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Keiner

Kommentar

JA ZU ATOM-STROM!!!


Ihr habt richtig gelesen - und es ist diesmal KEINE SATIRE!

Ich bin FÜR die Atom-Kraft. Und zwar, weil ich weiter denken kann, als nur bis zu meiner Nasenspitze, und mich frei mache von den reflexartigen, Gebetsmühlen artig vorgetragenen Slogans aus den 80ern (DIE JETZT SCHON 21 JAHRE VORBEI SIND!).

Ich bin der Meinung, dass wir unseren Energiebedarf ansonsten nicht decken können.
Klar - momentan schaffen wir (auch durch zusätzliche alternative Energieformen) MEHR Strom, als wir brauchen können - und können diesen deswegen ins Ausland verkaufen! Das hält unseren Strompreis in Grenzen und wir sind zumindest nicht beim Strom von anderen Ländern abhängig - ICH halte das für GUT! Seht euch den derzeitigen Benzinpreis an, und ihr wisst (hoffentlich), was passieren würde, wenn wir Strom aus DEM Ausland kaufen würden, dem es scheißegal ist, WIE sie den Strom herstellen.

In Japan wird es in diesen Momenten dunkel - SEHR dunkel, denn es gibt keinen Strom für Licht am Abend. Wenn es SINNVOLLE alternative Möglichkeiten gäbe, hätten die Japaner sie garantiert schon lange! Aber auch da wird halt nachgedacht, ob Kilometerweite Solar-Anlagen nicht unsere Atmosphäre viel zu stark erwärmen können - ob Windenergie versorgungstechnisch auch dann sicher ist, wenn wir nicht gerade Herbststürme haben - ob Wasserkraft nicht das wichtigste ökologische System, das wir auf der Erde haben, zu sehr durcheinander bringen kann - und ob Geothermie was bringt, wenn sich die Erd-Platten immer mehr verschieben…

Tatsache ist: JEDE Form von Energiegewinnung KANN gefährlich oder zu unsicher sein - Atomenergie eben auch. Nur weil deren contraproduktive Wirkung SCHNELLER vor sich geht und genetische Nachwirkungen hat, heißt das nicht, dass die anderen Formen nicht genau solche Gefahren haben können.

Wenn Atom-Energie wirklich abgeschaltet werden sollte in Deutschland, stellt euch darauf ein, dass ihr Gaskocher brauchen werdet. Denn LEISTEN könnt ihr euch den Strom dann genauso wenig, wie jetzt schon das Benzin, das uns nach und nach in neue Schuldenfallen treibt… die Alternative - öffentliche Verkehrsmittel - braucht übrigens auch größtenteils Strom. Davon könnt ihr euch also auch verabschieden und aufs Fahrrad umsteigen. Wohl dem, der eins hat, denn die Nachfrage bestimmt auch HIER den Preis.
Genauso verabschiedet euch auf dem Weg zurück zur Steinzeit mal von euren meisten Werkzeugen, Fernsehern, Mikrowellen, Kaffemaschinen, moderner Medizin, Handys, PCs, Laptops, iPads… und vom Internet.

Aber vielleicht ist das ja gewollt? Hier gibt es einfach ZU VIELE Typen, die nicht richtig ticken - das denkt ihr doch gerade, nicht wahr?

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Neuer WETTEN DASS…? - Moderator steht fest!!!!

Er ist lange Zeit gerne auf den roten Teppichen der Welt zu Gast gewesen. Er kann mit der Showtreppe umgehen und kann eine ganze Zeitlang Gegenwind ertragen - und das wird er müssen, denn die Einschaltquoten werden nach den ersten 2 Sendungen genaustens beobachtet werden… und egal, was passieren wird, man wird an ihm kritteln. Aber was solls…
Er ist gebildet, jung, gut aussehend und hat eine Frau, die mehr als 5 Worte in Folge vor der Kamera sprechen kann. Eigentlich muss man sich wundern, wieso das ZDF nicht gleich darauf gekommen ist! Am Besten, man schmeißt die Hunziger gleich raus und nimmt die Ehefrau unseres Kandidaten für die Außenwetten.

