Ehefrau kein weibliches Wesen vorkommt - Filme ohne Frauen, sowas gab es bisher eigentlich nur in knallharten (und deshalb so beliebten) Western. Ehrlich, nachdem ich vor ein paar Tagen “The Texas Chainsaw Massacre” im Original gesehen habe, war ich direkt erleichtert, nicht schon wieder irrwitziges Frauengekreische hören zu müssen.

Geheimtip? ALLERDINGS! Dieser Film ist zwar ein waschechter FSK16er, aber lieber weniger Blut und dafür mehr Gänsehaut, als umgekehrt.

Ich hoffe auf einen Directors Cut, in dem der alte Plot wieder aufgenommen wird. Aber auch so darf dieser Film in keiner DVD-Sammlung fehlen, in der sich Horror-Thriller befinden.

Bewertung:

Regie: 9 von 10
Buch: 6 von 10
Kamera: 9 von 10
Sound: 7 von 10
Insgesamt: trotz der Story-technischen Mängel 8 von 10 Punkten.

Nachtrag [10.07.2006]: Ich hab mir heute den Film nochmal auf einem Surround-System angesehen und setze die Sound-Bewertung herunter (von 10 auf 7). Der Sound ist zwar astrein, aber auf Dauer sind die immer gleichen Effekte und das ständige Subwoofer-Brummen doch nervtötend…

Kommentar

KING KONG (2005)

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Es war noch zu Zeiten, in denen der „Herr der Ringe“ um Oskars kämpfte und im Fantasy-Wettstreit mir „Harry Potter“ lag, da hörte ich das erste Mal das Gerücht, dass Peter „Bad Taste“ Jackson einen absoluten Klassiker der Filmgeschichte adaptieren will: King Kong. Ich hielt das lange für eine Schnapsidee, denn das sagte Peter Jackson immer, wenn er einen Film fertig gestellt hatte. Als es dann offiziell wurde, glaubte ich immer noch nicht an einen großartigen Erfolg. Aber na ja, irgendwas muss ein Regisseur, der gerade einen jahrzehntelang als unverfilmbar geltenden Stoff erfolgreich doch verfilmt hat, ja tun.
WARUM, so fragte ich mich, sollte man King Kong wieder mal neu verfilmen, das letzte Remake aus den 70ern hätte eigentlich eine Warnung sein sollen, dass man an den Charme und die Intensität des Originals nicht rankommt.
Tja, die Antwort liefert Peter Jackson mit seinem fast drei Stunden dauernden Film, bei dem ich mich letzten Endes fragen muss, welcher Film denn nun wirklich der Beste im Jahr 2005 gewesen ist: „Star Wars 3“ oder „King Kong“. Sicher ist nur, dass Peter Jackson einen Film von einem Filmfan für Filmfans gemacht hat und so einige altgediente (um nicht zu sagen ausrangierte) Regisseure in ihre Schranken verwiesen hat.
Und warum um alles in der Welt habe ich diese Review nicht vor ein paar Monaten geschrieben, als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe? Ich habe keine Ahnung, und war erstaunt, dass ich heute doch nicht nur eine DVD Review, sondern tatsächlich den ganzen Film besprechen muss.

Inhalt:
Die 30er Jahre in Amerika. Der Film, vor allem der Tonfilm, ist noch sehr neu, und die Leute die für ihn arbeiten sind dementsprechend enthusiastisch. Der Regisseur Carl Denham (gespielt von „School of Rock“ Hauptdarsteller Jack Black) hat einen Film in der mache, der von den Produzenten gefallen lassen wird. Für ihn beginnt ein Wettlauf um seine Karriere, wenn er sein Team an Board eines Schiffes peitscht, das Kurs auf die unbekannte Insel „Skull Island“ nimmt. So nebenbei findet er noch auf dem Weg zum Hafen die perfekte Darstellerin für die weibliche Hauptrolle, Ann Darrow (Naomi Watts).
Auf der Insel findet sich nicht nur die perfekte Kulisse für Denhams Film. Neben nicht gerade freundlichen Eingeborenen laufen einem längst ausgestorbene Dinosaurier, überlebensgroße Tausendfüßler, Fledermäuse und Spinnen und ein Riesenaffe über den Weg. Letzterer wird King Kong genannt. Der Rest ist (Film-)Geschichte. Kong wird gefangen, zum Big Apple gebracht, auf dem Broadway ausgestellt, vermisst seine Liebste, sucht sie in einem zerstörerischen Kampf gegen die Großstadt, besteigt mit ihr das Phallussymbol schlechthin, das Empire State Building und wird vom Militär danieder gestreckt.

