Archiv für die 'Mysterie-Thriller' Kategorie

CONSTANTINE

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Inhalt:
John Constantine (Keanu Reeves) ist im wahrsten Sinne des Wortes durch die Hölle gegangen. Schon als Kind hatte er die Gabe mitbekommen, Dämonen, die unter den Menschen wandeln, erkennen zu können. Seine Eltern und Ärzte schickten ihn solange durch die Psychiatrien, bis er Selbstmord begehen wollte und für zwei Minuten tot war. Zwei Minuten, die er aufgrund seiner Todsünde in der Hölle verbrachte – zwei Minuten, die solange dauern wie ein normales Leben. Seitdem versucht er sich von seiner Sünde reinzuwaschen, indem er Dämonen jagt und Exorcismen ausführt. Doch die Zeit wird knapp, er ist an Lungenkrebs im Endstadium erkrankt. Für ihn gilt es, endlich zu erkennen, was seine wirkliche Bestimmung ist. Er nimmt seinen letzten Fall an, als ihn eines Tages Angela Dodson (Rachel Weisz) kontaktiert, der er bei der Klärung des Todes ihrer Zwillingsschwester Isabel helfen soll, welche sich vom Dach der Nervenheilanstalt stürzte, in der sie einsaß. Zudem brechen immer mehr Dämonen in die Welt ein, was sie eigentlich nicht dürften. Es wird Zeit, die Regeln, denen die Welt, der Himmel und die Hölle unterliegen, ein klein wenig zu brechen.

Kritik:
Lange habe ich mich von diesem Film ferngehalten. Zu sehr wurde in der Werbung zu diesem Film darauf hingewiesen, dass er von den Matrix-Machern sei. Und nach den letzten beiden Matrix-Teilen hatte ich wahrlich keine Lust mehr auf einen Film mit undurchsichtiger Pseudo-Handlung und überladenen Effekten. Was für ein Fehler.
Natürlich kann man sich auf die Effekte in diesem Film freuen, sie sind aber keineswegs überladen oder deplaziert. Sie passen, von Anfang bis Ende, sie sind in die Story integriert und nicht einfach nur draufgeklatscht worden.
Ja, es gibt eine Story. Und was für eine. Sie ist logisch, passt zur westlichen Mystik und nimmt sich keine Freiheiten, die die Handlung irgendwie hinbiegen sollen. Die Höllenszenen sind genial gemacht und treiben einem teilweise wirklich Angst ein. Keanu Reeves füllt seine Rolle perfekt aus, und es kein wirklicher Grund da, zwischendrin an Neo zu denken.
Der Film passt, von Anfang bis Ende, von der Inszenierung bis zum Schnitt, das hätte ich wirklich nicht erwartet.
Das deutsche Synchron ist gut geraten, die Stimmen sind in Ordnung, da muss man sich auf keine Überraschungen einlassen. Einzig die teilweise undeutliche Aussprache nervt manchmal, da musste wohl schnell gearbeitet werden.

Insgesamt ein absolut sehenswerter Film, spannungsgeladen und ohne Kritik an der Kirche, die in einem Actionfilm einfach nichts zu suchen hätte. Kritik an der christlichen Religion an sich kann man hingegen durchaus entdecken, wenn man sie sucht. Aber reine Actionfans dürfte das nicht störend auffallen, dazu ist der Charakter von Constantine einfach zu gebrochen und vielschichtig. Übrigens: es lohnt sich, den Abspann durchzuhalten, dann wird auch das letzte Geheimnis gelüftet!

Wertung:
8 von 10 Punkten, geniales Popcorn-Kino mit Hirn.

Kommentar

SESSION 9

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INHALT:

Unter der Leitung von Gordon (Peter Mullan) soll ein Expertenteam in einer verlassenen Nervenheilanstalt Asbest beseitigen. Die klaustrophobische und düstere Atmosphäre des seit Jahren verlassenen Gebäudes schlägt jedoch schnell auf die Stimmung des Teams um. Jeder findet für sich Überbleibsel aus der Anstalt, die die Greueltaten von früher aufzeigen. Jedes dieser Fundstücke hat Einfluss auf die Beteiligten, vor allem die Tonbänder einer unter multipler Persönlichkeitsstörung leidenden Patientin scheinen die Geschehnisse zu beeinflussen.