Nun ist endlich klar geworden, wieso von Guttenberg so bereitwillig seinen Doktor abgegeben hat (der stört nur bei einem Moderator) und wieso er plötzlich kein Interesse mehr an der Politik hat. Wetten dass…? wird seine ganze Aufmerksamkeit erfordern!

Ich freu mich schon auf ihn, wenn er wieder auftaucht! :-)

PS: Wer es nicht kapiert hat: dies war SATIRE und keine ernste Meldung!

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FALCO –The Spirit Never Dies (Rezension)

Pünktlich zur Weihnachtszeit wird die Musikmaschinerie angeworfen, und in diesem Jahr steht uns wohl seit heute eine kleine musikalische Sensation bevor – zumindest, wenn es nach den Produzenten des neuen FALCO-Albums geht. Die Jeanny-Trilogie soll vollendet werden und aus vor einem Wasserschaden geretteten Masterbändern aus dem Jahr 1987 sollen 8 neue Songs rekonstruiert worden sein.

Um es vorweg zu nehmen: wir werden durchaus ein paar musikalische Überraschungen erleben, und einen sehr ungewöhnlichen, faszinierenden Falco.

Aber nach genauerem Hinsehen werden aus 8 neuen Songs im Endeffekt nur noch 5 neue Songs, die, um ein Album zusammen zu kriegen, auf 12 Tracks aufgeblasen wurden. „Que Pasa Hombre“ und „Poison“ wurden schon auf dem Posthum-Album „Verdammt wir leben noch“ veröffentlicht. Ich bin mir nicht sicher, weil mir dieses Album im Moment nicht vorliegt, aber gerade bei „Que Pasa Hombre“ wurde, glaube ich, eine grandiose neue Abmischung geschaffen. Aber sowas nennt man heute „Remix“, und nicht einen neuen Titel.

Die „Titel“ Nummer 1 „Return To Forever“ und Nummer 12 „Forever“ sind keine eigenständigen Titel, sondern verbinden den Beginn und das Ende des Albums und basieren auf „The Spirit Never Dies“, dem angeblichen dritten Teil der bis dato unvollendeten Jeanny-Trilogie.

Als neue Titel bleiben also „Nuevo Africano“, „The Spirit Never Dies“, „Sweet Symphony“, „Kissing in the Kremlin“ und „Dada Love“, sowie die spannende Frage, ob „The Spirit Never Dies“ tatsächlich der dritte Jeanny-Teil ist, oder ob da nur gutes Marketing betrieben wurde.

Betrachten wir diese Frage zuerst, denn so heben wir uns die guten Nachrichten und guten Songs für das Ende auf.

Es gibt einige Punkte die dafür sprechen, dass dies tatsächlich der dritte Teil ist, aber auch einige gute Argumente, die dagegen sprechen.
Das vorliegende Album wurde 1987 produziert, nach „Emotional“, auf dem sich Jeanny 2 befindet, und vor „Wiener Blut“, 1988 erschienen.  Die Geschichte des Albums an sich ist ja schon interessant: Falco überwirft sich bei „Emotional“ mit seinen Produzenten Bolland & Bolland und steigt auf einen neuen Produzenten um, mit dem er neun Monate lang an einem Album arbeitet – Gunther Mende. Die Qualität und die Anzahl der Songs passte dem Musikverlag jedoch nicht, weswegen das Album auf Eis gelegt wurde, einige Songs bei „Wiener Blut“ unter kamen und Falco Ende des Jahres 1987 den in meinen Augen zutiefst unterschätzten Titel „Body next to Body“ mit Brigitte Nielsen veröffentlichte - nach eigener Aussage auch nur, um mit seiner Duett-Partnerin ein Techtel-Mechtel anfangen zu können. Nun ja, wenn man Titel wie auf dem vorliegendem Album produziert hat, mag einem ein Titel wie „Body next to Body“ selbst zu trivial vorkommen, auch wenn er absolut rockt.

