Archiv für Juli, 2006

Shoutbox entfernt

Nachdem sich wieder ein Spammer erhofft hat, mehr Viagra durch seine Shoutboxeintraäge zu verkaufen, hab ich das Teil entfernt. Nach dem Update von Wordpress, bei dem bei mir anscheinend einiges schief gegangen ist, konnte ich da eh nix mehr editieren. Und benutzt wurde sie von den Lesern auch nicht… also weg damit. :-)

Liebe Grüße,
Sinarius :-)

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Der Onkel George aus Amerika

Liebes Tagebuch,

manchmal weiß man gar nicht, wie man diese großartigen Erlebnisse der letzten Zeit verarbeiten soll. Die WM-Euphorie ist noch keine Woche alt und der Papst-Besuch dauert auch nicht mehr lang, da wird man von einem weiteren Ereignis erschüttert. Tante Angie bekommt Besuch von Onkel George.

Der Onkel George Bush ist ein ganz bekannter Mann in Amerika, und deswegen wollten den auch ganz viele Leute sehen. Vor allem, weil er Tante Angie in ihrem Ossi-Kaff besucht hat, das fanden alle ganz besonders toll. Richtig begeistert waren die 100 ausgewählten Fans, und haben Fahnen geschwungen, schon wieder, oder immer noch, ich weiß es nicht. Jedenfalls sind auch ein paar USA-Flaggen geschwenkt worden, und eine ganz besonders dumme Frau hat doch tatsächlich lächelnd in die Kamera der Nachrichtensendung gesagt, Bush habe ihr die Hand gegeben, und sie werde sie erst mal nicht mehr waschen. Aber die war sicher vom gerichtsmedizinischen Institut und will wissen, ob an George’s Händen immer noch das Blut der ganzen Todeskandidaten klebt, die er über die Klinge springen hat lassen, um Präsident zu werden.

Nach was für Kriterien diese auserwählten Zuschauer herausgesucht wurden, und dabei zuschauen durften, wie Onkel George die Angie abknutscht und ihr Honig ums Maul schmiert, weiß ich ebenfalls nicht. Ich vermute, es wurden IQ-Tests durchgeführt, und jeder, der ein Ergebnis knapp unter Zimmertemperatur hatte, durfte in die abgesperrte Innenstadt. Das Durchschnittsalter musste insgesamt sicherlich bei 75 liegen.

Diejenigen, die so laut schreien und protestieren, dass man das saudumme Gelaber von Onkel George nicht mehr hören konnte, mussten draußen bleiben. Sie wurden mundtot gemacht. Das hat Tante Angie noch in ihrer alten Heimat, der DDR so gelernt. Ist aber auch ein Witz… wegen der 20 Millionen, die der Besuch von Onkel Bush gekostet hat, hätte man wirklich kein Aufhebens machen müssen. Ist ja nicht so, dass es irgendjemanden in Deutschland schlecht gehen würde, dass Kindergärten saniert oder das soziale Netz geflickt werden müsste. Es ist auch ganz sicher kein Schlag in das Gesicht eines jeden Arbeitslosen, oder in das der Eltern, die ihrem Kind sagen müssen, dass sie sich dieses oder jenes jetzt einfach nicht leisten können. Nein, nein, die 20 Millionen für eine öffentliche Ansprache und ein kleines Grillfest müssen schon sein.

Mein liebes Tagebuch, ich sag Dir, diese Tage in Deutschland miterleben zu dürfen, das kostet Kraft. Deshalb bin ich jetzt auch hundemüde. Ich geh noch kurz aufs Klo, kotz mir die Seele aus dem Leib, Zähne putzen und dann ab in die Heia… vom Barbecue träumen, das Tante Angie für Onkel George brutzelt. Vielleicht träum ich sogar davon, wie die beiden an kleinen Rippchen ersticken. Ich glaube, das würde meiner Seele gut tun.

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KNIGHT RIDER is singing again

Darauf hab ich lange gewartet. Wurde Zeit, dass Hasselhoff wieder aufsteht und was tut. :-)

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Rudi Carrell ist tot.