KRITIK:

Enttäuscht wurde ich wahrlich nicht.
Dank der genialen Inszenierung ist die Atmosphäre äusserst unheimlich und dicht. SESSION 9 packt einen von der ersten Sekunde an. Und das ist gut so, denn am Ende wird man feststellen: von der Story lebt der Film letztenendes nicht wirklich. Und wer sich den Bonus ansieht, erkennt auch warum: der eigentlich gedachte Hauptplot wurde vollständig rausgeschnitten. Und in den Interviews reden die Schauspieler von Themenzusammenhängen, die im Film leider überaupt nicht (mehr) vorkommen.
Machen wir uns nichts vor: der Film, wie er jetzt ist, ist voraussehbar und verspricht zu Beginn viel mehr Mystik, als am Ende dann leider drin ist. Ich wage zu behaupten, dass, wenn ich das Drehbuch nach den ersten 45 Minuten in die Hand genommen hätte, man mit offenem Mund am Ende dagestanden hätte.

Die Regie von Brad Anderson jedoch ist astrein, benutzt zwar altbekannte Stilmittel, aber Anderson KANN das auch, im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Regisseuren, bei denen der VERSUCH steckenbleibt und ins “abkupfern” abzudriften droht. Auch besonders hervorzuheben ist das Sounddesign, sowas geiles hab ich schon lange nicht mehr gehört. Allein der Soundtrack treibt einem die Gänsehaut den Rücken hoch und lässt den Zuschauer oft genug zusammenzucken.
So hatte man dank genialem Bild und Sounddesign meist grandiose Schockeffekte und eine Spannung, die ich seit Ewigkeiten in neuen Filmen vermisst habe… (negativ ist mir nur eine Szene aufgefallen, in der der junge Kerl vor der Dunkeklheit flieht: man sieht, wie es gemeint ist und es ist immer noch eine der stärksten Szenen im Film überhaupt, aber die Durchführung hätte dennoch ein wenig Feinjustierung gebrauchen können). Verstörende Bilder tun ihr übriges zum fast perfekten Gänsehautschocker.

Also Spannung pur, die einen nicht vom TV wegsehen lässt, und das ist ja schon mehr, als man sich heutzutage wünschen kann. Da ändert auch das unspektakuläre und durchaus vorhersehbare Ende nichts daran.

Was stört mich denn an der Geschichte, bzw. was fehlt mir? Mal ein Beispiel:
es geht ja um Tonbandaufnahmen von einer Patientin, die unter multipler Persönlichkeitsstörung leidet. Die fünf sich in ihr befindlichen Personen werden von den Bildern her mit den nun real im stillgelegten Irrenhaus befindlichen Handwerkern verglichen. Leider nur vom Bild und nicht von der Story her. Achtung - KEIN Spoiler! Aus dem Bonus-Material ergibt sich, dass diese Patientin noch im Institut umhergeistert, ob real oder als Geist, keine Ahnung. Ich vermute, dass man geplant hatte, den Plot so zu gestalten, dass die Handwerker den fünf Personen entsprechen, und sie sich nun befreit, indem sie diese fünf Personen wie auch immer tötet. Dieser Plot ist vollkommen fallen gelassen worden, zugunsten eines weitaus langweiligeren und nichtssagenden Plot, den man nur so verstehen kann, dass das Haus selbst und die Greueltaten, die darin (auch in Wirklichkeit) passiert sind, die Protagonisten beeinflussen. Sitzung Nummer 9 hat im Grunde keine tiefergehende Bedeutung mehr, und der Versuch, am Ende noch ein wenig Verwirrung um den Täter reinzubringen, wirkt leider hölzern. ABER wie gesagt, das fügt dem Film im Grunde keinen Schaden zu, er ist mit das Spannenste der letzten Jahre. Wenn ich mir aber vorstelle, wie gut das “Simon sagt”-Thema, das noch vorhanden ist, mit dem ursprünglichen Plot harmoniert hätte, ärgert es, dass aus welchen Gründen auch immer ein Film verändert wurde, der der stärkste Schocker des Jahrzehnts hätte werden können.