Nun gut, aber zurück zu „The Spirit Never Dies“. Sauber produziert und eine Falco-Stimme, die man so noch nicht wirklich kannte: dunkler, rauer, ernster – faszinierend. Wenn man damals tatsächlich das Ziel hatte, Falco einen neuen Touch zu geben, hat man es geschafft.
Aber gehört der Titel nun zu Jeanny? Na ja - man KANN den Titel so interpretieren, dass er zur Jeanny-Trilogie gehört: in tarantino-istischer Manier kann man den Titel als zeitlichen Rücksprung vor den  ersten Jeanny-Teil sehen und hätte so ein rundes Bild: ein Mann lernt die Liebe seines Lebens kennen, die Liebe dauert aber nur einen Sommer lang. Der „Spirit“ dieser Beziehung wird ihm jedoch nie verloren gehen. Jeanny 1 wäre dann die Phase, in der der Mann, frisch getrennt und unter Liebeswahn, alle Möglichkeiten durchgeht, seine Liebe zurück zu gewinnen, und dabei sogar an eine Entführung denkt – für einen verlassenen Mann eine trotz aller enthaltenen sexuellen Aggression durchaus romantische Vorstellung, denn zu dieser Vorstellung gehört auch immer, dass die Frau, beeindruckt von der Tatkräftigkeit, wieder zu ihrer früheren Liebe zurück findet. So würde sich auch erklären, warum Falco den ersten Jeanny- Teil immer als so missverstanden eingestuft hat. Schließlich kommt der Mann zu sich („Coming Home“), er ist wieder bei Sinnen, wünscht sich immer noch seine Liebe zurück, ist aber der gefährlichen, fanatischen  Besessenheit entkommen.
„The Spirit Never Dies“ passt also durchaus in die Trilogie, außerdem würde es zeitlich passen, jeder Teil wäre dann im Ein-Jahres-Abstand veröffentlicht worden.

Aber es spricht auch einiges dagegen. Denn allein betrachtet ist „The Spirit Never Dies“ einfach ein wunderschöner Love-Song mit einer außergewöhnlichen Falco-Stimme und einem deutlichen Abstand zu den Bolland & Bolland-Produktionen. Das mag einem nun besser gefallen oder nicht. Tatsache aber ist, dass der Name „Jeanny“ nicht ein einziges Mal fällt, was durchaus auffällig ist und einen Bruch zu den ersten beiden Teilen darstellt. Wenn man dann noch das (ebenfalls unterschätzte, weil seiner Zeit weit voraus seiende) Album „Data De Groove“ genau anhört, fällt einem auf, dass Falco im Jahr 1991 im Song „Bar Minor 7/11 (Jeanny Dry)“ die Textzeilen spricht: „Wer hot Dir eigentlich gsogt, dass Du Jeanny hoasst? Des woar doch sicher mein Produzent!“

Würde ein Künstler, der seine Trilogie, wenn auch im Geheimen, schon vollendet hat, so etwas schreiben? Ich denke mal eher nicht, aber macht euch selbst  ein Urteil.

Kommen wir nun zu den wirklich neuen Titeln, und da steht dem Falco-Fan ein wahres Fest bevor:
zuerst mal „Nuevo Africano“, ein absolut untypischer Falco-Titel, vor allem für die 80er. Man weiß natürlich bei dem ganzen Album nicht, wie viel davon nun aus den Originalbändern stammt, und wie viel neu produziert wurde. Hier muss man dem Produzenten aber eine wirklich grandiose Arbeit bescheinigen: es bleibt Falco, der Sound ist zwar modern, aber zeitlos, und gerade bei „Nuevo Africano“ treiben die Beats über das Intro „Return to Forever“ hinein in den eigentlichen Song, dass keiner mehr Drogen braucht, um in afrikanische Trance zu verfallen. Ich vermute fast, dass dies der Song ist, den Falco irgendwann mal mit „Afrika Bambaata“ zusammen machen wollte (es gibt Videos, in denen Falco denen einen Walkman mit einem Demo in die Hand drückt) – leider ist es nie zu dieser Zusammenarbeit gekommen.