Inszenierung:
kong2 Meine Güte, was für ein Feuerwerk. Der Film ist von der ersten Sekunde an bis zur letzten ein Fest. Ein Fest an darstellerischem Musterkönnen, an technischer Perfektion, an perfekten Special Effekts. Und dennoch hat es Jackson geschafft, dem Original treu zu bleiben, ihm eher noch eine Note dazu zu geben, als ihm zu schaden. Aber King Kong ist auch das perfekte Pflaster, um endlich mal klar zu stellen, wer der beste Regisseur der Gegenwart ist. Und das, ohne der Vorlage untreu zu werden (JA, es gab Dinosaurier im Original, JA, es gab auch die Riesenspinnen, die legendäre Szene ist aus dem Originalfilm nach einem Test-Screening herausgeschnitten worden und seitdem verschollen, weil die Zuschauer über nichts anderes mehr gesprochen haben, und die Hauptrolle hatte nun mal King Kong). Jackson kann bessere Dinos als Spielberg erschaffen und sie um Längen besser in Szene setzen. Er kann auch bessere Riesenspinnen zeigen, als man sie jemals in Harry Potter zu Gesicht bekam. Er ist sogar besser, als dieser Typ, der „Herr der Ringe“ gedreht hat, meine Güte. Der Mann ist ein Phänomen. Warum „King Kong“ bei den Oskars in diesem Jahr so übergangen wurde und stattdessen Machwerke beachtet wurden, die man nicht mal in einem Atemzug mit „King Kong“ nennen will, wird mir immer ein Rätsel bleiben.
Jackson schafft es wie kein zweiter, perfekte SFX mit einer genialen Geschichte zu verbinden und den Schauspielern immer noch genug Luft zum schöpferischen Atmen zu lassen. Der allgegenwärtige Thomas Kretschmann, Jack Black, Naomi Watts, jede einzelne Figur wurde mit Liebe ausgesucht und perfekt in Szene gesetzt. Die schauspielerischen Leistungen sind ohne Einschränkung als perfekt zu werten.
kong1 Der animierte King Kong ist das Beste, was man sich vorstellen kann, er ist atemberaubend realistisch. Wo früher Stop-Motion-Puppen im (auch heute noch fesselnden) Original die Schauspieler in manchen Szenen ersetzten, wurden hier computeranimierte Schauspieler-Doubles eingesetzt, die man nicht ein einziges Mal entdecken kann.
Das New York der 30er… nicht mal Filme die in den 30ern entstanden sind, haben es so gut dargestellt.
Einige Szenen zeigen, dass Jackson eine Hommage an seinen Lieblingsfilm drehen wollte. Der schier unglaubliche Kampf zwischen King Kong und den Dinos, der schon im Original den Atem stocken lässt (auch heute noch!), die Spinnenszene, die jedem Fan abgeht, teilweise sind ganze Einstellungen fast 1 zu 1 übernommen und in die heutige Filmsprache übersetzt. Einzig der Zusammenhalt der Schiffscrew mit der Filmcrew, der im Original grenzenlos schien, wurde von Jackson eliminiert. Klar: ein paar Figuren wurden anders gezeichnet, ein paar hinzugefügt, andere weggelassen, aber es wurde kein anderer Film gedreht. Sogar ein paar Dialoge kann man wieder erkennen. Diesen Film anzusehen macht einfach Spaß, ihn mit dem original zu vergleichen ist schier eine Offenbarung.

Es mag an mir liegen, dass ich bei den Vernichtungsszenen in New York die ganze Zeit an den 11. September denken musste. Damals hatte sich am darauffolgenden Tag ein Kollege versprochen und statt „Twin Towers“ „Empire State Building“ gesagt. Meine Bemerkung darauf war: „Nein, nein, es war der Twin Tower, der eingestürzt ist. Das mit dem Empire State Building war King Kong.“
Ich glaube trotzdem, dass die umherfliegenden Flugzeuge und der zerstörungswütige King Kong nicht nur mir diese Assoziation bringt.
Was mir nach der ersten Begegnung mit King Kong gefehlt hat, seine emotionsgeladene Liebe zur weißen Frau, das hat Jackson mehrfach gut gemacht in den romantischen Szenen, wenn Kong sehnsüchtig in den Sonnenuntergang schaut oder mit seiner Liebe auf dem zugefrorenen See schlittert.