Die Schauspieler spielen grandios, und seit langem seh ich (vor allem bei dem jungen Kerl, der eine Phobie vor der Dunkelheit hat) sogar mal wieder eine ausserordentliche Leistung im Synchron. Hervorzuheben ist noch, dass ausser ein paar standbildartigen Aufnahmen einer Ehefrau kein weibliches Wesen vorkommt - Filme ohne Frauen, sowas gab es bisher eigentlich nur in knallharten (und deshalb so beliebten) Western. Ehrlich, nachdem ich vor ein paar Tagen “The Texas Chainsaw Massacre” im Original gesehen habe, war ich direkt erleichtert, nicht schon wieder irrwitziges Frauengekreische hören zu müssen.

Geheimtip? ALLERDINGS! Dieser Film ist zwar ein waschechter FSK16er, aber lieber weniger Blut und dafür mehr Gänsehaut, als umgekehrt.

Ich hoffe auf einen Directors Cut, in dem der alte Plot wieder aufgenommen wird. Aber auch so darf dieser Film in keiner DVD-Sammlung fehlen, in der sich Horror-Thriller befinden.

Bewertung:

Regie: 9 von 10
Buch: 6 von 10
Kamera: 9 von 10
Sound: 7 von 10
Insgesamt: trotz der Story-technischen Mängel 8 von 10 Punkten.

Nachtrag [10.07.2006]: Ich hab mir heute den Film nochmal auf einem Surround-System angesehen und setze die Sound-Bewertung herunter (von 10 auf 7). Der Sound ist zwar astrein, aber auf Dauer sind die immer gleichen Effekte und das ständige Subwoofer-Brummen doch nervtötend…

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DAS JESUS-VIDEO

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Ein hochwertig produzierter deutscher TV-Zweiteiler von 2002 mit Naike Rivelli (der Tochter von Ornella Muti), Matthias Koeberlin, Hans Diel, Manou Lubowski…
Von Naike Rivelli mal abgesehen (die lange nach Fertigstellung des Filmes erst mit Manou Lubowski zusammenkam und deren Kurzehe absolviert hat) sind die jungen Schauspieler in diesem Film nicht jedem bekannt, der sich nicht auf ARD-Liebesfilme, deutsche Krimis oder Nachmittagsserien spezialisiert hat. Was aber nichts heissen soll, die Schauspieler sind (zumindest diesmal) klasse (da zeigt sich halt, was eine gute Regie vollbringen kann, bzw. was eine schlechte Regie versauen kann), der Film ist sehr spannend inszeniert, keineswegs frei von Klischees, aber auch nicht damit zugepflastert. Beim Thema “Zeitreise” hätte man sich tatsächlich viel Schlimmeres vorstellen können - diesmal ist es aber sogar gelungen, durchweg logisch zu bleiben.
Besonders hervorzuheben ist das sehr starke Ende, ist das doch ein Punkt, an dem viele deutsche Produktionen kranken. Wenn man sich beide Teile am Stück ansieht, hat man 3 Stunden Action vor sich, die einem wie solide 100 Minuten vorkommen, der Film ist tatsächlich kurzweilig und kein bischen verkopft. MEHR DAVON!

8 von 10 Punkten.