Nach der „Jeanny“-Trilogie und den Aufgüssen von „Que Pasa Hombre“ und „Poison“ geht es zum Titel „Sweet Symphony“. Tongewaltig ist er, Falco-typische Elemente finden sich auch, aber ehrlich: ein Prunkstück ist es in meinen Augen nicht - ich fand Falco in seinen reinen Gesangsstücken ohne Rap-Elemente sowieso meistens nicht so überzeugend.

Kommen wir also lieber gleich zu einer kleinen Sensation: „Kissing in the Kremlin“. Hier bekommen wir nochmal einen richtigen 80er-Jahre-Falco um die Ohren gehauen, wie man es nie gewagt hätte zu träumen: zu Beginn des Stückes eine kleine Anlehnung an „I can‘t stand the Rain“, untermalt von modernen Electro-Beats und Falco-Scats, dann übergehend in treibende Gitarren-Riffs, die Falco nochmal so richtig aufspielen lassen: er rappt und zitiert seine Kommissar-Zeiten und findet sich dann in einem Refrain, bei dem man unweigerlich an Modern Talking denken muss. Wenn das kein Posthum-Hit wird, machen die Produzenten irgendwas falsch, sowas Geniales gab es schon lange nicht mehr, auch nicht von Falco.

Als letzter neuer Titel sei „Dada Love“ genannt, der so deutlich wie nur selten zeigt, WIE genial Falco eigentlich war: man stelle sich ein Bild von Salvador Dali vertont vor, und man landet bei „Dada Love“. Tatsächlich ein uns noch unbekannter Falco, und es ist schade, dass man diesen Weg 1987 nicht weiter verfolgt hat – der neue Produzent Gunther Mende hat Falco neue Impulse geliefert, und heraus kam etwas, mit dem man 1987 wohl noch nichts anfangen konnte. Falco war seiner Zeit musikalisch immer voraus und hat wichtige Strömungen vor allen anderen erkannt – das gepaart mit seinem Talent und dem absolutem Gehör musste immer wieder Dinge hervorbringen, die der Rest der Menschheit erst Jahre später begreifen kann.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das neue Album „The Spirit Never Dies“ ein wunderbares Weihnachtsgeschenk für Falco-Fans ist, auch wenn es ein wenig aufgeblasen wurde. Das Booklet ist äußerst interessant, aber wohl eher als gute Werbung für das vermutlich interessante neue Buch über Falco von seinem Weggefährten  Horst Bork zu verstehen. Leider wurden die Lied-Texte nicht mit abgedruckt, aber es gibt nun mal einen Unterschied zwischen den Zeiten, in denen Falco noch gelebt hat, und der heutigen Zeit, in der andere seine Hinterlassenschaft… wie soll ich sagen… ein wenig „ausschlachten“. Falco kannte die Gesetze der Musikwirtschaft und war dem „Geld machen“ sicher ebenfalls nicht abgeneigt, aber er hat sich seinen Fans gegenüber dabei nie unfair verhalten. Und dieses Gefühl wird man bei diesem Album irgendwie einfach nicht richtig los. Da entschädigt nur ein Falco, der sich sogar nach seinem Tod immer wieder neu erfinden kann.

03.12.2009, Christian Bey

Kommentar

Eindrücke eines Patienten

Wie versprochen meine Eindrücke von meinem Krankenhausaufenthalt mit Blick darauf, dass ihr alle in dem Bereich arbeitet und meine Eindrücke als Patient gerade ganz frisch sind.