Der letzte große Entertainer ist nun auch gegangen. Und spätestens jetzt gibt es im Himmel garantiert die besseren Shows als hier auf Erden. Denn wenn die bisher Gegangenen noch umhergeirrt sind, Rudi wird sie zusammentragen und das grösste Entertainmentereignis auf TV HIMMEL 1 veranstalten, dass es seit Anbeginn der Zeit jemals gegeben haben wird.

Ich hab so vieles an ihm geschätzt. Das, was er mir über Komik beigebracht hat, ohne es selbst zu wissen, zum Beispiel.

Aber auch, dass er so würdig gegangen ist. Er hat keine Heuchelei gebraucht, nicht plötzlich gegen die Zigarettenindustrie gewettert. Er hat es so gesehen wie es ist: er hatte ein gutes Leben, er hatte so manches Laster, er hat seine Risiken angenommen, und er hat die Konsequenzen wie kein zweiter getragen, ohne Verbitterung, ohne Schuldgefühl. Hoffentlich bin ich auch mal so.

Danke, Rudi Carrell, dass Sie uns soviel Freude bereitet haben.

PS: Wer sich in das Gästebuch der Fanseite eintragen will: http://www.rudicarrell.com/ .

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Resümee über die Fußball-WM 2006

Nun ist sie also vorbei. Und es ist Zeit, sich ein paar Gedanken darüber zu machen, was uns die Fußball WM 2006 so gebracht hat.
Zu schlechter Letzt erst mal zwei unwürdige Gegner im Finale: Italien und Frankreich: die einen, die mehr durch Schwalben und Tricks außerhalb des Spielfeldes brillierten, die anderen, die auch nach einen Streetfight-Angriff ihres größten Spielers diesen noch ehren und in den Himmel heben.
Traurig, das Ende, und es hat eine Menge der Euphorie gekostet. Aber die hatte ihren Höhepunkt sowieso schon am Vorabend, als die deutsche Mannschaft zu recht frenetisch gefeiert wurde. Weltmeister der Herzen wurden sie genannt, und sie kosteten am Sonntag Mittag noch mal alles aus auf der Berliner Fanmeile. So gefeiert wurden Weltmeister noch nie, geschweige denn die Dritten in einem Wettkampf.
Aber wie gesagt, zu Recht. Die Klinsmänner haben den Deutschen ein Gefühl gegeben, dass es seit Jahrzehnten nicht mehr gab: Nationalgefühl ohne bitteren Beigeschmack. Da sei auch daran erinnert dass es bei dieser WM keine furchtbaren Hooligan-Auftritte gab, nicht mal terroristische Meldungen, und gerade mit letzteren hatte ich fest gerechnet. Da hat die deutsche Abwehr (und ich meine nicht die auf dem Fußballfeld) hervorragende Arbeit geleistet.

Die grossen Verlierer der WM

Aber es gibt auch Verlierer bei der WM, und alle hat sie die FIFA zu verantworten. Allen voran das Maskottchen GOLEO und die fränkische Firma NICI, die die überteuerten Lizenzen an den von Muppet-Henson kreierten Goleo erworben hatte. Hätte NICI doch nur auch das Design von Goleo selbst gemacht, das wäre ein hundertprozentiger Treffer gewesen, so musste sich die Firma mit einem Löwen abkämpfen, an den man sich erst gewöhnen musste, bevor man ihn lieb gewinnen konnte.
Fast wie ein Hinterhalt kommt es einem vor, dass Goleo in den TV-Übertragungen so gut wie nie zu sehen war. Wo waren die Trickfilmeinspieler, wo die Präsenz, die jedes andere Maskottchen hatte? Kein Wunder eigentlich, dass man in Waldi’s WM-Club ein neues Maskottchen suchte, den Bär Bruno, für den man nicht zahlen musste, dem man aber auch nicht helfen konnte.
Um es mal ganz klar zu sagen: eine WM ins eigene Land zu holen hat auch das Ziel, wirtschaftlich dem eigenem Land zu helfen, und nicht, einen Betrieb in einer Gegend kaputt zu machen, in der Arbeitslosigkeit so und so schon das Übel Nummer 1 ist. Ich erwartete (und erwarte eigentlich immer noch), dass die FIFA oder die Regierung da einschreiten und NICI helfen, wo sie können.