King Kong - Produktionstagebücher (2 DVDs)
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Die nun erschienene DVD ist als perfekt anzusehen: Bild und Ton sind hervorragend, und der Bonus zeigt, was Filmliebhaber sehen wollen. Als dringende Ergänzung empfehle ich die schon zum Kinostart erschienene 2-er DVD „King Kong: Produktionstagebücher 1 bis 55“. Insgesamt hat man ein Werk in der Hand, aus dem Filmstudenten mehr lernen können, als jemals aus einem mehrjährigen Studium.

Bewertung:
Film: 11 von 10 Punkten ;-)
Schauspieler: 10 von 10 Punkten
SFX: 10 von 10 Punkten.

PS: Nur um es hier auch nochmal erwähnt zu haben. JACKSON FOR POTTER-UNIVERSE! Nur dieser Mann kann die letzten drei Potter-Filme noch retten!!!!

PPS: Meine Bewertung von King Kong (2005) vom Januar 2005 aus einem Forum, hauptsächlich deswegen interessant, weil ich am selben Tag auch das Original gesehen hab:

Ich hab an ein und dem selben Tag sowohl den Film von 1933 als auch den neuen Jackson gesehen.

King Kong und die weiße Frau
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Erst mal zum Original: ich hatte ganz vergessen wie spannend und genial dieser Film ist. Wahnsinn, man ist auch mit der Stop-Motion-Technik voll im Geschehen.

Jackson hat einen glanzvollen Spagat geschafft: den Spagat zwischen Remake und Neuinterpretation. Er hat Rollen und Bilder übernommen, an einigen Stellen abgeändert (manchmal zu meinem Leidwesen, denn der Zusammenhalt der Schiffscrew im Original hat mir sehr gut gefallen), er hat den Focus gerade in der Beziehung zwischen Frau und Gorilla verschoben und trotzdem dem Original gehuldigt - schade dass King Kong nicht ganz so “süss” wie im Original ausgefallen ist, zumindest nicht von Anfang an, gegen Ende des Films kommt das dann erst. Manchmal zitiert Jackson 1:1, samt Bildeinstellung, Text und Überblendung, an anderen Stellen verändert er es, dass es entweder weh tut oder erfreut, es aber immer passend und genial ist. Wie ein Puzzle, in dem man altes und neues herausfinden und vergleichen muss.

Dass die SFX genial sind, muss man nicht erwähnen - Jackson macht in der Regie-Riege einen Rundumschlag, zeigt z.B. dass er bessere Dinos zustande bringt, als Spielberg in Jurassic Park, einen besseren “Godzilla” als Emmerich, und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen bringt er die absolut neuen und genialen Insekten. Besser gehts eigentlich gar nicht mehr.

Die fast 3 Stunden vergehen wie im Fluge - deswegen nehm ich meinen Kommentar von vor über einem Jahr zurück:

Sinarius hat folgendes geschrieben::

Splatteralex hat folgendes geschrieben::
Gibts eigentlich News zum Thema?

Ja… hab gehört, dass der Film “King Kong” recht affig werden soll… *hüstel*

;-)

10 von 10 Punkten - sowohl für Original als auch für die Neuverfilmung 2005.

Kommentar

DAS JESUS-VIDEO

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Ein hochwertig produzierter deutscher TV-Zweiteiler von 2002 mit Naike Rivelli (der Tochter von Ornella Muti), Matthias Koeberlin, Hans Diel, Manou Lubowski…
Von Naike Rivelli mal abgesehen (die lange nach Fertigstellung des Filmes erst mit Manou Lubowski zusammenkam und deren Kurzehe absolviert hat) sind die jungen Schauspieler in diesem Film nicht jedem bekannt, der sich nicht auf ARD-Liebesfilme, deutsche Krimis oder Nachmittagsserien spezialisiert hat. Was aber nichts heissen soll, die Schauspieler sind (zumindest diesmal) klasse (da zeigt sich halt, was eine gute Regie vollbringen kann, bzw. was eine schlechte Regie versauen kann), der Film ist sehr spannend inszeniert, keineswegs frei von Klischees, aber auch nicht damit zugepflastert. Beim Thema “Zeitreise” hätte man sich tatsächlich viel Schlimmeres vorstellen können - diesmal ist es aber sogar gelungen, durchweg logisch zu bleiben.
Besonders hervorzuheben ist das sehr starke Ende, ist das doch ein Punkt, an dem viele deutsche Produktionen kranken. Wenn man sich beide Teile am Stück ansieht, hat man 3 Stunden Action vor sich, die einem wie solide 100 Minuten vorkommen, der Film ist tatsächlich kurzweilig und kein bischen verkopft. MEHR DAVON!