Ich bin ja am Dienstag reingegangen, und konnte erst am Donnerstag operiert werden. Trotz des Bänderriss (vorne) und dem Bruch im Sprunggelenk bin ich nämlich noch zwei Tage in die Presseagentur (einmal sogar gefahren), dementsprechend geschwollen war der Fuß. Er musste also erst abschwellen, weil man sonst nicht hätte nähen können, nachdem man mir Platte, Nägel und Schraube verabreicht hat (ich freu mich jetzt schon auf die nächste Kontrolle am Flughafen).

Vor der OP und der Vollnarkose hatte ich seltsamerweise keinerlei Angst, es lief auch alles glatt (zumindest sehen meine Ärzte nicht schuldbewusst aus, wenn sie mich ansehen).

Aufgewacht bin ich in meinem Zimmer am Tropf, wieder mit Gips am Bein. Die Schmerzen waren erträglich, wohl auch dank der freigiebigen Abgabe von unterschiedlichen Schmerzmitteln. Überhaupt wurde einem jeder Wunsch erfüllt, sei es Tranxillium, richtige Schlaftabletten oder die Auswertung des Blutbildes, welche Frage man auch stellte, die Schwestern beantworteten alles – die SCHWESTERN. Die Ärzte, und das ist auch mein einziger Punkt, den ich hier bemängeln kann, hatten die Visiten so richtig knapp gehalten (kein Wunder, bei dem Pensum) – Fragen wurden schon beantwortet, aber lasst euch mal ne intelligente Frage einfallen, wenn man als Langschläfer plötzlich täglich um 7:15h geweckt wird. „Was machen die Schmerzen?“ – „Sie tun weh…“. Hallo? Was soll ich auch anderes sagen? Nach 3 Tagen Running Gag gab ich auf und antwortete mit: „Wenn ich liege 3 – 4, wenn ich aufstehe kurzzeitig 7, dann wieder 5, mit Schmerzmitteln meistens nur 2.“

Mit so einer Antwort bringt man die Augen einer Schwester zum feuchten funkeln, ehrlich.

Naja, jedenfalls waren da Schmerzen nach der OP, und ich wusste natürlich, dass da eine Narbe sein musste, nur wo die verlief, wie die aussah, WAS da schmerzte… keine Ahnung, also macht man sich Sorgen. Sorgen, die „Dr. Zäfix“ (ein paar von euch werden nun neidisch gucken - JA, ich habe ihn kennengelernt) aus der Welt räumte. Für die Profis unter euch ist es vielleicht mal wichtig zu wissen, dass die Schmerzen gleich mal um mindestens 3 Punkte fallen, wenn man die Narbe und somit den Ursprung der Schmerzen GESEHEN hat. Davor ist das so eine Black Box, der man nicht traut. Danach weiß man einfach, dass sowas weh tun MUSS. Wenn man dann noch erfährt, dass man von einer Frau Rehbock operiert wurde, und das im Fußbereich, weiß man doch gleich, dass alles richtig gelaufen ist – SORRY ADIDAS, aber mein zukünftiger Sponsor steht fest. ;-)

Das war meine erste Beobachtung, die euch vielleicht interessiert. Die zweite ist eher esoterischer Natur. Denn, solange ich im Krankenhaus war, habe ich es genossen, den Rollstuhl ausgiebig zu testen und zu benutzen. Erstens, weil es bequem ist, zweitens, weil ich schon immer mit sowas umgehen können wollte, man weiß ja nie, ob man nicht doch mal eine Rolle angeboten bekommt, in der man das braucht. Nachdem dies der erste Krankenhausaufenthalt und der erste Bruch meines nun schon 38 Jahre andauernden Lebens waren, hatte ich also eine Menge neue Erfahrungen, von der Diagnose, über Schock, Ergebung in die Situation, Genuss der erzwungenen Ruhe, über die Narkose bis hin eben zu meinem geliebten Rollstuhl.