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DER EXORZISMUS DER EMILY ROSE

Ein genialer und knallharter Gerichtsthriller mit Schockerelementen. Man will es dem Titel zuerst nicht abnehmen, aber dieser Film ist tatsächlich von der ersten bis zur letzten Sekunde spannend und sorgt für einige anständige Zusammenzuck-Momente (weswegen ich auch die Rubrik HORROR mit reingenommen habe).
Besonders schockierend ist, dass der Film auf einer wahren Begebenheit aus den 80ern (?) beruht, die sich in Bayern zugetragen haben sollen. Sobald ich mehr zu den wahren Begebenheiten weiss, werd ich diese Mini-Review mal ausweiten.
Seltsamerweise musste nicht nur ich immer wieder an “Das Schweigen der Lämmer” denken, Jodie Foster hätte auch sehr gut in die Hauptrolle gepasst - was nun nicht bedeuten soll, dass die Hauptdarstellerin ihre Rolle nicht ausgefüllt hätte, ganz im Gegenteil. ALLE Schauspieler haben ihre Rolle ausgefüllt, ich habe schon lange kein so stimmiges Ensemble mehr erlebt. Aber der Vergleich hilft, den Film einzuordnen, denn Gerichtsthriller sind nicht jedermanns Sache.

Eine gelungene Mischung aus Thriller und Horror, einer der besten Filme gegen Ende des Jahres 2005, wenn nicht sogar DER Beste.

10 von 10 Punkten, denn ich kann seit langem (eigentlich seit STAR WARS III) an einem Film GAR NICHTS aussetzen.

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BUTTERFLY EFFECT

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Ist länger her, dass ich den Film gesehen habe (länger als zwei Wochen), deswegen schreib ich auch nur kurz rein, dass der Film einfach nur grossartig ist. Seit “Zurück in die Zukunft” wurde die Realtivitätstheorie nicht mehr so gut dargestellt. Gut, ich vergleiche hier jetzt eine Komödie mit einem Drama/Thriller/Mysterie… aber der Gedanke schleicht sich beim Betrachten des Films immer wieder ein.

Einfach ein klasse Film, den man sich auch häufiger ansehen kann.

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DONNIE DARCO

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Inhalt könnt ihr ja in den Milliarden anderen Review-Sites bewundern. Folgendes Zitat habe ich mal in ein Forum geschrieben. Es ging darum, dass sich alle gefragt haben, wie man den Film zu verstehen hat.

Er ist tatsächlich genial, und schwer zu knacken. Ich weiss nicht, wie findet ihr folgende Theorie:

Donnie wird vor eine Entscheidung gestellt. Ihm wird gezeigt, wie sich die Welt entwickelt, wenn er vor der Turbine gerettet wird. Und im Grunde endet alles im Chaos: er enttarnt einen Motivationstrainer, der vielen als Stütze dient mit dem Leben besser fertig zu werden, als Kinderpornograph, eine hervorragende Lehrerin wird entlassen, Donnie lernt zwar die Liebe (auch die körperliche) kennen, verliert diese aber sofort wieder und schliesslich kommt seine gesamte Familie bei einem Flugzeugabsturz um - vermutlich während des Weltunterganges.
Im Gegensatz dazu braucht er nur nicht vor die Tür gehen, wenn die Turbine durch sein Zimmer rauscht - Nachteil: er kommt natürlich dabei um, aber was solls, im anderen Fall hätte er eh alles verloren, was ihm (und anderen) etwas wert war - so kann er zumindest durch seinen eigenen Tod alles retten, was ihm lieb ist. Durch die Zeit in der alternativen Realität weiss Donnie auch, dass sein Tod nicht umsonst ist.
Insofern ist das übrigens kein Film ohne Happy End… es ist nur tatsächlich mal eine andere Form von Happy End und hat direkt etwas Messias-mässiges an sich.

Einige Punkte hab ich trotzdem noch nicht so ganz geschafft: Grandma Death zum Beispiel, und den Brief, den er an sie geschrieben hat. Oder Frank, der anscheinend aus der Zukunft kommt und Donnie auf eine alternative Zeitspur lenkt um ihn zu zeigen, wie und warum er die Welt retten kann und sollte - er scheint sein Gefährte zu sein, der jedoch durch diese Aktion auch sein eigenes Leben rettet (heroischer wär ja gewesen, er wär mit drauf gegangen, aber das würde wieder nicht zur Messias-Intention passen, Donnie muss schon der einzige bleiben).

Faszinierender Film auf jeden Fall…

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