8 von 10 Punkten.

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THE SAINT - DER MANN OHNE NAMEN

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Simon Templar ist eine Kultfigur des englischen Serien-TV aus den 60er Jahren. Mit ihm und mit “Die Zwei” hat Roger Moore seinen Status als Schauspieler begründet und wurde nicht zuletzt als James Bond gecastet.

Viel ist nicht übrig geblieben vom “Mythos”, wenn man einen Seriencharakter so nennen will: man bekommt den ganzen Film über den Namen Simon erklärt und sieht einen ganz und gar nicht englischen Val Kilmer in einem Aufguss von “Mission Impossible”-Action (wobei man sagen muss, dass “Mission Impossible” nur ein Jahr zuvor , 1996, gedreht wurde - so sahen die Action-Filme Mitte der 90er nunmal aus).

Insofern ist der Film zwar wirklich anständiges Popcorn-Kino, aber keineswegs eine gelungene Adaption (tatsächlich wird einem die Herkunft nur an ein paar Stellen ins Gedächtnis gerufen, wenn die alte Serienmelodie ein wenig angedeutet wird).
Zurecht gibt es bis jetzt keinen Nachfolger davon. Ein Film war ja ganz erträglich, vielleicht sogar unterhaltsam, aber eine ganze Reihe über einem Mann, dessen Name vielleicht Simon Templar ist, der aber genausogut James Bond, Ethan Hunt oder Triple-X heissen könnte, ist nun wirklich nicht nötig.

Dass es bei anderen Serien-Adaptionen wie eben z.B. “Mission Impossible” oder “Drei Engel für Charlie” so gut geklappt hat, muss aber nicht heissen, dass die neuen Produktionen dafür verantwortlich sind. Vielleicht enttarnt sich hier auch nur eine relativ belanglose Serienidee, die die Zeiten nun mal nicht überleben kann.

5 von 10 Punkten.

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CANNONBALL

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Fünf Jahre vor dem ersten der berühmten Highway-Filme mit Burt Reynolds gab es schon einen Film, der “Cannonball” hiess. 1976 drehte David Carradine, da noch frisch in den Köpfen als Kung-Fu-Caine, den ersten Film, in dem es um ein illegales Autorennen ging. Ernsthafter und weniger Starbesetzt, als die Highway-Filme, auch unbekannter (so dass man die DVD um 5 Euro auf dem Krabbeltisch finden kann), aber keinesfalls weniger gut. Eine stringente Story, gemischt mit guten Charakteren, der Slapstick aus den Highway-Filmen (die ja auch das Cannonball-Rennen beschreiben) ist nicht vorhanden, Komik aber durchaus - Tragik jedoch auch… und die einzige Übertreibung findet man in einem finalen Crash, bei dem man sich fragt, wieso plötzlich keiner der Fahrer mehr weiss, wo das Bremspedal liegt. Dass alle Autos bei kleinster Berührung auf amerikanische Art explodieren ist wieder was anderes…

Carradine spielt gut, man sieht, er kann mehr, als nur Grashüpfer-Sprüche ablassen, aber natürlich durften auch hier ein paar anständige Kämpfe nicht fehlen. Amüsante und gar nicht langweilige 85 Minuten.

PS: Es handelt sich um die normale, leider geschnittene, TV-Fassung von MCP-Media, dafür im richtigen Format 4:3 (wobei man da vorsichtig sein muss, wenn man sagt, die uncut-Scheibe von Marketing sein Verarsche, weil nur Balken draufgesetzt wurden. Der Film kann trotzdem mit dem Ziel 1.85:1 gedreht worden sein, auf einem 16:9-TV werden jedenfalls bei Zoom2 keine Köpfe abgeschnitten!).

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