Ich setzte mich da rein, und konnte sofort gut damit umgehen, er war mein Freund, der mich mobil durchs Krankenhaus pesen ließ. Heute, am Tag vor der Entlassung, waren aber mehrere Angestellte, mit denen ich bisher noch nicht zu tun hatte, erstaunt, WIE gut ich das Teil im Griff hatte. Die Röntgenschwester meinte nur: „Daran gewöhnt man sich besser nicht so leicht.“
Recht hat sie irgendwie, und ich dachte nach, WARUM ich so gut mit dem Teil umgehen konnte. Hatte ich schon ausführliche Erfahrung in einem früheren Leben damit gesammelt? Oder wurde mir das Talent gegeben, weil ich es irgendwann noch brauchen werde? Oder gewöhnen sich einfach fast alle so schnell an den Rollstuhl, wenn sie nur wollen (wie eine Mit-Patientin, die eigentlich selbst in diesem Krankenhaus im OP-Bereich angestellt ist, bestätigte). Und ein MS-Patient, mit dem ich eine Nacht vorher vor der Notaufnahme noch eine geraucht hatte, und der wegen Noro-Gefahr da war, bestätigte mir im Grunde das selbe: früher sei er gerne Auto gefahren, nun, wenn sich die Gelegenheit ergibt, zischt er gerne mit dem Rolli einen Berg runter und steuert nur mit dem Bremsen (was übrigens wirklich gut funktioniert). Und sicher schießen ihm da alte Bilder in den Kopf, als er von der Firma aus über den Nürburgring mit einem Porsche flitzen durfte, wo es auch brenzlige Situationen gab… naja. Fazit ist jedenfalls, dass ein Rolli dein Freund sein kann, und es hängt wohl vom Menschen ab, ob das nur dann so ist, wenn man jederzeit auch wieder aus dem Rolli aussteigen kann.

Vielleicht ist für euch das eine oder andere dabei, was ihr noch nicht kanntet, und was ihr für eure Arbeit verwerten könnt.

Und nu geh ich doch noch schnell eine Rauchen im Freien, es soll laut Nachtschwester nämlich angefangen haben zu schneien.

Ab morgen (wenn es sich die Ärzte nicht anders überlegen) sehen wir uns wieder auf dem Gelände… ich bin momentan halt etwas langsamer, also habt ihr recht gute Chancen, mich zu erwischen. ;-)

Bis denne, ich freu mich schon darauf.
Euer Chris

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Shoutbox entfernt

Nachdem sich wieder ein Spammer erhofft hat, mehr Viagra durch seine Shoutboxeintraäge zu verkaufen, hab ich das Teil entfernt. Nach dem Update von Wordpress, bei dem bei mir anscheinend einiges schief gegangen ist, konnte ich da eh nix mehr editieren. Und benutzt wurde sie von den Lesern auch nicht… also weg damit. :-)

Liebe Grüße,
Sinarius :-)

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Der Onkel George aus Amerika

Liebes Tagebuch,

manchmal weiß man gar nicht, wie man diese großartigen Erlebnisse der letzten Zeit verarbeiten soll. Die WM-Euphorie ist noch keine Woche alt und der Papst-Besuch dauert auch nicht mehr lang, da wird man von einem weiteren Ereignis erschüttert. Tante Angie bekommt Besuch von Onkel George.

Der Onkel George Bush ist ein ganz bekannter Mann in Amerika, und deswegen wollten den auch ganz viele Leute sehen. Vor allem, weil er Tante Angie in ihrem Ossi-Kaff besucht hat, das fanden alle ganz besonders toll. Richtig begeistert waren die 100 ausgewählten Fans, und haben Fahnen geschwungen, schon wieder, oder immer noch, ich weiß es nicht. Jedenfalls sind auch ein paar USA-Flaggen geschwenkt worden, und eine ganz besonders dumme Frau hat doch tatsächlich lächelnd in die Kamera der Nachrichtensendung gesagt, Bush habe ihr die Hand gegeben, und sie werde sie erst mal nicht mehr waschen. Aber die war sicher vom gerichtsmedizinischen Institut und will wissen, ob an George’s Händen immer noch das Blut der ganzen Todeskandidaten klebt, die er über die Klinge springen hat lassen, um Präsident zu werden.