Die FIFA verlangte für alles sehr viel Geld, bis hin zu Eintrittskarten, die im Grunde unerschwinglich sind. Und wie teuer die FIFA in vier Jahren sein wird, ist angesichts der 180 Millionen Euro Süd-Afrika-Zuwendungen noch gar nicht abschätzbar. Dass sich angesichts solcher Tatsachen tatsächlich noch freiwillige Helfer gefunden haben, die OHNE Bezahlung als Helferlein der FIFA geholfen haben, ist mir unverständlich – ich kann da jedem einzelnem nur den Vogel zeigen. Es mag ja eine Ehre sein und viel Spaß gemacht haben, aber es war ebenso ein Dolchstoss in den Rücken eines jeden anderen.

Die grossen Gewinner der WM

Die großen Gewinner sind wie schon erwähnt die Deutschen an sich: sie konnten ins Ausland hin endlich mal positiv in Feierlaune auf den Strassen gezeigt werden, fast südländisch, unbändig, in, wie meinte ein Kommentator mehrmals, „kindlicher Freude“. Und das kommt um Längen besser an, als das bisher bekannte altjüngferliche „Wir sind ja soooo schuld am Übel dieser Welt.“. Sogar die englische (!) Presse hat die deutschen Fans gelobt, und das ist nun wahrlich ein kleines Wunder!
Endlich wurde die deutsche Fahne wieder gesellschaftsfähig, und zumindest das, hoffe ich, wird auch noch eine Zeit nach der WM anhalten. Denn trotz der Bemühungen einiger linksradikaler und grüner Elemente sind die deutschen Fahnen nicht von den Autos und Balkonen verschwunden. Und die linksradikalen grünen Elemente sollen ihre T-Shirts, die sie im Tausch gegen die Fahnen angeboten haben, gefälligst selber tragen und bitte bitte bitte auch beherzigen, was drauf steht: „Nazis raus aus den Köpfen!“. Ja, raus damit, denn die Nazis befinden sich nicht in den Köpfen derjenigen, die die deutsche Fahne schwenken, sondern in den Köpfen derer, die sich vernagelt immer noch Schuldhaftigkeit an Geschehnissen einreden, die seit über 60 Jahren Vergangenheit sind. Verantwortung: JA. Schuld: NEIN!

Was bleibt übrig?

Gäbe es seit gestern nicht genug neue Schreckensmeldungen für die Nachrichten, sie würden sich darauf stürzen, was für einen Kater das deutsche Volk seit heute hat, vereinzelt gab es solche Berichte ja trotzdem: was ist von der Euphorie übrig, und es wurde schon gesagt, einige würden wohl glauben, man dürfe jetzt tatsächlich schon wieder ungestraft rummeckern. Ja, durfte man das jemals nicht?
Mal ehrlich: wenn von der Euphorie die Möglichkeit übrig bleibt, stolz die eigene Fahne schwenken zu können, auch ohne WM, dann bin ich froh. Denn die Euphorie ist nicht Ausdruck eines neuen Lebensgefühls: sie ist das Indiz für die Tragweite der Probleme in Deutschland. Und spätestens jetzt wird einigen klar werden, was für Auswirkungen so manches Gesetz und so manches Gesundheitsreförmchen hat, das zwischen Tür und Angel… sorry, zwischen zwei Fußballspielen verabschiedet wurde. Und da wird das Lachen der Bundeskanzlerin in verschiedenen Spielen noch in ganz anderem Licht gesehen werden. Vielleicht hat sie Klinsmann auch nur deshalb so dolle geknuddelt, weil er, ohne es wohl zu wollen, ein wunderbares Ablenkungsmanöver vollbracht hat.

Deutschland wacht wieder auf, und es hat sich nichts Wichtiges geändert. Es war zwar eine geile Zeit… aber sie hat nur der Seele gut getan. „Nur“ ist gut, das ist schließlich mehr, als die Deutschen in den letzten Jahren erfahren durften. Aber gelöste Probleme finden sich nun mal nicht beim feiern – leider.

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Mein süsser Kuscheldrache :-x

Da muss man sich über soviel ärgern… und dann kriegt man von seiner Freundin einen Ticker gebastelt. Schöööön! :-)

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