Nach was für Kriterien diese auserwählten Zuschauer herausgesucht wurden, und dabei zuschauen durften, wie Onkel George die Angie abknutscht und ihr Honig ums Maul schmiert, weiß ich ebenfalls nicht. Ich vermute, es wurden IQ-Tests durchgeführt, und jeder, der ein Ergebnis knapp unter Zimmertemperatur hatte, durfte in die abgesperrte Innenstadt. Das Durchschnittsalter musste insgesamt sicherlich bei 75 liegen.

Diejenigen, die so laut schreien und protestieren, dass man das saudumme Gelaber von Onkel George nicht mehr hören konnte, mussten draußen bleiben. Sie wurden mundtot gemacht. Das hat Tante Angie noch in ihrer alten Heimat, der DDR so gelernt. Ist aber auch ein Witz… wegen der 20 Millionen, die der Besuch von Onkel Bush gekostet hat, hätte man wirklich kein Aufhebens machen müssen. Ist ja nicht so, dass es irgendjemanden in Deutschland schlecht gehen würde, dass Kindergärten saniert oder das soziale Netz geflickt werden müsste. Es ist auch ganz sicher kein Schlag in das Gesicht eines jeden Arbeitslosen, oder in das der Eltern, die ihrem Kind sagen müssen, dass sie sich dieses oder jenes jetzt einfach nicht leisten können. Nein, nein, die 20 Millionen für eine öffentliche Ansprache und ein kleines Grillfest müssen schon sein.

Mein liebes Tagebuch, ich sag Dir, diese Tage in Deutschland miterleben zu dürfen, das kostet Kraft. Deshalb bin ich jetzt auch hundemüde. Ich geh noch kurz aufs Klo, kotz mir die Seele aus dem Leib, Zähne putzen und dann ab in die Heia… vom Barbecue träumen, das Tante Angie für Onkel George brutzelt. Vielleicht träum ich sogar davon, wie die beiden an kleinen Rippchen ersticken. Ich glaube, das würde meiner Seele gut tun.

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KNIGHT RIDER is singing again

Darauf hab ich lange gewartet. Wurde Zeit, dass Hasselhoff wieder aufsteht und was tut. :-)

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Rudi Carrell ist tot.

Der letzte große Entertainer ist nun auch gegangen. Und spätestens jetzt gibt es im Himmel garantiert die besseren Shows als hier auf Erden. Denn wenn die bisher Gegangenen noch umhergeirrt sind, Rudi wird sie zusammentragen und das grösste Entertainmentereignis auf TV HIMMEL 1 veranstalten, dass es seit Anbeginn der Zeit jemals gegeben haben wird.

Ich hab so vieles an ihm geschätzt. Das, was er mir über Komik beigebracht hat, ohne es selbst zu wissen, zum Beispiel.

Aber auch, dass er so würdig gegangen ist. Er hat keine Heuchelei gebraucht, nicht plötzlich gegen die Zigarettenindustrie gewettert. Er hat es so gesehen wie es ist: er hatte ein gutes Leben, er hatte so manches Laster, er hat seine Risiken angenommen, und er hat die Konsequenzen wie kein zweiter getragen, ohne Verbitterung, ohne Schuldgefühl. Hoffentlich bin ich auch mal so.

Danke, Rudi Carrell, dass Sie uns soviel Freude bereitet haben.

PS: Wer sich in das Gästebuch der Fanseite eintragen will: http://www.rudicarrell.com/ .

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